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Land Kärnten sichert Musikschulausbildung mit neuem Standortkonzept

07.03.2019
LH Kaiser: 69 Musikschulstandorte ab Schuljahr 2019/20 sichern hochwertige, ressourceneffiziente musikalische Ausbildung


Klagenfurt (LPD). Kärnten hat sich in den letzten Jahren als Bildungsstandort konsequent weiterentwickelt, aktuellen und zukünftigen An- und Herausforderungen Rechnung getragen und das Bildungsangebot qualitativ weiterentwickelt. Mit dem Bildungs- und Schulstandortekonzept, das die Einrichtung von modernen Bildungsstätten übergreifenden und so mehrfach nutzbaren Campussen beinhaltet, wurden und werden zukunftsweisende Weichenstellungen vorgenommen.

"Nach anfänglicher Skepsis, wird die Überzeugung, damit im Sinne der Zukunft unserer Kinder den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, immer größer - sowohl bei Eltern als auch bei Lehrern", erklärt Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser, der diesen Weg fortsetzen und auch auf andere Bereiche ausdehnen will. "Was für die Pflichtschulen gut und richtig ist, ist auch für die Kärntner Musikschulen gut und richtig!" Daher kündigt Kaiser für die Regierungssitzung am kommenden Dienstag den Beschluss eines Musikschulstandortekonzeptes an. "Unsere Experten, angeführt vom Leiter des Kärntner Musikschulwesens, Gernot Ogris, haben in den letzten Monaten unsere Musikschulen genau analysiert, und darauf basierende Vorschläge zur Verbesserung des Angebotes erarbeitet", so Kaiser. Als zentrale pädagogische Parameter für einen gelingenden Musikschulunterricht gelten demnach eine funktionierende Klassenstruktur (Anzahl der Schülerinnen und Schüler, Durchmischung im Bezug Alter und Ausbildungsniveau, Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren innerhalb der Klasse), eine gewisse "kritische Masse" an Schülerinnen und Schülern pro Standort, ohne die fächerübergreifende Projekte in der Praxis nicht umsetzbar sind, sowie daraus resultierend eine entsprechende Nachfrage nach Ergänzungsfächern (Musikkunde, Orchester; Ensembles) vor Ort.

"Von den 75 Musikschulstandorten in Kärnten erfüllen sechs die fachlichen Kriterien, die für einen im Interesse der Kinder qualitativ hochwertigen Unterricht nötig sind, nicht mehr", erklärt Ogris. Den Standorten Bad Bleiberg, Bad Kleinkirchheim, Feistritz im Rosental, Gurk, Kraig und Poggersdorf gemeinsam ist Ogris zufolge die seit Längerem stark rückläufige Schülerzahl, damit verbunden das kleine Fächerangebot und die kleine Klassenstruktur sowie daraus resultierend das weitgehende Fehlen von Ergänzungsfächern. Die Schülerinnen und Schüler dieser Standorte erhalten ab dem Schuljahr 2019/20 die Möglichkeit, ihre musikalische Ausbildung in einer nahegelegenen, maximal sieben bis acht Kilometer entfernten, Bildungseinrichtung weiter in Anspruch nehmen zu können.

Konkret: In Bad Bleiberg, wo die Zahl der Musikschüler von 39 im Schuljahr 2016/17 auf aktuell 16 gesunken ist, wird die musikalische Früherziehung in Kooperation mit der Volkschule oder der Neuen Mittelschule fortgeführt. In Bad Kleinkirchheim gab es ebenfalls einen Schülerrückgang von 30 auf 16. Die musikalische Früherziehung wird in Form einer Kooperation mit der Volksschule fortgesetzt. In Feistritz im Rosental wird der Unterricht wie schon im laufend Schuljahr auch im kommenden an den Standorten St. Jakob und Maria Elend fortgeführt. Die Schülerzahl betrug im Vorjahr nur mehr 11 gegenüber 29 im Schuljahr 2013/14. Die 14 Schüler des Standortes Gurk können ihre musikalische Ausbildung ab dem kommenden Schuljahr in den umliegenden Musikschulen fortführen. Darüber hinaus soll es mittelfristig ein Angebot der musikalischen Früherziehung im Kindergarten geben. Was den Standort der Musikschule in Heiligenblut betrifft, so sank dort die Schülerzahl seit 2010 von 42 auf aktuell 25, jedoch lassen die Geburtsjahrgänge dort den Schluss einer stabilen Entwicklung von etwa 30 zu erwartenden Schülern zu. Daher wird die Entwicklung des Standortes vorerst in den nächsten beiden Jahren weiter beobachtet. Die 19 verbleibenden Schüler der Musikschule Kraig (2012/13 waren es noch 50) können ab dem kommenden Schuljahr ihre Ausbildung in einer der umliegenden Musikschulen fortführen. Gleiches gilt für die Schüler der Musikschule Poggersdorf, wo die Zahl der Schüler von 76 im Schuljahr 2011/12 auf aktuell zehn gesunken ist. Ähnlich wie in Gurk soll auch in Poggersdorf mittelfristig ein Angebot der musikalischen Früherziehung im Kindergarten erarbeitet werden.

Info:
Das Musikschulwesen des Landes Kärnten ist seit dem Schuljahr 2012/2013 in Form von regionalen Musikschulen organisiert. 27 Direktionen inklusive der Slovenska glasbena šola dežele Koroške betreuen 75 Standorte in 74 Gemeinden sowie 155 Unterrichtsorte, an denen überwiegend Fächer der elementaren Musikpädagogik angeboten werden. Das aktuelle Budget für die Kärntner Musikschulen beläuft sich auf 32,9 Millionen Euro.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Stirn