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Sieben Kälber tot: "Verdachtsmomente umgehend melden!"

28.03.2019
LHStv.in Prettner: Land bietet Unterstützung bei "Überforderung" - Appell an Bevölkerung, Verdacht auf Tiervernachlässigung oder Tierquälerei sofort zu melden


Klagenfurt (LPD). "Wie kann ein Landwirt sieben Kälber verdursten und verhungern lassen?", zeigt sich die Kärntner Landestierschutzreferentin LHStv.in Beate Prettner geschockt über den heute, Donnerstag, bekannt gewordenen Fall im Bezirk Wolfsberg. "Offensichtlich war der junge Mann massiv überfordert. Warum er keine Hilfe angefordert hat, ist unverständlich", so Prettner. Gemeinsam mit Agrarreferent LR Martin Gruber und in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Kärnten ist Prettner gerade im Aufbau eines "Frühe Hilfen"-Projektes: "Wir wollen Tierhaltern, die aus welchen Gründen auch immer in eine Situation geraten, die sie in der Tierhaltung überfordert, unter die Arme greifen und ihnen konkrete Unterstützungsmaßnahmen anbieten", erklärt Prettner. Es könne durchaus passieren, dass jemand in eine persönliche Krise rutsche: Krankheit, psychische Überlastung, Scheidung… es gebe viele Gründe, die es einem schwer machen können, seine Tiere mustergültig zu betreuen. "Keiner dieser Gründe aber rechtfertigt eine Tierquälerei. Sich Hilfe zu organisieren, ist das mindeste", sagt Prettner.

Zudem appelliert die Tierschutzreferentin an die Bevölkerung, Verdachtsmomente von Tierquälerei umgehend den Behörden zu melden: "Wenn es Anzeichen von Vernachlässigung oder Tierquälerei gibt, können wir sofort aktiv werden, Kontrollen durchführen und dann entsprechende Schritte einleiten", betont Prettner. "Doch wir sind hier wirklich auf die Mithilfe der Menschen angewiesen - hinschauen und melden. Wir sind dann zur Stelle." Hinweise bitte an die Tierschutzombudsstelle im Amt der Kärntner Landesregierung (0664 80536 37000) oder an die jeweilige Bezirkshauptmannschaft. Wie die Referentin informiert, werden - durch Personalaufstockung - auch die laufenden Routinekontrollen ausgebaut.

Im Übrigen hat Prettner bei der letzten Landestierschutzreferenten-Konferenz in Bregenz einen Antrag eingebracht, wonach es verurteilten Tierquälern verboten werden soll, künftig ein Tier zu halten. "Anlass meiner Forderung war die Rinderaffäre in Hüttenberg im Jahr 2013. Der verurteilte Landwirte darf unverständlicherweise weiterhin Tiere halten. Das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein", so die Tierschutzreferentin.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm