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HCB: Zuständige Abteilungen beproben nach wie vor

12.06.2019
Lebensmittel-, Futtermittel- und Bodenproben werden nach wie vor regelmäßig durchgeführt


Klagenfurt (LPD). Seitens der Fachabteilungen des Landes (Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft) die in der HCB-Causa tätig sind wurde heute, Mittwoch, erneut eine Bilanz über die Arbeit, bzw. die von ihnen eingeleiteten Maßnahmen gezogen. Zudem gab es von den Abteilungsverantwortlichen Informationen über künftige Schwerpunktaktionen.

Seitens der der Lebensmittelaufsicht (LMI) wurden heuer zwei Landesschwerpunkt-Aktionen im Zusammenhang mit HCB durchgeführt. Sie betrafen die Untersuchungen auf HCB von selbst hergestellten Fleisch- und Wurstwaren sowie Milch und Milchprodukten der Ab-Hof-Verkäufer, Direktvermarkter, Buschenschenken und Rohmilchbetriebe, die nicht an Molkereien liefern, in der Region Görtschitztal Die Probenziehung fand vom 18. - 20. März 2019 statt. Es wurden insgesamt 20 Proben untersucht (11 x Fleisch und Fleischwaren sowie 9 x Milch und Milchprodukte). Alle diese Proben hielten sowohl den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für HCB als auch den deutlich niedrigeren medizinischen Richtwert für die Bevölkerung der Region des Kärntner Görtschitztales ein.

Ebenso wurden Relegationsproben aus dem Einzelhandel zur Beurteilung der HCB-Belastung von Molkerei- und Fleischereiprodukten außerhalb des Görtschitztales gezogen. Die Probenziehung fand vom 25. - 27. März 2019 statt. Es wurden dabei insgesamt 16 Proben untersucht (7 x Fleisch und Fleischwaren sowie 9 x Milch und Milchprodukte). Alle diese Proben hielten sowohl den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für HCB als auch den deutlich niedrigeren medizinischen Richtwert für die Bevölkerung der Region des Kärntner Görtschitztales ein. Weiters ist seitens der Lebensmittelaufsicht noch eine Aktion (Privatproben aus Hausgärten) im Bereich der Deponie K 20 für Ende Juni 2019 geplant.

Bereits in die Wege geleitet wurde auch die Untersuchung von Speisepilzen aus dem Görtschitztal auf HCB. Dies wurde im März 2019 vom Umweltbundesamt empfohlen. Die diesbezügliche Abwicklung erfolgt im Rahmen eines Projektes des Naturwissenschaftlichen Vereins zur Untersuchung von Pilzen. Geplant ist auch eine Monitoringaktion von Waldbeeren im Zeitraum Juli-September 2019.

Von der Landwirtschaftsabteilung wurden im Zeitraum 7. - 8. Mai.2019 im Raum Brückl und Wietersdorf insgesamt 20 Frischgrasproben des ersten Wiesenaufwuchses durch die Futtermittel-Kontrollorgane der Agrarabteilung gezogen. Konkret wurden elf Proben rund um die Deponie Brückl und neun Proben rund ums das Werk in Wietersdorf gezogen. Die Analyse erfolgte durch das Labor der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in Wien (AGES). Die Proben wurden auf folgende Stoffe untersucht: Hexachlorbenzol (HCB), Arsen (As), Blei (Pb), Cadmium (Cd) und Quecksilber (Hg). In allen Frischgrasproben wurde kein untersuchter Stoff in auch nur annähernd grenzwertüberschreitender Menge festgestellt. Die Stichproben des frischen Aufwuchses entsprechen somit den Bestimmungen des § 3 Abs. 1 des Futtermittelgesetzes 1999 - FMG 1999, BGBl. I Nr. 139/1999, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 189/2013. Demnach darf das Futtermittel in Verkehr gebracht und an Nutztiere verfüttert werden.

Die Umweltabteilung führte Untersuchungen und Monitorings in den Bereichen Luft, Grundwasser, Oberflächenwasser und Boden durch. Die Schwerpunkte der Luftuntersuchungen lagen, abgesehen von der kontinuierlichen Luftgütemessstation am Pemberg, in den letzten Monaten im Umfeld der Altlast K 20 in Brückl, nachdem die Werte im Bereich Wietersdorf zunehmend unauffälliger waren. Zuletzt wurden an fünf Schwerpunktstandorten im Umfeld der Altlast K20 sowie an einem Standort im oberen Görtschitztal HCB-Immissionsmessungen durchgeführt.

Die Sicherung der Altlast K20 ist seit November 2018 vollständig in Betrieb und zeigt erste positive Auswirkungen auf die Qualität des Grundwassers, die Gurk und die Luftimmissionssituation im Umfeld der Altlast.

Die Auswertungen der Luftqualitätsmessungen (HCB-Passivsammlermessungen) bis April 2019 zeigen, dass sowohl im Bereich der Firma w&p in Wietersdorf als auch im Umfeld der Altlast K20 in Brückl der durch das Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien speziell für das Görtschitztal empfohlene sehr niedrige Langzeitimmissionsgrenzwert (Jahresmittelwert) von 2 ng/m³ deutlich unterschritten wird.

Auch die Untersuchungen von Fichtennadeln auf HCB und Quecksilber bestätigen diesen positiven Trend. Von Seiten der Umweltabteilung werden auch künftig die Untersuchungen und Messungen in den Bereichen Grundwasser, Gurk und Luftimmissionen weitergeführt werden.



Rückfragehinweis: Abteilung 5, 8 und 10, Landespressedienst
Redaktion: Michael Zeitlinger