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Zusätzliche Lehrer: Kärnten sieht Bund in der Pflicht

03.04.2019
LH Kaiser: Anstatt Ländern mit Strafzahlungen zu drohen, muss Bund selbst für Reduzierung der "Überhanglehrer" sorgen und "Sonderpädagogischen Förderbedarf" endlich der Realität anpassen


Klagenfurt (LPD). Verärgert zeigt sich Kärntens Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser, aktuell auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, über die jüngste Ankündigung der Bundesregierung, wonach diese von den Ländern deutlich höhere Kostenrückersätze für sogenannte Überhanglehrer (Lehrer die zusätzlich zum vom Bund genehmigten Stellenplan angestellt werden) einfordern will.

"Bevor wir über eine Angleichung der Kostenrückersätze reden, ist der Bund gefordert endlich seine Hausaufgaben zu machen. Jeder zweite Überhanglehrer in Kärnten ist dem gestiegenen sonderpädagogischen Förderbedarf unter den Schülern zuzuschreiben. Und das nur, weil der Bund sich weigert, die in den 90ern angenommene Quote von 2,7 Prozent auf die mittlerweile aktuelle und von Experten bestätigte Zahl von nahezu 5 Prozent an Schülerinnen und Schülern mit besonderem pädagogischen Förderbedarf anzuheben", macht Kaiser deutlich.

In Kärnten seien von insgesamt 376 Überhanglehrer rund die Hälfte dem sonderpädagogischen Förderbedarf von Schülerinnen und Schülern zuzurechnen. 15,5 Millionen Euro zahlt das Land insgesamt für alle zusätzlichen Lehrer, rund acht Millionen also für sonderpädagogischen Förderbedarf. "Mit der neuen Landeslehrer-Controlling-Verordnung würde der Bund den Kärntner Steuerzahlern dann nochmal in etwa 2,5 Millionen Euro abverlangen, anstatt die Summe für die Stellen, die dem gestiegenen sonderpädagogischen Förderbedarf geschuldet sind, entsprechend im Falle Kärntens also um knapp vier Millionen Euro zu reduzieren", erklärt Kaiser.

Zudem könne man schon allein aufgrund der Topographie nicht alle Bundesländer gleich bewerten, hätten bergreiche Bundesländer wie Kärnten oder Vorarlberg schon allein hinsichtlich der Verkehrs- und Schulbusverbindungen ganz andere Voraussetzungen als Flächenbundesländer. "In Summe erscheint die neue Verordnung wenig durchdacht und realitätsfern", resümiert Kaiser.

Wenig abgewinnen kann der Kärntner Landeshauptmann auch dem Plan, wonach in den Mittelschulen keine AHS- und BMHS-Lehrkräfte mehr unterrichten sollen: "Das wäre ein Rückschritt, der die Schülerinnen und Schüler in den Mittelschulen offenbar aus ideologischen Gründen benachteiligen soll!" Kaiser plädiert dafür, die bis dato gelebte Regelung solange beizubehalten, bis die neue gemeinsame Lehrerausbildung dann ohnehin für alle Schulen gleich ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen gewährleistet.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/Stirn