News

POLITIK

Regierungssitzung 3: Land beschließt Maßnahmen zur Standortverbesserung

04.06.2019
LH Kaiser, LR Gruber: Einheitliche Dachmarkenstrategie soll Kärnten international besser positionieren - Land wendet sich an neue Bundeskanzlerin - Abstimmung über zahlreiche anstehende Projekte mit neuer Regierung notwendig


Klagenfurt (LPD). Die Regierungskoalition beschloss heute, Dienstag, zahlreiche Maßnahmen, die die Standortqualität Kärntens und damit die Wirtschaftsentwicklung des Landes wesentlich verbessern und Kärnten international entsprechend seinen Voraussetzungen als Industrie-, Tourismus-, Technologie- und Forschungsregion besser positionieren soll. Die Vorgaben sind bereits erfolgt, Kärnten muss unter einer Dachmarke auf den Märkten auftreten, Subtitel werden auf die einzelnen Kompetenzen des Landes hinweisen.

"Wir befinden uns in einem ständigen Austausch mit dem Koalitionspartner und den Sozialpartnern und sind trotz der vielen Einzelabstimmungen zügig dabei, das Standortmarketing für Kärnten auf neue, effiziente und vor allem zielorientierte Beine zu stellen", sagte Kaiser nach der Regierungssitzung. Daher habe man sich in der Koalition auch darauf geeinigt, dass die Kärnten Werbung einen entsprechenden Dachmarkenprozess einleitet. "Der Schriftzug Kärnten steht außer Streit. Ab Oktober sollten dann in unseren Zielmärkten die entsprechenden Botschaften abgefragt werden. Das ist notwendig, um festzustellen, dass Kärnten auch das richtige Echo in den Zielmärkten findet", erläuterte Kaiser.

Zudem werde laut Kaiser auch eine Landingpage von der Kärnten Werbung parallel zum Dachmarkenprozess eingerichtet. "Entscheidend am Ende des Tages ist eine Dachmarke, eine Landingpage und eine Dachmarkenstrategie für unser Land, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben", fasste Kaiser zusammen.

Auch Landesrat Martin Gruber betonte die Wichtigkeit eines einheitlichen Standortmarketings. "Es ist der richtige Schritt, die Kärnten Werbung mit der Erstellung des Dachmarkenprozesses zu beauftragen, um unseren Standort weiter zu entwickeln. Dort liegt die Expertise, dort ist das Know How", so Gruber. Gruber erklärte auch, dass der gesamte Prozess, das Standortmarketing zu entwickeln, zügig voranschreitet und man im Herbst in die konkrete Umsetzung gehen werde. Auch die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern brauche diesbezüglich seine Zeit.

Ein weiterer Beschluss, der den Standort Kärnten näher an den Spitzenbereich Europas bringen sollte, war die siebenköpfige Besetzung des Forschungs- und Wissenschaftsrates mit "Personen, die keine Geschäftsbeziehung mit Kärnten haben. Der Rat wird Kärnten am Weg an die Spitze Europas als Hochtechnologieland fachlich begleiten", betonte Kaiser. Folgende Mitglieder werden dem Forschungs- und Wissenschaftsrat angehören: Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel (nominiert durch Austrian Council); Prof. Dr. tech. Dipl.Ing. Wolfgang Nejdl, Univ. Prof. Dipl.Ing. Dr. Gerhard Sorger, FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner (alle nominiert durch die Kärntner Hochschulkonferenz); o.Univ. Prof. Dr. Josef Glössl (nominiert durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, FWF); Mag.a Edeltraud Stiftinger (nominiert durch die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft, AWS); Dr. Klaus Pseiner (nominiert durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, FFG).

Ebenso standortentscheidend ist die Kinderbetreuung eines Landes. In der heutigen Regierungssitzung wurde daher die nächste Etappe des Kinderstipendiums beschlossen. "Jedes Kind soll einen Betreuungsplatz haben, unabhängig von der Einkommenssituation der Eltern. Wir steigern die Entlastung der Eltern von durchschnittlichen 50 % auf 66 %. Die Ersparnis pro Kind und pro Jahr beträgt dadurch zwischen 231 und 1650 Euro. 11,5 Mio. Euro wird das Land dafür im Jahr 2020 aufwenden", so Kaiser. Auch das Kinderbetreuungsgesetz werde laut Kaiser novelliert, um auf geänderte Arbeitszeiten, auf die Unterschiede der Betreuung in Städten und im ländlichen Raum sowie die Einrichtung von Tagesmüttern in Betrieben eingehen zu können.

In einem eigenen Brief wendet sich das Land Kärnten nun an die neue Bundeskanzlerin, berichtete Kaiser weiter. "Es ist eine Abstimmung in Bezug auf sämtliche offenen Projekte und die damit verbundenen nächsten Schritte notwendig. Wir haben diese in allen Abteilungen erhoben und eine Liste und den jeweiligen Status erstellt", sagte Kaiser. Als Beispiele nannte der Landeshauptmann die Umsetzung der Gustav-Mahler-Universität, für die noch Unterschriften nötig seien. Außerdem gehe es um die Finanzierung des Silicon Alps Clusters, das Bundesjugendsingen 2020 in Kärnten, die Special Olympics in Villach, die Stadthalle in Villach, die Renovierung des Sportstadions in Spittal oder die Abstimmungsspende. "Alle Projekte brauchen Vorlaufzeiten, daher benötigen wir diese Abklärung dringend. Auch das Anzapfen des EU-Solidaritätsfonds für unsere unwettergeschädigten Gebiete verlangt ein Gespräch und die Abstimmung zwischen Innen- und Finanzministerium", erläuterte Kaiser.

Im Rahmen des Pressfoyers stellte Agrarreferent Gruber auch den aktuellen Stand im Strategieprozess Holzland Kärnten 2025 vor. "Kärnten ist ein Holzland. 20 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes werden von der Forst- und Holzwirtschaft erbracht", hob Gruber hervor. Um den Werkstoff Holz auch weiterhin positiv nach außen zu transportieren wurde eine eigne ARGE Holzland Kärnten eingerichtet, gab der Agrarreferent bekannt. "Sie wird sich um Pilotprojekte, als Beispiel nannte Gruber die Weißensee Brücke, aber auch um innovative Trends kümmern", so Gruber. Ziel sei auch die Einrichtung eines Holzclusters. Damit wolle man alle holzverarbeitenden Betriebe vernetzen. "Kärnten soll damit zum Kompetenzzentrum für Holz werden."



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/Büro LR Gruber
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger