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Regierungssitzung 4: Land stellt Weichen für Erhalt des Verladebahnhofs Kühnsdorf

16.07.2019
Grundsatzbeschluss über Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur - 5,8 Millionen Investitionsvolumen - Wertschöpfung soll für die Region gesichert werden


Klagenfurt (LPD). Mit dem Neubau der Koralmbahn als Hochleistungsstrecke droht Ende 2023 die Einstellung der Bahnbewirtschaftung am Güterverladebahnhof Kühnsdorf. Ein Szenario, das die Kärntner Landesregierung abwenden will. In der heutigen Regierungssitzung wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst für die nötigen Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur sowie die Errichtung einer eigenen Gesellschaft.

"Für die Region Südkärnten ist ein Verladebahnhof wichtig, damit die Koralmbahn künftig nicht nur durch die Region fährt, sondern auch die Wertschöpfung in die Region bringt", begründete Wirtschafts- und Logistikreferent Sebastian Schuschnig den Einsatz des Landes. Über einen 2-Stufen-Plan sollen in den nächsten Jahren rund 5,8 Millionen Euro in den Standort investiert werden, unter starker Beteiligung der regionalen Wirtschaft.

Sie fließen in den Erwerb und die Modernisierung des Bahnhofareals sowie in die Errichtung eines Gleisbogens zum Anschluss des Verladebahnhofs an die neue Hochleistungsstrecke. 2 Million Euro davon werden vom Land aufgebracht, 1,8 Millionen kommen aus einer Bundesförderung.

Diese Investitionen in die Schieneninfrastruktur seien für die positive Entwicklung der Region und der Wirtschaft in Unterkärnten ein wichtiger Schritt, betonte der für Orts- und Regionalentwicklung zuständige Landesrat Martin Gruber: "Der Bahnhof ist ein Standortfaktor. Es geht hier um Ansiedelungen und Arbeitsplätze in einer ländlichen Region, die wir stärken müssen. Auch für die Forstwirtschaft ist die Sicherung des Verladebahnhofs von zentraler Bedeutung. Schon derzeit werden hier jährlich rund 50.000 Tonnen Holz verladen."

In einer ersten Phase müssen nun die entsprechenden Behördenverfahren aufgrund der erweiterten Trassenführung der Koralmbahn abgearbeitet werden. Die Kosten dafür werden zur Gänze vom Land getragen. "Parallel dazu wird an einer verbindlichen Vereinbarung über den Verkauf des Bahnhofsareals durch die ÖBB an das Land gearbeitet", informierte Gruber über die weitere Vorgehensweise. Erst danach soll in einer zweiten Phase eine Besitzgesellschaft errichtet werden, die dann den Betrieb des Verladebahnhofs ausschreibt. Dafür würden bereits vielversprechende Verhandlungen mit einem regionalen Unternehmerkonsortium laufen, so Schuschnig. Auch die Standortgemeinden Völkermarkt, Eberndorf und St. Kanzian werden sich nach derzeitigem Plan über die IGP Jauntal GmbH beteiligen. "Dieses Projekt wird auch seitens des Gemeindereferates des Landes Kärnten unterstützt", ergänzte Gemeindereferent Landesrat Daniel Fellner, der in dem Projekt große Chancen für die umliegenden Gemeinden sieht.

"Kärnten liegt am Schnittpunkt von zwei transeuropäischen Verkehrsachsen und hat mit dem Logistikcenter Villach-Fürnitz und dem Verladebahnhof Kühnsdorf zwei Chancen, sich als Logistik-Drehschreibe für den internationalen Güterverkehr im Alpe-Adria-Raum zu positionieren", so Schuschnig. Der Erhalt des Verladebahnhofs Kühnsdorf habe deshalb für das Land Kärnten auch strategische Bedeutung.



Rückfragehinweis: Büro LR Fellner, LR Gruber, LR Schuschnig
Redaktion: Wedenigg