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Kärnten startet Pilotprojekt für autonome Flugtaxis

12.06.2019
LR Schuschnig: Forschungsprojekt mit EHang Overseas zum Einsatz von Flugtaxis und Drohnen vereinbart - Neue Mobilitätsmöglichkeiten in Tourismus, Personen- und Gütertransport werden erforscht - Sicherheit hat oberste Priorität


Klagenfurt (LPD). Gemeinsam mit dem renommierten Hersteller von Flugtaxis und Drohnen, der EHang Unternehmensgruppe, wurde heute, Mittwoch, eine Grundsatzvereinbarung über den Aufbau eines Testbetriebs für Flugtaxis in Kärnten unterzeichnet. Von Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig wurde damit der nächste Schritt gesetzt, innovative Mobilität der Zukunft in Kärnten praxisnah erlebbar zu machen. "Heute hebt Kärnten in die nächste Dimension der Mobilität der Zukunft ab. Wir setzen den nächsten Meilenstein für Kärnten als Vorreiterregion im Bereich der autonomen Mobilität", so Schuschnig gemeinsam mit Felix Lee, dem Europa-Chef von EHang. "Wir haben die Chance, Kärnten zu einer Modell- und Testregion zur Erprobung von Passagierdrohnen in den Bereichen Tourismus, Personen- und Gütertransport zu machen", erklärte der Landesrat.

"Neue, autonome vor allem auch fahrerlose Mobilitätslösungen werden im Alltag künftig von immer größerer Bedeutung sein", wies Schuschnig hin. Erst vor wenigen Tagen habe das autonome Shuttle von Navya in Pörtschach wieder den Betrieb genommen. Das große Interesse und der Zuspruch aus der Bevölkerung und der Touristen zeige, dass die Menschen mit viel Freude und großen Erwartungen die Mobilitätslösungen der Zukunft erleben wollen.

Flugtaxis bieten laut Schuschnig spannende Möglichkeiten für neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, gleichzeitig müsse auch sichergestellt sein, dass diese sicher, leise und sauber sind. "Die Kooperation, die wir heute unterzeichnet haben, bildet die Grundlage für unser gemeinsames Ziel, Flugtaxis in Kärnten erfolgreich zu realisieren. Dazu brauchen wir die Infrastruktur für Start- und Landeplätze und eine sichere Testregion", so Schuschnig. Mögliche Einsatzorte für Testbetriebe im Bereich der Logistik als auch des Personenmobilität können sowohl das Gelände des Flughafens Klagenfurt, der Wörthersee-Raum und das Logistik-Center in Villach/Fürnitz (LCAS) sein. "Was davon in welcher Form umsetzbar ist, werden wir in den nächsten Projektschritten gemeinsam mit dem Hersteller und den Behörden erarbeiten", so Schuschnig.

Sicherheit habe, so die Projektpartner unisono, beim Betrieb oberste Priorität. Die Systeme seien redundant und jeder der 16 Rotoren sei mit einem eigenen Motor und einer eigenen Batterie ausgestattet. "Selbst wenn vier von 16 Rotoren ausfallen sollten, kann das Flugtaxi immer noch gesteuert und sicher am Boden gelandet werden", so der Hersteller. Das Flugtaxi, das Platz für zwei Sitzplätze sowie Stauraum für Gepäck bietet, werde an definierten und damit abgesicherten Start- und Landeplätzen aufsetzen und die Türen bleiben automatisch geschlossen, bis die Rotoren stillstehen. Diese Start- und Landeplätze seien Warteeinrichtungen für Passagiere, würden aber auch als Ladestationen für die Flugtaxis dienen.

Der nächste Schritt liege jetzt im Aufsetzen eines gemeinsamen Projektes. Laut Mobilitätslandesrat Schuschnig sei noch im Juni eine High-Level-Conference beim Hersteller FACC geplant. "Das Flugtaxi wird kein Beförderungsmittel für Begüterte, sondern ist ein weiterer Puzzlestein in der Mobilität der Zukunft. Innovationen brauchen einen stabilen Rechtsrahmen, der gleichzeitig flexibel genug ist, um die enorme Dynamik dieses Bereichs zu fördern", so Felix Lee von EHang. "Wir sind sehr happy, dass uns diese Kooperation gelungen ist", so auch der für das Projekt verantwortliche Abteilungsleiter Albert Kreiner. "Heute heben wir als Mobilitäts-Innovationsregion mit den Flugtaxis im wahrsten Sinne des Wortes ab", ergänzte Schuschnig.

Faktenbox Flugtaxi EHang: 2 Sitzplätze mit Stauraum; 16 Propeller; Fluggeschwindigkeit bis zu 130km/h, Reichweite zwischen 50-70km, Flugdauer max. 30 Min, Lautstärke max. 65db (vergleichbar mit einem Staubsauger)



Rückfragehinweis: Büro LR Schuschnig
Redaktion: Hetzel/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Schuschnig