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Turnen für die Demokratie

10.05.2019
LH Kaiser eröffnete "demokratischen Fitnessparcours" im Europapark - Demokratie muss täglich neu erarbeitet werden


Klagenfurt (LPD). Der Europapark wurde im Jahr 1967 zum Zeichen der Weltoffenheit Klagenfurts angelegt. Seit heute, Freitag, wird er bis 18. Juni als Fitnessparcours genutzt, denn er ist Schauplatz der interaktiven Installation "Haltung üben - Demokratischer Fitnessparcours im Europapark Klagenfurt". Eröffnet wurde das Projekt des Universitätskulturzentrums von Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser.

Bei der offiziellen Inbetriebnahme der Pumpstation für die "Göttin der Demokratie" sagte der Landeshauptmann, dass hier kollektive Muskelkraft gefordert sei und man auf tatkräftige Mithilfe der Kärntnerinnen und Kärntner hoffe. Er sehe das aber nicht nur als Kunstereignis. "Schließlich ist das Gut der Demokratie etwas kostbares, es muss täglich neu erarbeitet werden", zitierte Kaiser den deutschen Sozialphilosophen Oskar Negt. Der Landeshauptmann verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Wichtigkeit, an Wahlen teilzunehmen und appellierte an alle Kärntnerinnen und Kärntner, bei der EU-Wahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Friedensforscher Werner Wintersteiner erklärte den historischen Zusammenhang der Installation. Demokratie beginne nicht mit freien Wahlen, sondern wenn Menschen - von denen man es nicht will - den Mund aufmachen. "Gerade heute sind Optimismus und Aufbruchsstimmung besonders wichtig", so Wintersteiner, der die Österreichische Bundesregierung kritisierte: "Es gibt eine Kulturrevolution von rechts außen, man versucht die Sprech- und Denkweise zu beeinflussen. Die Demokratie ist nie ein erreichter Zustand, sondern eine immerwährende Herausforderung, sie ist dann in Gefahr, wenn rechte Angriffe mit allgemeiner Gleichgültigkeit gepaart sind. Daher müssen wir (Widerstands)Haltung zeigen."

Für die musikalische Umrahmung sorgten Richard Klammer (Posaune und Trompete), Jozej Sticker (Harmonium) und Manfred Plessl (Violine, Tenorhorn).

Der "demokratische Fitnessparcours" besteht aus zwei Teilen und 16 Stationen. Das monumentale Objekt wurde vom Künstlerduo Zweintopf, bestehend aus Gerhard und Eva Pichler, geschaffen und versteht sich als Hommage an die "Göttin der Demokratie", die im Mai 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking aufgestellt und im Zuge der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste zerstört wurde. Das Publikum ist aufgefordert, der aufblasbaren Nachbildung der Freiheitsstatue mittels kollektiver Muskelkraft ständig neues Leben einzuhauchen. In einem Skulpturenpark interpretiert Jani Oswald die Steinplastiken als Fitnessgeräte und animiert mit zwei- oder mehrsprachigen Texten zu "geistigen Turnübungen".


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD Kärnten/Helge Bauer


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