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Drogenberatungsstelle Feldkirchen: Zurück an den Start

09.03.2019
LHStv.in Beate Prettner bedauert: Eröffnung der neuen Beratungsstelle auf der Zielgeraden geplatzt - Vermieter abgesprungen


Klagenfurt (LPD). Im Sommer hätte die neue Drogenberatungsstelle in Feldkirchen eröffnet werden sollen. "Wir waren auf der Zielgeraden. Die Beratungsstelle hätte Platz für rund 100 Klienten geboten. Daraus wird nun nichts: Der Vermieter ist nach Anrainerprotesten abgesprungen", bedauert Gesundheitsreferentin Beate Prettner heute.

Geschockt zeigen sich auch der Geschäftsführer der Trägerorganisation AVS, Klaus Harter und die Leiterin der Suchtpräventionsstelle Kärnten, Barbara Drobesch. "Das alles erinnert massiv an die damalige Situation in Klagenfurt, als wir fast zwei Jahre lang nach einem geeigneten Standort für die neue Drogenambulanz suchen mussten. Sobald ein möglicher Standort publik wurde, formierte sich Widerstand", sagt Drobesch. Von einer Doppelmoral spricht die Gesundheitsreferentin: "Einerseits nimmt der Druck zu, noch offensiver gegen das Drogenproblem vorzugehen. Auf der anderen Seite werden die Betroffenen offen stigmatisiert. Man will sie nicht in der Nähe wissen", so Prettner.

Für Feldkirchen bedeute das nun, "zurück an den Start zu gehen. Wir müssen bei null beginnen. Das ist ein herber Rückschlag". Wie die Gesundheitsreferentin betont, habe man aus dem Klagenfurter Spießrutenlauf gelernt und den genauen Standort in Feldkirchen ganz bewusst nicht bekanntgegeben. Leider wurde dieser dann doch über Umwege kommuniziert. "Mit dem Resultat, dass der befürchtete Aufschrei auf dem Fuß folgte", bedauern Prettner und Drobesch.
"Sucht ist eine Krankheit. Und Kranke benötigen Hilfe. Sie zu stigmatisieren, ist der falsche Weg. Es ist schwer genug, die Betroffenen in eine Therapie zu bringen, weil sie genau diese Stigmatisierung befürchten", sagt Prettner. Und eben an diesem Punkt würde sich die Abwärtsspirale zu drehen beginnen: "Wenn man sich nicht helfen lassen will, weil man Ablehnung und Abweisung durch die Gesellschaft befürchtet, ist das Abrutschen an den Rand der Gesellschaft oft wirklich nur eine Frage der Zeit."

Aktuell werden in Kärnten rund 1600 Betroffene professionell in Therapien betreut. Für heuer waren 400 zusätzliche Therapieplätze geplant: 100 in Feldkirchen, 100 in Wolfsberg sowie eine Erweiterung der Drogenambulanz in Villach um weitere 200 Plätze.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Robitsch