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Städtepartnerschaft zwischen Seeboden und Saijo

26.05.2019
LH Kaiser bei Vertragsunterzeichnung im Bonsaimuseum am Millstättersee - 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Japan und Österreich


Klagenfurt (LPD). Die Marktgemeinde Seeboden ist eine Partnerschaft mit der japanischen Stadt Saijo eingegangen. Der Vertrag wurde gestern, Samstag, im Beisein von Landeshauptmann Peter Kaiser unterzeichnet. Würdiger Rahmen dafür war das Bonsaimuseum von Dorothea und Günther Klösch in Seeboden. Damit hat Seeboden als erste Kärntner Gemeinde eine solche Bande mit einer japanischen Stadt geknüpft.

"Saijo ist die Stadt des Wassers, was für diese Partnerschaft nicht besser passen könnte: Seeboden liegt am Millstättersee und unser Bundesland kann auf rund 1.200 stehende und 8.000 fließende Gewässer verweisen", sagte der Landeshauptmann. Auch sei der Zeitpunkt perfekt gewählt - zum 150-Jahr-Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Japan sowie im ersten Jahr des Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan. Außerdem sei Japan aus der Sicht Österreichs der zweitgrößte Handelspartner.

Kaiser blickte zurück auf die ersten Kontakte Österreichs zu Japan, die im Rahmen einer kaiserlichen Ostasienexpedition im Jahr 1868 geknüpft worden seien. Von Triest aus seien zwei Schiffe gestartet, beladen mit einer lebensgroßen Statue von Kaiser Franz Joseph aus Carrara-Marmor und einem Bösendorfer-Konzertflügel, als Gastgeschenk an den japanischen Kaiser Meiji. "So wurde schließlich der Freundschafts- und Handelsvertrag 1869 mit Kunst und Kultur gefestigt", sagte Kaiser.

Besonders erfreut zeigte sich der Landeshauptmann und Sportreferent, dass Kärntner Sportler im Rahmen der Olympischen Spiele 2020 in Japan bei Freunden gut aufgehoben sein würden, da Saijo offizielle Gastgeberstadt für die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sei. "Der Partnerschaftsvertrag bewirkt, dass Menschen zusammenkommen, dass man Vielfalt genießt und merkt, dass es etwas Verbindendes gibt. Ich wünsche mir einen Tag vor der EU-Wahl, dass er ewig hält", so Kaiser.

"Erste Kontakte mit Saijo hat es bei einer Begegnung hier im Bonsaigarten gegeben und daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt", berichtete Bürgermeister Wolfgang Klinar. Eine Reise im Jahr 2018 nach Japan habe dann deutlich gemacht, wie viele Gemeinsamkeiten bestehen würden, so beispielsweise bezüglich Landschaft oder Wesen der Menschen. Aktuell gebe es 29 Partnerschaften zwischen Japan und Österreich. Der Vertrag von Seeboden wäre die 30. Partnerschaft in Österreich und die erste in Kärnten. "Seeboden ist weltoffen, durch diese Partnerschaft wollen wir voneinander lernen, ein Zeichen des Miteinanders setzen und damit einen Beitrag zum Weltfrieden leisten", sagte der Bürgermeister.

Toshihisa Tamai, der Bürgermeister von Saijo, freute sich sehr, dass die Freundschaft zwischen Saijo und Seeboden besiegelt werde. "2019 ist ein sehr bedeutungsvolles Jahr: Wir feiern 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Japan und Österreich, außerdem ist die Ära von Japans Kaiser Akihito nach dreißig Jahren zu Ende gegangen und die neue Ära seines Sohnes Naruhito hat begonnen", so der Bürgermeister. Er berichtete, dass Saijo 2020 bei den Olympischen Sommerspielen und den Paralympics in Tokio, die offizielle Gastgeberstadt für die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein werde. "Ich hoffe, dass unsere Freundschaft Stück für Sück erweitert wird", so Tamai.

Der japanischen Botschafter Kiyoshi Koinuma verwies auf die guten diplomatischen Beziehungen, die mittlerweile seit 150 Jahren zwischen Japan und Österreich bestehen würden. Er dankte allen am Entstehen dieses Vertrags Beteiligten und hob dabei ganz besonders Günther Klösch mit seiner leidenschaftlichen Begeisterung für seinen Bonsaigarten hervor. Klösch habe sogar die sehr hohe japanische Auszeichnung - den Orden der aufgehenden Sonne mit den goldenen und silbernen Strahlen - bekommen.

Durch die Veranstaltung führte Tourismuschef Hellmuth Koch. Unter den zahlreichen Gästen waren der Bürgermeister von Spittal, Gerhard Piri, und Schisprung-Renndirektor Walter Hofer.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD Kärnten/Günther Steinacher