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Regierungssitzung 6 - Lehrpraxis: Finanzierungsmodell für Jungärzte gesichert

26.02.2019
LHStv.in Beate Prettner: Land übernimmt 32,5 Prozent der Kosten für verpflichtende sechsmonatige Lehrpraxis - Pro Jahr ist von 28 Ausbildungsstellen im Bereich der Allgemeinmedizin auszugehen


Klagenfurt (LPD). Eine wesentliche Neuerung der reformierten ärztlichen Ausbildung besteht darin, dass im Anschluss an den sogenannten Spitalsturnus eine verpflichtende sechsmonatige, praxisbezogene Ausbildung im Fach Allgemeinmedizin erfolgen muss. Diese wird in einer Lehrpraxis bei einem Allgemeinmediziner absolviert. "Der Lehrpraktikant arbeitet in einem Durchrechnungszeitraum von 6 Monaten durchschnittlich 30 Wochenstunden, vier Tage pro Woche, in der Lehrpraxis. Daraus ergibt sich ein Beschäftigungsausmaß von 75 Prozent", berichtete Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner nach der heutigen Regierungssitzung im Pressefoyer.

"Nach sehr langen und intensiven Verhandlungen liegt nunmehr ein bundesweit einheitliches Finanzierungsmodell für diese Lehrpraxen vor", so Prettner. Demnach wurde folgender Aufteilungsschlüssel vereinbart: 25 Prozent werden vom Bund übernommen, 32,5 Prozent kommen von der Sozialversicherung, ebenfalls 32,5 Prozent vom Land. Die restlichen zehn Prozent trägt der jeweilige Lehrpraxisinhaber", informierte Prettner.

Wie sie ausführte, sei in Kärnten von einem jährlichen Ausbildungsbedarf von 28 Ausbildungsstellen im Bereich der Allgemeinmedizin auszugehen. "Pro Lehrpraktikant ergibt sich bei einem Durchrechnungszeitraum von sechs Monaten für das Land Kärnten eine Kostenbeteiligung in Höhe von rund 6.600 Euro. Im Falle einer 100-prozentigen Auslastung der 28 Ausbildungsstellen resultiert daraus eine jährliche Zuzahlung seitens des Landes von 185.000 Euro", konkretisierte die Gesundheitsreferentin.

"Die Lehrpraxen und die finanzielle Absicherung dieses Modells sind ein wichtiger Schritt, um die Ausbildung zum Allgemeinmediziner attraktiver zu machen. Das Dienstverhältnis mit dem Stammkrankenhaus bleibt während der Dienstzuteilung in die Lehrpraxis aufrecht. Daher trifft in der dienst- und besoldungsrechtlichen Stellung der Turnusärzte keine Änderung ein. Das heißt, das Gehalt in der Lehrpraxis richtet sich nach dem Gehalt, das dem Turnusarzt unter Berücksichtigung allfälliger Vordienstzeiten gebührt", betonte Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger