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Klagenfurt wird Standort von drei Alpen-Adria-Sekretariaten

18.04.2019
LH Kaiser berichtet in nächster Regierungssitzung - Alpen-Adria-Raum lebt Europa und Nachbarschaft


Klagenfurt (LPD). Kärnten sieht seine Lage inmitten des Alpen-Adria-Raums als große Chance - die das Bundesland auch aktiv und zielgerichtet nutzt. In Klagenfurt wird es daher bald drei Sekretariate geben, welche die Kooperation im Alpen-Adria-Raum mit drei unterschiedlichen Zugängen vorantreiben wollen. Darüber wird Landeshauptmann Peter Kaiser in der Regierungssitzung am Dienstag berichten. Zum bereits bestehenden Generalsekretariat der Alpen-Adria-Allianz sollen ein permanentes Sekretariat der Alpen-Adria-RektorInnenkonferenz (AARC) und ein gemeinsames Sekretariat im Rahmen des Netzwerks "New Alpe-Adria Network of Chambers" (NAAN) dazukommen.

"Der italienische Schriftsteller Claudio Magris hat den Alpen-Adria-Raum als Kristallisationspunkt der europäischen Integration bezeichnet. Das ist mehr als nur treffend ausgedrückt. Nach den schrecklichen Kriegen und Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts hat man hier erfolgreich den Wandel von der Konfrontation zur Kooperation gestaltet", so Kaiser. Neben den Alpen-Adria-Initiativen verweist der Landeshauptmann auch auf die erfolgreiche grenzüberschreitende Kooperation im Rahmen der EU. "Im Alpen-Adria-Raum wird Europa, wird Nachbarschaft gelebt. Das sprichwörtliche An-einem-Strang-ziehen ist hier keine leere Worthülse", so Kaiser.

Das Generalsekretariat der Alpen-Adria-Allianz ist beim Amt der Kärntner Landesregierung eingerichtet und wird von Thomas Pseiner geleitet. Die Allianz ging 2013 aus der 1978 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria hervor. Die zwölf Mitglieder sind drei österreichische Bundesländer, sieben kroatische Gespanschaften, der Gemeindebund der Republik Slowenien und ein ungarisches Komitat. Kärnten führte von 2013 bis Ende 2017 den Vorsitz des Netzwerkes, das bisher 209 gemeinsame Projekte in Kunst und Kultur, Sport, ländliche Entwicklung und Kulturerbe, Inklusion, Höhere Bildung, Lebenslanges Lernen, Katastrophenschutz und Gesundheitsvorsorge genehmigt hat. Konkret werden auch Vorbereitungsarbeiten für EU-Projekte gefördert.

Die Alpen-Adria-RektorInnenkonferenz (AARC) wurde 1979 in Graz gegründet und wird heuer 40 Jahre alt. Sie bildet derzeit einen Zusammenschluss von rund 40 Universitäten und Hochschulen von Bayern bis Albanien, die sich der wissenschaftlichen, kulturellen und zukunftsorientierten Kooperation verschrieben haben. 2007/2008 sowie 2015 bis 2016 hatte die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (AAU) den Vorsitz inne. Cristina Beretta ist seit 2013 im wissenschaftlichen Komitee aktiv. Nunmehr wurde beschlossen, das Sekretariat permanent an der AAU anzusiedeln.

Das 2007 gegründete Netzwerk "New Alpe-Adria Network of Chambers" (NAAN) setzt sich derzeit aus insgesamt neun Handels-, Handwerks- und Gewerbekammern aus Kärnten, der Steiermark, Slowenien, Friaul-Julisch Venetien, dem Veneto sowie aus den kroatischen Gespanschaften Istrien und Primorje-Gorski kotar zusammen. Ziel ist die strategische Kooperation bezüglich wirtschaftlicher Zusammenarbeit bei Infrastruktur, Transport, Tourismus und Digitalisierung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Alpen-Adria-Raums zu steigern. "Darüber hinaus wollen wir langfristig eine EU-Makro-Region für den Alpen-Adria-Raum mit verbesserten grenzüberschreitenden Förderungen schaffen", betont Kärntens Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl. Auch gemeinsame Ausbildungsprogramme, wie etwa zur interregionalen Lehrlingsausbildung, werden priorisiert. Das gemeinsame Sekretariat ist nun in der Abteilung "Außenwirtschaft und EU" der Wirtschaftskammer Kärnten unter Leitung von Meinrad Höfferer eingerichtet.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm