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POLITIK

Enquete im Bundesrat zum Schutz des Trinkwassers

08.05.2019
Experten und Expertinnen einig: Sie weisen bei der heutigen Enquete des Bundesrates in Wien auf Auswirkungen des Klimawandels hin und fordern konkrete Maßnahmen - Prettner-Appell: Wir brauchen revolutionäre Ansätze


Klagenfurt (LPD). Im Großen Redoutensaal in der Wiener Hofburg fand heute eine ganztätige Enquete zum Thema "Trinkwasser schützen und sichern" unter dem Vorsitz von Bundesratspräsident Ingo Appé statt. Für ihn stelle der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht dar, betonte Appé.

Im Rahmen der Enquete verwies LHStv.in Beate Prettner auf die zentrale, gesellschaftliche Bedeutung des Wassers: "Wir brauchen revolutionäre Ansätze und Ideen um dieses wichtige Element auch in Zukunft zu schützen, sonst werden zukünftige Generationen nicht überleben können". Bekenntnisse zum Wasserschutz seien nicht genug und es gelte, alle privatrechtlichen Interessen der Daseinsvorsorge unterzuordnen und Konfliktpotentiale erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Kärnten habe in den letzten 30 Jahren vorausschauend agiert und in diesem Zeitraum 3 Milliarden Euro in die Abwasserentsorgung und Wasserversorgung investiert. "Mit dem in Kärnten verbauten Leitungen könnten wir eine Distanz bis nach Saudi Arabien zurücklegen - 4.500 Kilometer Leitungen umfasst das Kärntner Wassernetz", so Prettner und weiter: "Der Aufwand, um diese hohe Qualität sicher zu stellen, ist hoch und mit ständigen Kontrollen verbunden und keine Selbstverständlichkeit, das darf nicht vergessen werden!"

Das Thema des Wasserzugangs könne außerdem nicht auf lokaler Ebene gelöst werden - hier sei die Europäische Union gefordert, an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten. "Ein Drittel der Weltbevölkerung hat keinen regelmäßigen Zugang zu qualitativ hochwertigem Wasser und lebt mit sozialen Konflikten", gibt Prettner zu Protokoll, "der Klimawandel wird diese Situation zusätzlich weltweit verschärfen."

Experten und Expertinnen der Konferenz waren sich einig: Die Sommer werden trockener, während die Winter immer nasser werden - doch nicht überall im selben Verhältnis. Der Süden und Norden Österreichs und Europas werde im Vergleich zum Osten und Westen mit weniger natürlichen Wassermengen auskommen müssen.

Für Bundesratspräsident Ingo Appé ist klar, dass der Schutz und die Sicherung der Wasserressourcen im Sinne der nächsten Generation oberste Priorität haben müsse. Kärnten arbeite daher bereits an der Umsetzung der Wassercharta, in der die öffentliche Wasserversorgung und Daseinsvorsorge oberste Priorität habe. Der Handel mit Wasser und private Interessen seien dem unterzuordnen, so Prettner und Appé.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Hafner/Robitsch
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner