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Pflegeanwaltschaft nimmt in Kärnten neuen Schwung auf

30.01.2019
LHStv.in Prettner: Mit Bettina Irrasch hat Kärnten eine dynamische und kompetente neue Pflegeanwältin erhalten - Pflegeregress: Kostenübernahme für 630 Personen, davon 500 ehemalige Selbstzahler


Klagenfurt (LPD). "Ich kenne sie als dynamisch, hoch kompetent und engagiert: Mit ihr hat das Land Kärnten eine ausgezeichnete Pflegeanwältin erhalten": Mit diesen Worten stellte heute, Mittwoch, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner Bettina Irrasch als neue Pflegeanwältin vor. Sie ging aus einem Objektivierungsverfahren als Erstgereihte hervor. Notwendig wurde die Ausschreibung, weil Christine Fercher-Remler mit 30. Juni 2018 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig ihre Pension antreten musste. Die Pflegeanwaltschaft wurde 2014 eingerichtet - "schon damals in dem vorausschauenden Weitblick, dass die Pflege ein immer größeres Thema wird", so Prettner.

Irrasch selbst kann auf 21 Jahre Erfahrung im Pflegebereich verweisen - unter anderem war sie in der Heimaufsicht, als Pflegedienstleiterin in einem Pflegeheim, aber auch als Mitarbeiterin der Pflegeanwaltschaft tätig. "Meine Funktion wird sicher auch geprägt durch meine berufliche Vorgeschichte. Egal, in welchen Bereichen ich beschäftigt war - in all meinen beruflichen Tätigkeiten war immer der Mensch im Mittelpunkt", betonte Irrasch. Die Aufgaben der Pflegeanwaltschaft sieht Irrasch einerseits in der Beratung, andererseits im Nachgehen von Beschwerden und nicht zuletzt im Einbringen von Anregungen für neue Maßnahmen im Pflegebereich.

"Pflege ist Kommunikation und Beziehung, es ist ein Netzwerken. Pflege profitiert vom Zusammenwirken aller Betroffenen", ist die neue Pflegeanwältin überzeugt. Sie möchte daher auch verstärkt in die Öffentlichkeit gehen und die Pflegeanwaltschaft ins Gespräch bringen: "Das heurige Jahr möchte ich primär dafür nutzen, um den Menschen die Pflegeanwaltschaft ins Bewusstsein zu rufen. Es werden regelmäßige Sprechstunden angeboten und Infoveranstaltungen bei Pflegestammtischen durchgeführt." Zudem möchte Irrasch jedes Jahr unter ein Motto stellen - inklusive einer jeweiligen Auftaktveranstaltung. Für 2020 schwebt ihr der Schwerpunkt Pflegeangehörige vor.

Wir Irrasch erklärte, werden jährlich rund 200 Beschwerdefälle vom Team der Pflegeanwaltschaft bearbeitet: "Während die Beschwerden aus den Heimen stagnieren, erhöhen sich diese bei der 24-Stunden-Betreuung sukzessive", so Irrasch. Einen Grund für die Stagnation der Beschwerden in Pflegeheimen sieht die zuständige Referentin in der Qualitätsoffensive, die das Land Kärnten in den Pflegeheimen umsetzt. "Beim Qualitätsmanagement ist Kärnten mit Niederösterreich im österreichweiten Vergleich führend", betonte Prettner. 60 der 76 Heime haben in Kärnten das Qualitätsmanagement bereits eingeführt.

Prettner nahm die Pressekonferenz auch zum Anlass, um eine Jahresbilanz nach dem Aus des Pflegeregresses zu ziehen: "Mit einem Plus von 130 Personen hält sich der Zustrom in Grenzen", sagte Prettner. Abgesehen von den 130 Zugängen musste das Land 500 ehemalige Selbstzahler übernehmen. "Damit kommen wir auf eine Kostenübernahme des Landes von 630 Personen, was wiederum ein Plus von 14 Prozent bedeutet." Zudem wurden 168 Grundbucheintragungen mit einem Gegenwert von 7,4 Millionen Euro gelöscht. "Die Summe aus Einnahmeentfall und Exekutionsverbot beläuft sich auf 15,4 Millionen Euro. 13 Millionen Euro wurden bis dato vom Bund abgedeckt", informierte Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner