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Regierungssitzung 5: Klimabündnis leistet wertvolle Sensibilisierungsarbeit

26.03.2019
LR.in Schaar unterstützt aktive Klimaschutz-Arbeit in Gemeinden und Schulen: Von der Eisblockwette bis zur "Klimazeugen vor Ort"-Ausstellung setzt das Klimabündnis Kärnten auf Information, Bewusstseinsbildung und Vernetzung


Klagenfurt (LPD). Der Klimawandel geht uns alle an - darauf haben zuletzt 30.000 Schülerinnen und Schüler in ganz Österreich aufmerksam gemacht, indem sie im Rahmen der weltweiten Aktion "Fridays For Future" lautstark für mehr Klimaschutz demonstrierten. "Die Jugendlichen haben Recht - die Klimawende muss endlich - auf allen Ebenen - vorangetrieben werden! Deshalb freue ich mich über so viel leidenschaftliches Engagement für mehr Klimaschutz und eine intakte Umwelt - schließlich geht es um unser aller Zukunft", unterstützt Landesrätin Sara Schaar die Initiative. "Auch in Kärnten sind die Klimaveränderungen spürbar, das haben die verheerenden Unwetter im Herbst gezeigt. Die Klimagipfel von Paris und Kattowitz haben uns ebenfalls deutlich vor Augen geführt, dass wir alle mehr tun müssen, um die katastrophalen Folgen der Klimaerwärmung abzuwenden. Niemand lebt auf einer Insel der Seligen und jeder Einzelne ist aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten." Umso bedeutender sei der Bericht des Klimaschutzbündnisses, den Schaar heute im Rahmen der Regierungssitzung präsentierte.

So sind die Treibhausgasemissionen in Kärnten im Zeitraum von 2005 bis 2016 zwar um 16,5 Prozent gesunken, in ganz Österreich haben sie in den letzten Jahren jedoch wieder zugenommen. "Der Sektor Verkehr ist beim Erreichen der Klimaziele als Schlüsselsektor zu sehen", so Schaar, die hier auch den Bund in die Pflicht nimmt, seine Hausaufgaben zu machen. Kärnten ist im Energiebereich mit knapp 100 Prozent Anteil an erneuerbaren Energieträgern bei Strom und knapp 64 Prozent bei der Wärme auf einem "sehr guten Weg", der weiter mit diversen Förderprogrammen, wie z.B. dem Programm "Ölkesselfreie Gemeinde und Stadt" sowie der Alternativenergieförderung für öffentliche und gewerbliche Einrichtungen begangen wird, betont Schaar.

Ein Schwerpunkt der Abteilung Umwelt, Energie und Naturschutz des Landes Kärnten liegt im Bereich der Bewusstseinsbildung und Information. "Ein wichtiger Partner ist das Klimabündnis Österreich, das bereits seit 29 Jahren an lokalen Lösungswegen für das globale Problem des Klimawandels arbeitet", so Schaar zum Jahresbericht der Kärntner Regionalstelle.

Ihren Ursprung hat das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Österreichs, das sogar die älteste aktive Klimaschutz-Initiative Europas ist, in Villach. "Kärnten ist hier also Vorreiter und hat frühzeitig erkannt, dass Austausch, Kooperation und Vernetzung bei diesem Thema gefragt sind. So ist das Klimabündnis-Netzwerk kontinuierlich gewachsen und umfasst heute 1.900 Gemeinden in 26 Ländern Europas. Allein in Österreich gibt es 966 Klimabündnis-Gemeinden, 1.136 Klimabündnis-Betriebe und 540 Klimabündnis-Schulen & -Kindergärten", berichtet Schaar. Gemeinsame Ziele sind die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen und der Erhalt des Amazonas-Regenwaldes.

In allen neun Bundesländern ist das Klimabündnis mit Regionalstellen vertreten, um in Gemeinden, Schulen, Kindergärten und Betrieben Sensibilisierungsarbeit zu leisten. "Es geht um Information, Vernetzung und Weiterbildung sowie die Durchführung von Projekten und Kampagnen in den Bereichen Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und Klimawandelanpassung", informiert die Umweltreferentin. Heuer unterstützt das Klimabündnis Kärnten beispielswiese die Kampagne "Ein gutes Leben ist einfach", bei der mittels Plakaten Lust auf einen "nachhaltigen Lebensstil" gemacht werden soll. "Oftmals geht es um einfache, kleine Schritte im Alltag, die aber in Summe einen großen Unterschied ausmachen", so Schaar zur Initiative.

Aktuell sind in Kärnten 59 Gemeinden, 46 Betriebe, 12 Schulen und Bildungseinrichtungen sowie das Land Kärnten und die Diözese Gurk Klimabündnis-Partner. Christian Salmhofer, Geschäftsführer vom Klimabündnis Kärnten: "In Summe fanden im Jahr 2018 in Kärnten mehr als 240 Veranstaltungen mit eine guten Medienpräsenz statt. Durch die Beratung von Gemeinden und Initiativen und unsere vernetzte Zusammenarbeit können wir z.B. immer wieder Fördermittel von Institutionen wie dem Klimafonds, dem Ministerium sowie EU-Projekte nach Kärnten vermitteln."

Ein großer Schwerpunkt war auch 2018 die Bildungsarbeit an Kärntner Schulen. Schaar: "Insgesamt wurden 204 Workshops an Schulen, durchgeführt, die von den Kindern, die unsere Umwelt-Botschafter von morgen sind, mit Begeisterung angenommen wurden. Weiters wurden diverse Schulprojekte unterstützt, wie z.B. die Riesen-Eisblockwette im Bildungszentrum Velden oder ein EU-Projekt zu Fair Trade der HTL Mössinger Straße."

Im Rahmen des Projektes "Klimabündnisarbeit in Gemeinden, Betrieben und Schulen" wurden auch zahlreiche Vorträge abgehalten, u.a. bei Photovoltaik-Informationsabenden und Gemeindeveranstaltungen mit Probefahrten für E-Fahrzeuge. Sensibilisierungsarbeit wurde auch mit Filmvorführungen, Konzerten und mithilfe von Wanderausstellungen geleistet. So wurde die Ausstellung "Klimazeugen aus vier Kontinenten", die auch 2018 wieder durch Schulen und Gemeinden tourte, durch "Klimazeugen vor Ort" ergänzt. Schaar: "Schüler und Studierende haben die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld erarbeitet - in Bezug auf Wintersportaktivitäten oder Tier- und Pflanzenarten." Gut angekommen ist auch die Ausstellung "Das Land, das wir uns nehmen", welche sich mit den Themen Landraub und Flächenverbrauch beschäftigt.

Weitere Highlights des Klimabündnis-Jahres 2018 waren die Teilnahme beim ersten Kärntner Lernfest in Wernberg unter dem Motto "Durch Bildung miteinander wachsen". Die Riesen-Eisblockwette wird aufgrund ihres Erfolges auch heuer wieder im Stadtpark von Spittal an der Drau durchgeführt. "Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine gute Gebäudedämmung ist. Zwei Tonnen Eis aus dem Weißensee werden mit einer 30 Zentimeter starken Passivhausdämmung ummantelt. Nach 100 Tagen werden die Dämmplatten wieder entfernt", berichtet Schaar. "Letztes Jahr war die Überraschung groß, als weit mehr als die Hälfte des Eises, nämlich ca. 62 Prozent, übrig geblieben sind."



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Stirn
Fotohinweis: Büro LR.in Schaar