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Notfallplan für Kärntner Seedruckleitungen

17.05.2019
LR Fellner: Studie beleuchtete Risiko der Druckleitungen in Kärntner Seen - Darauf aufbauend wurde vom Wasserverband Ossiacher See ein Musternotfallplan entwickelt, der als Leitfaden für alle Betreiber von Seedruckleitungen fungieren wird


Klagenfurt (LPD). Man stelle sich vor, eine Abwasserdruckleitung im Ossiacher See bekommt während der Badesaison ein Leck oder bricht und Abwasser tritt aus. Das kann negative Auswirkungen auf die Hygiene wie auch auf das Image als Tourismusland haben. Selbst dann, wenn die Zahlen besagen, dass pro Jahr eine Million Kubikmeter Abwasser durch den Ossiacher See fließt und der gesamte See ein Volumen von 206 Millionen Kubikmeter Wasser hat, sprich, die Auswirkungen eines temporären Wasseraustritts aus der Abwasserdruckleitung laut Experten überschaubar wären. Übrigens kann dieses Verhältnis grob auch auf alle anderen Kärntner Seen umgelegt werden.

"Als Referent für Wasserwirtschaft wie auch für den Katastrophenschutz bin ich trotzdem immer sehr froh, wenn bereits im Vorfeld darüber nachgedacht wird, wie solche Szenarien vermieden werden können", so Landesrat Daniel Fellner heute, Freitag, im Rahmen der Präsentation des Notfallplans für Seedruckleitungen im Verwaltungszentrum der Kärntner Landesregierung.

Im Jahr 2015 wurde im Auftrag des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich, jetzt Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, von der Universität für Bodenkultur Wien und dem Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften, eine Risikobewertung von Druckleitungen der Siedlungswasserwirtschaft in österreichischen Seen erarbeitet. Die Studie wurde unter finanzieller Mitwirkung der Länder Kärnten, Oberösterreich und Salzburg erstellt und wurde in enger Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen der betroffenen Länder und den Betreibern von Seedruckleitungen ausgearbeitet.

Ab Beginn der 1970-er Jahre wurden in einigen Kärntner Seen im Zuge des Baus der Abwasserleitungen für die Seegemeinden, Seedruckleitungen errichtet. Dies war unter anderem deswegen notwendig geworden, nachdem die Seen in den 1960er Jahren massiv verschmutzt waren. Die betroffenen Kärntner Seen sind der Pressegger See, Keutschacher See, Wörthersee, Ossiacher See, Weißensee, Faaker See und Millstätter See mit insgesamt 72,5 Kilometer Abwasserdruckleitungen.

Meist wurden diese Leitungen als Einzelleitungen ausgeführt. In manchen Fällen wurden nachträglich parallele Leitungen verlegt, die jedoch eher für den Zweck der ausreichenden hydraulischen Dimensionierung und weniger zur Abdeckung von Notfällen dienen. Mittlerweile haben viele dieser Leitungen ein Alter von knapp 50 Jahren erreicht, was der durchschnittlichen Nutzungsdauer von Leitungen entspricht. Wissenschaftliche Untersuchungen der jüngeren Vergangenheit haben allerdings gezeigt, dass die in Betrieb befindlichen Seedruckleitungen eine Lebensdauer von weit mehr als 50 Jahren erwarten lassen. Dennoch lässt sich ein gewisses Restrisiko für Schäden mit Folgewirkungen für Umwelt und vor allem für das Tourismusland Kärnten nicht wegleugnen.

Die Studie hatte das Ziel, auf Basis einer IST-Zustandsbewertung die vorhandenen Risiken festzustellen, anhand von Risikomaßzahlen zu bewerten und Maßnahmen vorzuschlagen, dieses Risiko wesentlich zu reduzieren. Aufbauend auf die Ergebnisse der Studie wurde der Wasserverband Ossiacher See in Form eines Pilotprojektes beauftragt, einen Musternotfallplan zu erstellen. Dieser Notfallplan wurde mit den Vertretern der Fachabteilungen des Landes und den Betreibern inhaltlich diskutiert, angepasst und wird nun an die Betreiber von Seedruckleitungen als Leitfaden für die Erstellung eigener Notfallpläne übergeben werden.

Die Erstellung des Musternotfallplanes des Wasserverbandes Ossiacher See wurde aus Mitteln des Landes Kärnten mitfinanziert.
Wesentlicher Bestandteil dieses Musternotfallplanes ist ein Verständigungsplan, der im Ernstfall dazu dienen soll, das Zusammenspiel aller Organisationseinheiten zu optimieren. Damit wird eine rasche Kommunikation sichergestellt, um das eingetretene Schadensausmaß möglichst gering zu halten.

"Mit dem vorliegenden Notfallplan, der eine perfekte Vorlage für alle Betreiber darstellt, wird das Risiko von Seedruckleitungen in den Kärntner Seen noch einmal wesentlich reduziert werden", so Fellner abschließend.



Rückfragehinweis: Büro LR Fellner
Redaktion: Fischer/Stirn