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Historischer Tag: Psychiatrieneubau nach modernsten Anforderungen

03.04.2019
Spatenstich Neubau "Psychiatrie und Psychotherapie Klinikum Klagenfurt" - 42 Mio. Euro Investition in die Zukunft - LH Kaiser: modernste Versorgung wird umgesetzt - LHStv.in Prettner: historischer Tag, neues Zeitalter für psychische Behandlung beginnt, neue Drogenstation entsteht


Klagenfurt (LPD). Kärnten erhält mit dem heutigen Spatenstich eine Psychiatrie am Klinikum Klagenfurt, die den modernsten medizinischen und therapeutischen Anforderungen entspricht. 42 Mio. Euro investiert die Kabeg in den Neubau. Landeshauptmann Peter Kaiser betonte in seiner Ansprache den erwiesenen engen Zusammenhang von Architektur und Psyche, dem der Neubau nun gerecht wird. Mit dem Neubau erhält Kärnten aber auch eine neue Drogenstation, die die Versorgung für das ganze Land sicherstellt.

"Wohlfühlen für Patientinnen und Patienten aber auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht im Vordergrund. Dazu braucht es klare Strukturen sowohl in der Architektur als auch bei Arbeitsabläufen. Beidem wird der Neubau gerecht", so Kaiser. Der Spatenstich für die neue Psychiatrie seit laut dem Landeshauptmann eine Realisierung der dringendsten Notwenigkeit. "Der Neubau eröffnet neue Methoden in der Behandlung, schafft Vollversorgung mit dem zusätzlichen Bettenausbau in Villach und schafft neuen Platz für die Drogentherapie, der wohl größten Geisel unserer Gesellschaft", erklärte Kaiser.

In Kärnten werde mit dem Neubau ein Gesamtkonzept abgerundet, zumal psychische Erkrankungen bereits an der Tagesordnung stünden. "Wir sind als Verantwortungsträger den Menschen verpflichtet und schaffen nun ein Zentrum, in dem die Behandlung, Heilung und Besserung von Menschen unter modernsten Aspekten erfolgen wird", betonte Kaiser.

Die Gesundheitsreferentin des Landes Kärnten, LHStv.in. Beate Prettner, sah im Spatenstich einen "großen Moment für die medizinische Versorgung im Land". "Ich kann heute von einem historischen Moment sprechen. Der Neubau der Psychiatrie ist zugleich ein Symbol dafür, dass wir in der Psychiatrie in ein neues Zeitalter gehen, was die Behandlungswege, die Vollversorgung im Land, die regionale Betreuung und die medizinischen Strukturen betrifft. Dieser Spatenstich ist aber auch ein großer Moment für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte Prettner. Die Gesundheitsreferentin verwies ebenso auf die Notwendigkeit des Neubaus und der Versorgungsstruktur in Kärnten, der das Projekt "Psychiatrie 2020" zugrunde liegt. Die Entwicklung lege dar, dass jede bzw. jeder Dritte von einer psychischen Erkrankung betroffen sein wird. "Mit dem Bettenausbau in Villach steigern wir zusätzlich die Qualität für die Patienten, die damit wohnortnahe versorgt werden können", wies Prettner hin.

Notwendig wurde der Neubau der Psychiatrie, da das derzeitige Gebäude der am Gelände des Klinikum 1877 errichtet, mehrfach umgebaut und erweitert wurde und nun notwendige Instandsetzungsmaßnahmen auf Grund er überalterten Bausubstanz und Haustechnik mit erheblichen Kosten verbunden gewesen wären. Der ursprüngliche Plan der Generalsanierung wurde verworfen und nach Abwägung der Kosten-Nutzen-Rechnung der Neubau als sinnvollste Variante für das moderne Klinikum in Klagenfurt ins Auge gefasst. Im Dezember 2018 fiel der entsprechende Beschluss im KABEG-Aufsichtsrat.

Nördlich des bestehenden Gebäudes wird die Psychiatrie und das Psychotherapie Klinikum nun errichtet, die vorgesehene Bauzeit wird mit rund drei Jahren beziffert, sodass im Sommer 2022 der Betrieb aufgenommen werden kann. Die Übersiedelung sollte schon Ende 2021 stattfinden, das alte Psychiatriegebäude wird dann abgerissen und die Fläche begrünt.

148 Betten entstehen in der Psychiatrie in Klagenfurt. Es wird ausschließlich wohnlich ausgestattete Zwei-Bett-Zimmer statt den bisherigen Fünf- und Sechs-Bett-Zimmern geben. Getrennte Zugänge für die unterschiedlich zu behandelnden Patienten entsprechen ebenso einem zeitgemäßen Konzept wie die hellen Therapie- und Aufenthaltsräume, die Rückzugsmöglichkeiten auf den Stationen und eine Begegnungszone mit Patientenkaffee. Die Architektur des neuen Gebäudes steht im eindeutigen Zusammenhang mit der Verwendung und soll zugleich zur Gesundung beitragen. Zugleich entsteht die psychiatrische Vollversorgung im LKH Villach durch die Erweiterung auf 96 Betten.

Geplant wurde der Neubau von Hinterwirth Architekten Ziviltechniker OG. Psychiatrie-Primar Herwig Oberlerchner konnte auch Philipp Maier vom Bundesministerium für Tourismus und Nachhaltigkeit beim Spatenstich begrüßen. Denn vom Bundesministerium erhielt das Klinikum die klimaaktiv Planungsurkunde in Gold. Musikalisch umrahmt wurde der Spatenstich von der Band "Sweet Emotion", einer Gruppe aus einem kreativtherapeutischen Projekt der Abteilung für Psychiatrie unter der Leitung von Oberarzt Anton Prodinger.

Den Spatenstich nahmen heute LH Peter Kaiser, LHStv.in Beate Prettner, Klagenfurts Stadtrat Franz Petritz in Vertretung von Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel und der Aufsichtsratsvorsitzenden Michaela Moritz gemeinsam mit dem Krankenhausdirektoren Roland Wolbang, Ferdinand Waldenberger und Bernhard Rauter vor. Weiters anwesend waren der zweite Landtagspräsident Jakob Strauss, LAbg. Stefan Sandrieser, LAbg. Harald Trettenbrein und LAbg. Silvia Häusl-Benz.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Büro LHStv.in. Prettner
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: LPD Kärnten/Helge Bauer