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Land zeichnet Kärntens besonders talentierte Jugend aus

03.07.2019
LH Kaiser überreicht Urkunden an begabte und talentierte Schülerinnen und Schüler - Begabtenförderung, um Talente und besondere Fähigkeiten von Jugendlichen zu forcieren - Projekt Werkstätten bewährt sich


Klagenfurt (LPD). Zum Ende des Schuljahres gehören Zeugnisse, aber auch Urkunden. Diese hat Landeshauptmann Peter Kaiser heute, Mittwoch, an besonders begabte und talentierte Schülerinnen und Schüler im Konzerthaus überreicht, die heuer beim Projekt "Werkstätten" und den Talentecamps mitgemacht haben. Laut Studien sind 13,6 Prozent aller Menschen mit besonderen, überdurchschnittlichen kognitiven Leistungen gesegnet. Sie gelten als hochbegabt bzw. hochintelligent. In Kärntens Pflichtschulen zählt man entsprechend dieser Studien (Neubauer, A.C. & Stern, E. 2013) über 4.000 besonders kluge Köpfe und fast 700 hochbegabte Schülerinnen und Schüler.

"Unser Schulsystem ist die unverzichtbare Basis auch für Kinder mit außerordentlichen Talenten. Aber wir bauen mit den Werkstätten und den Talentecamps vorhandenes noch aus, die Kinder entwickeln sich gemeinsam mit Gleichgesinnten weiter. Entscheidend dafür sind aber auch die Eltern und das pädagogische Umfeld", betonte Kaiser. Um die Kinder entsprechend fördern zu können, sei es wesentlich, dass sich auch die Pädagogen ständig weiter entwickeln. "Niemand darf stehen bleiben, jeder muss täglich dazu lernen", betonte Kaiser und wies vor rund 200 Eltern, Kindern und Jugendlichen darauf hin, dass das auch ihn betreffe.

"Wir haben diese Woche junge Sportler geehrt, Österreich-Preisträger in der HTL Mössingerstraße ausgezeichnet, Lehrlinge mit österreichweiten Preisen versehen und heute sind unsere jungen Talente aus den Volksschulen dran, sie vor den Vorhang zu holen. Das sind unsere jungen Kräfte in allen Bereichen, das ist unsere Zukunft", so Kaiser.

Seit sechs Jahren gibt es die außerschulischen Werkstätten für Schülerinnen und Schüler der Volksschulen, die über außerordentliche Fähigkeiten verfügen. Die Werkstätten wurden von der Bildungsdirektion ins Leben gerufen, damit die Volksschulkinder in altersgemischten Gruppen an anspruchsvolle Themen herangehen, ihre Interessensgebiete vertiefen und mit ähnlich begabten Kindern zusammenarbeiten.

Bildungsdirektor Robert Klinglmair sieht in diesem Zusammenhang die Bildungsdirektion als Beratungsstelle für die hochbegabten Kinder ebenso wie für die Eltern. "Unser Bildungssystem macht beides möglich: es fördert jene, die sich schwerer tun und es forciert diejenigen, die besondere Fähigkeiten besitzen", fasste Klinglmair zusammen.

Im Schuljahr 2017/18 haben rund 430 Volksschulkinder teilgenommen und Kurse besucht, das Interesse war jedoch wesentlich höher, sodass im Schuljahr 2018/19 das Programm auf 60 Werkstätten ausgeweitet worden ist und rund 650 teilnehmende Kinder gezählt wurden. Georg Niedersüß vom Verein Wirtschaft und Bildung betonte, dass es eine "Kunst ist, spezielle Begabungen in den Kinder zu wecken, was alleine in der Schule nicht möglich ist", daher wurden die Werkstätten ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt der Werkstätten liegt auf Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache, und werden außerschulisch, einmal im Monat an einem Nachmittag durchgeführt. In Mathematik ging es heuer um Kryptogramme, Zahlenfolgen, Lösen von Aufgaben und Zahlenspiele, in Deutsch befasste man sich mit digitalen Formulierungen, Rollen, Gedichte und Leseabenteuer, in den Naturwissenschaften beschäftigten sich die Kinder mit Chemie, Physik, entsprechenden Experimenten und in Biologie nahm man sich mittels Mikroskopen und Lupen der Lebewesen an.

Der Verein Wirtschaft und Bildung, die Landesregierung, die Bildungsdirektion, der BIKO mach MINT sowie der Verein INIZIA sponsern das Projekt "Werkstätten" seit dem Schuljahr 2017/18. Die Talentecamps werden von der Industriellenvereinigung Kärnten unterstützt und mitfinanziert. "Als Industriellenvereinigung sehen wir uns verantwortlich für die Jugend und müssen ihre Talente erkennen und sie unterstützten. Sie sind unsere Zukunft", so Claudia Mischensky, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung.

Der Urkundenverleihung im Konzerthaus beigewohnt haben LAbg. Stefan Sandrieser, Dagmar Zöhrer, Fachreferentin für Begabungsförderung, Gerlinde Duller vom Verein INIZIA und Organisatorin der Talentecamps und Marianne Kriegl-Pernjak, Leiterin der Koordinationsstelle für Begabungs- und Begabtenförderung.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerlind Robitsch
Fotohinweis: LPD Kärnten/Fritzpress