News

LOKAL

35 verendete Hunde in St. Paul: Tierschutzreferentin weist auf Hilfen hin

24.07.2019
LHStv.in Prettner: Hundedrama in St. Paul macht deutlich, dass Tierschutz Auftrag für gesamte Gesellschaft ist - Hinschauen, Verdachtsfälle melden, enger kooperieren, sofort handeln


Klagenfurt (LPD). "Solche Fälle machen schlichtweg fassungslos", zeigt sich Tierschutzreferentin Beate Prettner schockiert über die 35 tot aufgefundenen Hunde auf einem Anwesen in St. Paul. "Mit der im Vorjahr neu installierten Tierschutzabteilung sind wir auf dem besten Weg, dem Tierschutz in Kärnten eine neue Qualität zu geben. Wir agieren auf unterschiedlichsten Ebenen, haben Tierkontrollen verstärkt und dafür zusätzliche Tierärzte aufgenommen, wir haben Sensibilisierungsprojekte gestartet, einen Tierschutzpreis für Nutztiere initiiert, wir verschärfen Auflagen und setzen Unterstützungsmaßnahmen um", betont Prettner.

Laut ersten Informationen der zuständigen Behörden - Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg und Exekutive - seien die Hintergründe der Tragödie äußerst komplex: "Gegen die Tierhalterin liegen offensichtlich mehrere Verdachtsfälle diversester Art vor. Sie hat mehrfach ihren Aufenthaltsort gewechselt, was das Ganze noch unübersichtlicher macht. Es wird jetzt wesentlich sein, sehr genau sämtliche Hintergründe zu überprüfen", so Prettner. Soweit man nach derzeitigem Stand sagen könne, leide die Frau unter dem so genannten animal hoarding-Syndrom. Bei der Tierhortung handelt es sich um das krankhafte Sammeln und Halten von Tieren.

Prettner appelliert an die Bevölkerung, Verdachtsfälle von nicht artgerechter Tierhaltung dem Land umgehend zu melden. "Einerseits kann man sich an die Tierschutzombudsstelle wenden, andererseits an die Tierschutzabteilung des Landes", sagt Prettner. "Auch die jeweils zuständigen Bezirkshauptmannschaften können Unterstützung und Hilfe durch das Land anfordern." Für Prettner ist jedenfalls jeder Einzelfall einer zu viel: "Es kann uns nur gemeinsam gelingen, diese Einzelfälle zumindest in Grenzen zu halten. Eine Gesellschaft misst sich nämlich nicht zuletzt daran, wie sie mit ihren Tieren umgeht."

Just am heutigen Tag hat sie gemeinsam mit der Präsidentin des TIKO Kärnten, Evelin Pekarek, und dem Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, Sebastian Bohrn Mena, das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben. "Eine starke Stimme für das Wohl der Tiere ist eine starke Stimme für unsere Zukunft", ist Prettner überzeugt.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm