News

POLITIK

Bericht über Lage der slowenischen Volksgruppe liegt vor

15.06.2019
LH Kaiser bringt jährlichen Bericht in Regierungssitzung ein: Zweisprachigkeit, Vielfalt und Offenheit als Zukunftschance


Klagenfurt (LPD). Zum zweiten Mal wird die Landesregierung einen Bericht über die Lage der slowenischen Volksgruppe in Kärnten dem Landtag vorlegen. Laut neuer Kärntner Landesverfassung ist sie dazu jedes Jahr bis spätestens 30. Juni verpflichtet. In der Regierungssitzung am Mittwoch soll der auf Deutsch und Slowenisch verfasste Bericht beschlossen werden. Er befasst sich u.a. mit der Umsetzung von nationalem und internationalem Volksgruppenrecht, liefert statistische Daten aus den Bereichen Kinderbetreuung, Bildung, Musikschule, Kultur- und Sportförderung. Außerdem beschreibt er die Aufgaben, Angebote und Veranstaltungen des Volksgruppenbüros des Landes.

"Kärnten hat mit der Einführung einer sogenannten Staatszielbestimmung zum Volksgruppenschutz in die Landesverfassung eine Vorreiterrolle eingenommen - ebenso wie schon 1990 mit der Einrichtung des Volksgruppenbüros", betont Landeshauptmann Peter Kaiser. "Das Land bekennt sich zu seiner gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt. So wurden zur Verbesserung der Lage der slowenischen Volksgruppe zahlreiche Maßnahmen gesetzt", so Kaiser, der u.a. auf das regelmäßig tagende Dialogforum für die Entwicklung des gemischtsprachigen Gebietes verweist oder das steigende Interesse am zweisprachigen Unterricht hervorhebt. "Sogar vom Europarat haben wir großes Lob zum positiven Zusammenleben in Kärnten bekommen", erinnert der Landeshauptmann. "Zweisprachigkeit, Vielfalt und Offenheit nutzen wir als Zukunftschance."

Laut Bericht über die Lage der slowenischen Volksgruppe gibt es in Kärnten insgesamt 24 Kinderbetreuungseinrichtungen (14 Gemeindekindergärten und zehn private Einrichtungen) mit 50 Gruppen und 1.109 Kindern, die ein slowenisches Sprachangebot aufweisen. An Landesförderung haben diese im Jahr 2018 insgesamt 2.292.066 Euro erhalten.

Im örtlichen Geltungsbereich des Minderheiten-Schulgesetzes sind im Schuljahr 2018/19 von insgesamt 4.497 Volksschulkindern 2.031 zum zweisprachigen Unterricht angemeldet. Das ergibt einen Prozentanteil von 45,16. Außerdem besuchen an zwei Volksschulen in Klagenfurt-Stadt 207 Schülerinnen und Schüler den zweisprachigen Unterricht. An 17 Neuen Mittelschulen sind 322 Schülerinnen und Schüler im Slowenischunterricht, was einen Prozentanteil von 10,59 ergibt. An Neuen Mittelschulen außerhalb des Geltungsbereiches des Minderheiten-Schulgesetzes besuchen an den zwei Standorten NMS St. Veit 1 und NMS Lavamünd 25 Schülerinnen und Schüler den Freigegenstand Slowenisch.

Die slowenische Musikschule/Glasbena šola - sie wurde 2015 in das Landesmusikschulwesen integriert - besuchen im Schuljahr 2018/19 insgesamt 372 Schülerinnen und Schüler.

Über 400 unterschiedlichste Kulturveranstaltungen wurden 2018 von slowenischen Kulturvereinen sowie den beiden Dachorganisationen KKZ und SPZ abgehalten. 19 slowenische Kulturinstitutionen erhielten 2018 in Summe 86.400 Euro an Subventionen. An 17 Kulturinstitutionen und Projekte mit hohem slowenischem bzw. zweisprachigem Anteil gingen im Vorjahr 143.111 Euro an Kulturförderung. An Angehörige der slowenischen Volksgruppe gingen 2018 Stipendien sowie Förderungs- und Anerkennungspreise in Gesamthöhe von 25.179 Euro. Seitens der Unterabteilung Volkskultur und Brauchtum wurden drei Förderansuchen in der Gesamthöhe von 4.000 Euro zur Auszahlung gebracht.
Sportförderung haben im Jahr 2018 insgesamt elf slowenische Sportvereine und der Slowenische Sportverband im Gesamtausmaß von 160.000 Euro erhalten.

Infos unter www.volksgruppenbuero.at



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm