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POLITIK

Sucht im Blickpunkt: Appell zum Hinschauen

06.06.2019
LHStv.in Prettner bei AVS-Fachtagung "SehnSUCHT und Wirklichkeit": Größte Herausforderung ist es, Betroffene in Behandlung zu bekommen - Beratungs- und Therapieangebot wird heuer um weitere 400 Plätze aufgestockt


Klagenfurt (LPD). "SehnSUCHT und Wirklichkeit" - unter diesem Titel fand heute, Donnerstag, die Sucht-Fachtagung der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens (AVS) in Kooperation mit der Drogenambulanz Klagenfurt und ROOTS Villach im Fuchspalast St. Veit statt. "Süchte und die ‚andere Wirklichkeit‘ von Betroffenen - das ist in der Tat eine immer größer werdende Herausforderung unserer Zeit", betonte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner in ihrer Rede. Mit Blick auf das Jahr 2018, welches das Thema Sucht über die steigende Zahl der Drogentoten definiert hat, erklärte Prettner: "Nach wie vor liegen uns keine Vergleichszahlen aus anderen Bundesländern vor. Aber gleichgültig, wie hoch in den anderen Bundesländern die Zahl der Drogentoten gewesen ist: Wir in Kärnten werden konsequent und beharrlich im Kampf gegen Sucht und Süchte an vielen Schrauben weiterdrehen."

Das Thema Sucht verlange eine Vielzahl an Maßnahmen, vor allem präventive Maßnahmen. Und es verlange auch die Zusammenarbeit vieler Stellen: "Es gibt daher zahlreiche Vernetzungsgespräche mit allen relevanten Partnern, von Ärzten, Apothekerkammer, GKK bis zur Justiz, Polizei, Sozialarbeitern, Psychologen, Pädagogen. Nur so ist es möglich, den Kampf gegen Süchte effektiv und verantwortungsvoll zu führen", so Prettner. Wie die Gesundheitsreferentin informierte, stehe für das Jahr 2019 vieles auf der Vorhabensliste: "Wir werden das Therapie- und Beratungsangebot heuer um weitere 400 Plätze aufstocken. Die Drogenambulanz in Villach wird um 200 Plätze erweitert, in Feldkirchen stehen die Zeichen auf baldige Eröffnung der neuen Beratungsstelle: Rund 100 Patienten werden hier Beratung und Betreuung finden, auch in Wolfsberg wird bis Jahresende, spätestens bis Anfang 2020, eine Suchtberatungsstelle eröffnen. Diese wird wie jene in Feldkirchen rund 100 Klienten Platz bieten."

Laut Prettner müsse der Gesellschaft aber auch eines bewusst sein: "Gerade beim Thema Sucht geht es ums Hinschauen. Wenn man beobachtet, dass sich ein Familienangehöriger, ein Freund, ein Bekannter verändert, wenn er sich zurückzieht, wenn er zum Einzelgänger wird, dann sollte man aufmerksam werden", appellierte sie. "Wir müssen alles versuchen, um Süchte zu endstigmatisieren: Die Betroffenen sind krank. Man braucht sich für nichts zu genieren. Gefährlich wird es, wenn die Betroffenen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Denn wie soll man sie da noch erreichen?", fragte Prettner.

Genau dieser Aspekt wurde von Hans Haltmayer, Beauftragter für Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, thematisiert: Seine Botschaft lautete nämlich: "Es gibt keine bessere Maßnahme, als die Betroffenen in Behandlung zu bekommen." Geholfen könne nur werden, wenn man die Hilfe auch annehme. "Denn wer glaubt, alleine aus der Sucht zu kommen, der irrt." Daher lautete auch sein Appell: "Hinschauen und handeln!"



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm