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Weltgesundheitstag: Kärnten wird herzsicherste Region Österreichs

06.04.2019
LHStv.in Prettner: Defibrillatoren retten Leben - Bereits 72 rund um die Uhr zugängliche Defisäulen installiert - Förderungsmodell des Landes soll Zahl verdoppeln


Klagenfurt (LPD). "In Österreich sterben jährlich mehr als 12.000 Österreicher an einem plötzlichen Herztod - womit das die Todesursache Nummer eins ist. Nur fünf Prozent überleben die plötzliche Herzattacke. Viele Todesfälle wären vermeidbar, wenn unmittelbar Hilfe vor Ort wäre, denn gerade bei einem Herzinfarkt zählt im wahrsten Sinne des Wortes jede Minute. Jede Minute reduziert sich die Überlebenschance um sieben bis zehn Prozent", erklärt Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Samstag, anlässlich des morgigen Weltgesundheitstages. Mehr als 600 Defibrillatoren befinden sich in Kärnten in Schulen, Banken, Vereinshäusern, Gemeindeämtern. "Allerdings hält sich ein Herzinfarkt nicht nach den Öffnungszeiten von Schulen und Ämtern", so Prettner. Um Defis rund um die Uhr zugänglich zu machen, wurde das Projekt der so genannten Defi-Säulen gemeinsam mit dem Roten Kreuz, Ernst Motschilnig von Cardioangel Austria und dem Gesundheitsland Kärnten aus der Taufe gehoben.

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte am 21. November 2017 in St. Veit: Dort wurde die erste öffentliche Defi-Säule errichtet. "Seither sind 71 weitere quer durch Kärnten hinzugekommen. Zudem wurden mehrere Defis, die bislang innerhalb von Gebäuden waren, an die Außenwände installiert", informiert Prettner. Die "Lebensretter" sind mit GPS ausgestattet und haben eine Direktverbindung zur Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes. "Ersthelfer können die Überlebenschancen eines Menschen mit den Defibrillatoren mit nur wenigen Handgriffen erheblich steigern. Diese Handgriffe werden elektronisch angeleitet", so Prettner. Zusätzlich lädt das Rote Kreuz immer wieder zu kostenlosen Defi-Kursen ein.

Erklärtes Ziel sei es, die Zahl der Defi-Säulen auf 150 zu verdoppeln. "Um diese Zahl so rasch wie möglich zu erreichen, haben wir ein Förderungsmodell für Gemeinden entwickelt. Zusätzlich fördern wir mobile Defibrillatoren, sofern sie frei zugänglich sind. Finanziell unterstützt wird auch die Ausrüstung von First Respondern", betont Prettner. Und zum "Drüberstreuen" werde Vereinen, wie zuletzt dem Kärntner Eishockeyverband, bei der Anschaffung von Defis unter die Arme gegriffen.

Wie die Gesundheitsreferentin erklärt, habe Kärntens herzsichere Offensive bereits bis nach Deutschland für Schlagzeilen gesorgt: "Wir haben schon Anfragen von mehreren Großstädten in Deutschland, sie wollen unsere Maßnahmen übernehmen. Das heißt: Das herzsichere Kärnten macht Schule."



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm