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Zeit-Gespräch: International besetztes Forum sucht Antworten auf Umweltkrise

21.06.2019
LH Kaiser eröffnet 2. Forum "Anthropozän" in Mallnitz - Große Frage diesmal: "Kann die Natur die Menschheit retten?" - Kaiser: "Vorhandenes Wissen könnte uns und die Natur retten. Gegen Einzelinteressen und dennoch bestimmenden Neoliberalismus auftreten!"


Klagenfurt (LPD). Zum zweiten Mal findet dieser Tage das Forum "Anthropozän" im Besucherzentrum Mallnitz statt und widmet sich diesmal der großen Frage "Kann die Natur die Menschheit retten?". Der Mensch verändert durch sein Tun global und rasant Fauna, Flora, Klima und damit die Lebensbedingungen auf der Erde und wird verantwortlich gemacht für den Klimawandel, sodass sich die Frage aufdrängt, wie der Mensch selbst unter den geänderten Bedingungen, für die er sorgt, weiterhin überleben wird können. Dafür wurde vom Nobelpreisträger Paul J. Crutzen der neue Begriff Anthropozän geprägt, also das Zeitalter, in dem der Mensch der größte Einflussfaktor auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse ist.

Heute, Donnerstag, eröffnete LH Peter Kaiser das Forum in Mallnitz, das bis Sonntag stattfindet, international besetzt ist und Auswege aus der Umweltkrise sucht. Das Forum Anthropozän geht der Frage nach, wie sich der Mensch wieder als Einheit mit der Natur verstehen kann und welche Innovationen eine nachhaltige Entwicklung fördern. "Manchmal sagen Titel schon sehr viel. Denn der Untertitel dieses Forums "Natur - Innovation - Verantwortung" birgt berechtigte Assoziationen. Nur die Symbiose dieser drei Begriffe wird es möglich machen, den Herausforderungen entgegen zu treten", sagte der Landeshauptmann in seinem Eröffnungsstatement vor rund 250 Zuhörern im Besucherzentrum.

Die Natur werde laut Kaiser verändert, der Mensch hinterlasse Spuren, die eine Veränderung des Klimas auch zum Nachteil nächster Generationen nach sich zieht. Mit Innovationen werden, so der Landeshauptmann, neue Höhepunkte erreicht. Sie werden, bei allen Fähigkeiten des Menschen, eine neue Rolle einnehmen. "Innovationen werden unsere Überlebenschancen ermöglichen", so Kaiser. Und der dritte Punkt des Veranstaltungstitels, die Verantwortung, liege ebenso in der menschlichen Natur. "Die derzeitige Diskussion rund um Klimawandel, Umweltschutz und Natur, betrifft nicht die Politik alleine, sondern alle Menschen. Was an Wissen vorhanden ist und entwickelt wird, damit könnten wir uns, unsere Umwelt retten", betonte der Landeshauptmann. Doch stünden diesem Wissen sehr oft lapidare Einzelinteressen, die nachhaltige negative Spuren hinterlassen, gegenüber.

"Noch ist der Neoliberalismus modern, populär und bestimmt die Ideologien und steht sogar über allen politischen Ideologien. Wer dem entgegentreten möchte, braucht Mut, weil Schritte und Maßnahmen gegen den Neoliberalismus derzeit unpopulär sind. Aber auf der anderen Seite steht das kollektive Überleben", warnte Kaiser. Daher mute es merkwürdig an, dass trotzdem noch immer Einzelinteressen im täglichen Vordergrund stehen.

Im Rahmen der heutigen Veranstaltung eröffnete der Landeshauptmann auch eine neue Ausstellung im Besucherzentrum. "There ist more than you can see" ist der Titel der Ausstellung, die von Eva Flatscher inszeniert wurde. Eva Flatscher ist bildende Künstlerin, hat sich der Performancekunst verschrieben und ist international tätig. Sie kreierte die Kunstform LIGHTpainting.

Das Forum Anthropozän richtet sich an Unternehmen, Wissenschaftler, Künstler, Politiker sowie an die jeweilige Bevölkerung vor Ort.

Nationalparkdirektor Peter Ruppitsch begrüßte bei der Eröffnung den Botschafter von Kirgisien, Bakyt Dzhusupov, ebenso wie Christine Muttonen, ehem. Präsidentin der Versammlung der OSZE und die Vizebürgermeister von Mallnitz, Erwin Truskaller und Toni Glantschnig. Die Veranstaltung wurde von der Initiative ProMölltal/ARGE Alpine Nature Campus gemeinsam mit der Gemeinde Großkirchheim, dem Nationalpark Hohe Tauern, der Gemeinde Mallnitz und dem Universitäts.club/Wissenschaftsverein Kärnten durchgeführt und soll künftig abwechselnd in Großkirchheim und Mallnitz stattfinden.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: Christian Senger Pro Mölltal