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Schulische Pflegefachausbildung statt Pflegelehre

24.06.2019
LHStv.in Prettner: EU-Schutzbestimmungsgesetz verbietet Pflegelehre aus gutem Grund - Land Kärnten plant Pflegeausbildung in BHS


Klagenfurt (LPD). "Der Pflegebereich zählt zu den größten Wachstumsbereichen - damit einher geht die Notwendigkeit, auf entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal zurückgreifen zu können. Wir in Kärnten habe die Weichen dafür gestellt und justieren laufend und vorausschauend nach", betont Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. Für die (nahe) Zukunft plant sie daher - gemeinsam mit der Bildungsabteilung des Landes Kärnten - einen schulischen Ausbildungsschwerpunkt Pflege: "Eine Möglichkeit wäre, die Ausbildung zur Pflegefachassistenz in berufsbildenden Schulen zu verankern. Erste entsprechende Gespräche laufen. Wir wollen mit zumindest zwei, eventuell auch drei Schulen - idealerweise in Ober- und Unterkärnten sowie im Zentralraum - starten. Wir gehen davon aus, dass wir im September 2020 soweit sind. Dieses Konzept hat Hand und Fuß und basiert auf fundierten Überlegungen", erklärt Prettner. Experten würden jedenfalls voll und ganz hinter diesem Konzept stehen. Anders als bei der Pflegelehre - "diese wird ja von Fachleuten strikt abgelehnt", sagt die Gesundheitsreferentin.

In diesem Zusammenhang erteilt Prettner der in Kärnten wiederaufflammenden Forderung nach einer Pflegelehre ein "klares Nein aus guten Gründen": "Erstens ist die Pflegelehre in der EU gesetzlich verboten. Laut Schutzbestimmungen ist die praktische Ausbildung erst nach Vollendung des 17. Lebensjahres zulässig; Nachtdienste während der praktischen Ausbildung dürfen überhaupt erst nach Vollendung des 18. Lebensjahres absolviert werden", macht Prettner auf die unmissverständliche Rechtslage aufmerksam. "Abgesehen von den rechtlichen Bestimmungen wäre es Jugendlichen nicht zumutbar, sich mit 14, 15, 16 Jahren einer psychisch derart herausfordernden Aufgabe zu stellen", ist die Gesundheitsreferentin überzeugt. Die zunehmend komplexen Pflegefälle, für die auch eine hohe kommunikative und soziale Kompetenz erforderlich sei, würden 15-Jährige weit über ihre Grenzen bringen.

"In Kärnten startet die reguläre Ausbildung zur Pflegeassistenz nach erfolgreicher Absolvierung von zehn Schulstufen, sprich mit 16 bzw.17 Jahren. Das ist früh genug", so Prettner. Die neue dreistufige Ausbildungsstruktur - Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege - würde in der Folge berufsbegleitende Aufschulungen zulassen. "Das ist ein großer Vorteil. In Kärnten bieten wir daher laufend entsprechende Sonderausbildungen an", informiert Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Stirn