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Gegen Hass im Netz: Neue Maßnahme in Bezirksstädten

21.06.2019
LR.in Schaar: Start der Sensibilisierungsmaßnahme "#Hass im Netz" - Vorträge zum Thema digitale Gesprächskultur, Gefahren und Folgen in allen Bezirksstädten Kärntens


Klagenfurt (LPD). Auf Initiative des Referats für Frauen und Gleichbehandlung startet am Montag die neue Maßnahmenreihe "#Hass im Netz" in St. Veit/Glan. Gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle und dem Jugendreferat sowie in Kooperation mit der Bildungsdirektion Kärnten, der Initiative "Gesunde Gemeinde" und der "Antenne Kärnten" werden bis 2020 in allen Bezirksstädten Kärntens Vorträge rund um dieses Thema abgehalten.

"Hass im Netz ist allgegenwärtig. Das Thema betrifft uns alle, besonders häufig richten sich Hassbotschaften gegen Frauen", sagt Frauen- und Jugendreferentin LR.in Sara Schaar. "Jede zehnte Frau oder jedes zehnte Mädchen erhält beispielsweise unerwünscht sexuell anzügliche Nachrichten", so Schaar weiter. Bewusstseinsbildende Maßnahmen, um gemeinsam gegen diese Form der Gewalt aufzutreten, sind ganz wichtig, betont die Landesrätin. "Wenn Frauen oder Kinder und Jugendliche zur Zielscheibe von Beleidigungen und Belästigungen werden, ist rasches Eingreifen gefragt - Hass und Hetze dürfen nicht toleriert werden, egal ob im virtuellen oder echten Leben."

Das Thema Cyber-Mobbing wurde auch in der ersten Veranstaltung der Maßnahmenreihe "Frauenpower 4.0 - Frau in der Region" in Lendorf im Bezirk Spittal/Drau diskutiert, berichtet Schaar weiters. "Frauenpolitik bedeutet immer auch Gesellschaftspolitik. Mit der #Hass im Netz-Veranstaltungsreihe, die auch eine erste Maßnahme aus unserer Frauenpower 4.0-Bezirkstour ist, möchten wir ein gesamtgesellschaftliches Problem thematisieren."

Bis Mai 2020 werden in allen Bezirksstädten Kärntens die Sensibilisierungsveranstaltungen zu Hass im Netz moderiert von der Antenne Kärnten abgehalten. Am Montag in St. Veit erzählt Marika Lagger-Pöllinger, eine betroffene Oberkärntner Mutter, deren Sohn sich im Alter von 16 Jahren wegen Cybermobbings das Leben genommen hat, ihre persönliche Geschichte. Außerdem warten auf die Besucherinnen und Besucher Kurzvorträge von Harald Ache, dem Präventionsexperten der Polizei in St. Veit sowie von Caroline Kerschbaumer, der Leiterin der Beratungsstellen gegen Rassismus und Hass im Netz vom Verein ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit.

"Durch die vermeintliche Anonymität des Internets verschwimmen oftmals die Grenzen des respektvollen Miteinanders. Frauen sind viel häufiger als Männer im Netz von Beschimpfungen, Belästigung und Bedrohung betroffen. Unser Anliegen ist es, mit der Initiative breit zu informieren und zu sensibilisieren, dass jede und jeder Verantwortung trägt, auch wenn sie digitale Übergriffe beobachten", sagt Frauenbeauftragte Martina Gabriel.

"Vielen ist klar, dass bestimmte Äußerungen im Netz nicht in Ordnung sind, wenige wissen aber, dass es sich bei einigen davon auch um strafrechtlich relevante Tatbestände handelt, wie beispielsweise bei Verhetzung oder Cybermobbing", so Antidiskriminierungsbeauftragte Susanne Ebner.

"Schulen sind zunehmend mit dem Thema konfrontiert. Um diesem Problemfeld nachhaltig begegnen zu können, sind neben den Schulen auch Eltern und die Bevölkerung insgesamt gefordert, bewusstseinsbildende Maßnahmen zu setzen", sagt Bildungsdirektor Robert Klinglmair.

Gemeinsame Sensibilisierungsmaßnahmen sind der Schlüssel, betont Schaar: "Egal ob Erwachsene oder Kinder, Eltern oder Lehrkräfte - alle müssen sich ihrer Rolle, ihrer Verantwortung bewusst sein. Es braucht eine digitale Gesprächskultur, in der unterschiedliche Meinungen wichtig sind, Fairness gewahrt wird und in der klar gegen verbale Untergriffe und Gewaltaufrufe vorgegangen wird."

Alle Termine unter: http://frauen.ktn.gv.at/344618_DE-Veranstaltungen-Veranstaltungen_Details?nid=32



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Hrastnik/Böhm