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50 Jahre Wasserverband Mölltal - Gemeinsam kann man Berge versetzen

06.04.2019
LR Fellner: Möllverband ist positives Beispiel für langfristige, nachhaltige Planung in Sachen Hochwasserschutz


Klagenfurt (LPD). "50 Jahre Möllverband, das sind 50 Jahre solidarisch finanzierte Hochwasserschutz-Projekte zum Schutz der Menschen in der Region", so Wasserwirtschaftsreferent Landesrat Daniel Fellner heute, Samstag, anlässlich des Festaktes zum 50-Jahr-Jubiläum im Kultursaal der Gemeinde Flattach. Der Wasserverband wurde als Reaktion auf die großen Hochwasserereignisse 1965/66 gegründet. Um die nach diesem Ereignis offenkundig notwendig gewordenen Verbauungen finanziell stemmen zu können, war die Verbandsgründung zur solidarischen Finanzierung erforderlich. Das große Problem im Mölltal waren die immensen Massen an Schutt und Geröll, welche die Wildbäche in die Möll transportiert haben. Es war von Anfang an klar, dass ohne eine Verbauung der Mölltaler Wildbäche ein Hochwasserschutz an der Möll gar nicht möglich wäre.

"Der Wasserverband Mölltal ist ein gutes Beispiel dafür, dass man gemeinsam im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzen kann - und seien es nur Berge von Schutt und Geröll", so Fellner. Er betonte, dass ihm der Hochwasserschutz in Kärnten ein besonderes Anliegen sei und dass nicht zuletzt deswegen im vergangenen Jahr mit insgesamt 19 Millionen Euro mehr Mittel denn je in den Hochwasserschutz investiert worden seien. Für heuer ist laut Fellner von einer ähnlichen Größenordnung auszugehen.

Der Möllverband, zu dem die Gemeinden Heiligenblut, Großkirchheim, Mörtschach, Winklern, Rangersdorf, Stall, Flattach, Mallnitz, Mühldorf, Obervellach, Reißeck und Lurnfeld gehören, hat ein umfangreiches Aufgabengebiet: Hochwasserschutz an der Möll, Wildbachverbauungen an den Seitenbächen und Lawinenschutzbauten, sowie Steinschlagschutz. Da der Schwerpunkt der Maßnahmen an den Seitenbächen gelegen ist, um die Feststoffe zu binden und Murabgänge zu verhindern, wurde parallel zur Entwicklung des Verbandes auch eine eigene Finanzierung, der sogenannte "Möllschlüssel", beschlossen. Der Möllschlüssel in der jetzigen Form existiert seit 1973. Er regelt die Finanzierung von Bund, Land, Wasserkraftbetreibern und anderen Nutznießern. Er umfasst aber nur die Finanzierung von Maßnahmen an den Wildbächen. Somit ist auch das Besondere an diesem Wasserverband, dass bereits seit den 60er-Jahren eine "Sonderfinanzierung" existiert, die die Gemeinden stark entlastet.

Der derzeitige Schlüssel gilt bis 2025 und lautet: Bund 62,00 Prozent, Land Kärnten 21,00 Prozent, Wasserverband Mölltal 6,80 Prozent, Landesstraßenverwaltung 5,00 Prozent, KELAG 2,80 Prozent, Verbund Hydro Power AG 2,40 Prozent. Basis für diesen Schlüssel ist eine Projektliste, die im Einvernehmen mit allen Gemeinden erstellt wurde. Im Zeitraum von 2011 bis 2025 ist es geplant, zirka 52 Mio. Euro in die Verbauungen an den Wildbächen zu investieren. Das bedeutet einen Landesanteil von zirka 11 Mio. Euro. Zieht man die bereits genehmigten Mittel und Ausgaben ab, bedeutet dies bis 2025 jährlich rund 670.000 Euro an Landesmitteln.

Neben den Maßnahmen an den Wildbächen, werden vom Möllverband auch Verbauungen an der Möll getragen. Neben den jährlichen Instandhaltungsaufwendungen, die sich mit rund 100.000 Euro zu Buche schlagen, wurden auch die großen Schutzprojekte in Großkirchheim, Mörtschach, Tresdorf und Kolbnitz in den vergangenen Jahren mit einem Aufwand von 4,5 Mio. Euro finanziert. "Derzeit in Umsetzung befindet sich der Hochwasserschutz in Möllbrücke/Lurnfeld mit einer Kostenerfordernis von rund 3,9 Mio. Euro. Künftige Schwerpunkte werden Rangersdorf und Obervellach sein", berichtete Fellner.

Im Zuge der Umsetzung der EU-Hochwasserrichtlinie wurden im Mölltal sieben sogenannte "signifikante Hochwasserrisikogebiete" ausgewiesen. Auch bei der Umsetzung der Hochwasserrichtlinie war der Möllverband Vorreiter: Bereits im Jahr 2011 wurde mit Unterstützung des Möllverbandes ein Pilotprojekt zur Umsetzung des Hochwasserrisikomanagementplanes abgewickelt, das heute noch die Basis für alle Risikomanagementpläne in Österreich darstellt.



Rückfragehinweis: Büro LR Fellner
Redaktion: Fischer/Böhm