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Noch mehr Entlastung für Familien: Kärntner Kinder-Stipendium wird erhöht

30.04.2019
LH Kaiser: Über 1.200 Kinder mehr in Betreuung als zum Start der treffsicheren Initiative - KO Malle: Kinder-Stipendium ist auch Standortfaktor - Bgm. Scherwitzl: Auch Gemeinden profitieren


Klagenfurt (LPD). Das Kärntner Kinder-Stipendium wird von 50 Prozent des durchschnittlichen Elternbeitrages auf 66 Prozent angehoben. Ab September 2019 ersparen sich Kärntner Familien also jährlich zwischen 308 und 1.507 Euro an Betreuungskosten. Darüber informierte heute, Dienstag, Kinderbetreuungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit Klubobmann Markus Malle und stellvertretenden Klubobmann Bürgermeister Andreas Scherwitzl in einer Pressekonferenz. Den passenden Rahmen dafür bot der Kindergarten Magdalensberg, wo die "Eulengruppe" alle herzlich willkommen hieß. Ziel ist es, Kärnten zur kinderfreundlichsten Region Europas zu machen. Und eine Evaluierung des Kinder-Stipendiums hat schon einen positiven Aspekt zutage gefördert: Derzeit besuchen um über 1.200 Kinder mehr eine Betreuungseinrichtung als bei Start der Initiative im September 2018.

Für Kaiser zeigt die Steigerung an Kindern in Betreuung die Treffsicherheit des Kinder-Stipendiums. "Ja, es hat auch in Kärnten Familien gegeben, die ihre Kinder aus finanziellen Gründen nicht in Betreuung geben konnten", sagte er. Durch das Kinder-Stipendium haben laut Kaiser aber auch viele von der Halbtags- in die Ganzstagsbetreuung gewechselt. Es sei also nicht nur eine finanzielle Entlastung für die Eltern, es entlaste sie auch in Bezug auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes. "Im Mittelpunkt steht für uns aber, allen Kindern die bestmögliche elementarpädagogische Betreuung zu ermöglichen", so Kaiser.

Dem Landeshauptmann geht es darum, allgemein die Qualität in der Elementarpädagogik weiter zu heben. Bis 2020 solle ein entsprechendes Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz fertiggestellt sein. Wesentliche Rolle werde dabei auch der Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF-Kriterien) spielen. Kaiser wiederholte in der Pressekonferenz zudem seine Forderung an die Bundesregierung nach einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr. Dass man in Kärnten speziell bei den Null- bis Dreijährigen noch großen Bedarf an Betreuungsplätzen habe, insbesondere im Zentralraum, verhehlte der Landeshauptmann nicht. Am Ziel Beitragsfreiheit (bezogen auf den durchschnittlichen Elternbeitrag) wolle man weiterhin festhalten. "Es ist aber ein Erfahrungsprozess, den wir gründlich und mit Weitblick durchführen wollen", sagte er. Einen "Wermutstropfen" gibt es laut Kaiser: So habe es "im Schlagschatten" des Kinder-Stipendiums in 15 von 498 Betreuungseinrichtungen exorbitante Beitragserhöhungen von teils über zehn Prozent gegeben.

Für Malle ist gut funktionierende und leistbare Kinderbetreuung - und damit auch das Kärntner-Kinderstipendium - ein Standortfaktor für Kärnten - insbesondere in Hinblick auf die demografische Entwicklung. Er meinte, dass man mit dieser Initiative auch der Bevölkerungsabnahme in den Gemeinden entgegenwirken könne. "Wichtig ist es uns aber, dass Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wissen und bezüglich Kinderbetreuung vor keinen finanziellen Hürden stehen", so der Klubobmann. Als wichtigen Punkt hob er zudem die ermöglichte und vom Land unterstützte Tageselternbetreuung in Betrieben hervor. 19 Betriebe würden diese bereits nutzen, 44 Betriebstagesmütter gebe es derzeit in Kärnten. "Wir haben da aber noch viel Potenzial für den Ausbau", ist Malle überzeugt. Im Zuge des Kinder-Stipendiums wurde laut Malle aber auch die Förderung von gesundem Essen in den Fokus gerückt. Bei Bereitstellung von regionalen, biologisch wertvollen Produkten könne nunmehr ein maximaler Essensbeitrag von 75 Euro im Monat eingehoben werden.

Scherwitzl ergänzte, dass das Kinder-Stipendium vor allem auch für die Gemeinden ein Standortfaktor sei. Die Gemeinde Magdalensberg wachse zum Beispiel um 40 Einwohner pro Jahr. "Unsere Kinderbetreuungseinrichtungen sind der Schlüssel dafür", so der Bürgermeister. Für die zwei Gruppen in der Kindertagesstätte (30 Kinder), vier Kindergartengruppen (104 Kinder) und Hortgruppen mit 86 derzeit Kindern wende die Gemeinde 300.000 Euro auf. Kinderbetreuung sei auch ein Arbeitsplatzfaktor, so seien in seiner Gemeinde 22 Elementarpädagoginnen und vier Personen in der eigenen, regional einkaufenden Küche beschäftigt, so Scherwitzl.

Laut dem Landeshauptmann haben im September 2018, also beim Start des Kinder-Stipendiums, insgesamt 17.016 Kinder 498 verschiedene elementarpädagogische Einrichtungen besucht. Davon wurden 7.667 Kinder in öffentlichen Betrieben und 9.349 Kinder in privaten Einrichtungen betreut. Halbtags waren es 9.189 und ganztags 7.827 Kinder. Der Gesamtaufwand des Landes für das Kinder-Stipendium betrug im September 2018 rund 746.000 Euro. Im März 2019 haben laut Kaiser bereits insgesamt 18.252 Kinder - also um 1.236 Kinder mehr - die nunmehr 515 elementarpädagogischen Einrichtungen besucht. Davon wurden 8.013 Kinder (+346 gegenüber Sept. 2018) in öffentlichen Einrichtungen und 10.239 Kinder (+890) in privaten Einrichtungen betreut. Von ihnen waren 9.514 Kinder (+325) in Halbtags- und 8.738 Kinder (+911) in Ganztagsbetreuung. Im März 2019 hat das Land für das Kinder-Stipendium rund 836.000 Euro aufgewendet.

Eltern von drei- bis vierjährigen Kindergartenkindern ersparen sich künftig bei Halbtagsbetreuung 616 Euro im Jahr (bisher 473 Euro) und bei Ganztagsbetreuung 913 Euro im Jahr (bisher 693 Euro). Bei Fünfjährigen, die das letzte verpflichtende Kindergartenjahr besuchen, beträgt die jährliche Ersparnis 308 Euro (bisher 231 Euro). Bei Null- bis Dreijährigen in Kindertagesstätten und Kinderkrippen beträgt die jährliche Ersparnis bei Halbtagsbetreuung 1.012 Euro (bisher 770 Euro) und bei Ganztagsbetreuung 1.507 Euro (Bisher 1.155 Euro). Sind Kinder bei Tagesmüttern oder Tagesvätern in Betreuung, bedeutet es für die Familie eine Ersparnis von 616 Euro im Jahr (bisher 473 Euro). Für die Eltern entsteht dabei kein Aufwand, das Kinder-Stipendium wird direkt von den Betreuungskosten abgerechnet.

Infos unter www.ktn.gv.at/kinderstipendium



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD Kärnten/Just