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Entlastung pflegender Angehöriger: Kärnten geht mit mobilem Angebot in die Offensive

26.07.2019
LHStv.in Prettner: Mobile Dienste können ab 1. August kärntenweit bis zu zehn Stunden pro Tag in Anspruch genommen werden - Selbstbehalt nur 15 Prozent - Massive Entlastung für pflegende Angehörige


Klagenfurt (LPD). "Wir reden nicht, wir handeln: Mit 1. August startet Kärnten ein Entlastungsangebot für pflegende Angehörige, das es in dieser Form nirgendwo gibt", informiert Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Freitag. Es handelt sich dabei um den Ausbau der mobilen Dienste zur mehrstündigen Betreuung. "Die mobile Betreuung kann dann für vier, sechs, acht oder zehn Stunden am Stück in Anspruch genommen werden", sagt Prettner. In dieser Zeit könnten sich die pflegenden Angehörigen "frei" nehmen, ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen, die Zeit für sich nutzen.

"Damit dieses Angebot auch reichlich in Anspruch genommen wird, haben wir den Selbstbehalt massiv reduziert, und zwar um rund 50 Prozent. Das heißt, dass das Land 84,25 Prozent der Kosten übernimmt, für den Betroffenen fallen nur noch 15,75 Prozent an", betont die Gesundheitsreferentin. Eine 6-Stunden-Betreuung würde demnach - je nach Einkommen und Pflegestufe - auf rund 33 Euro kommen. "Dieses Angebot stellt sicher ein Herzstück unserer Entlastungsoffensive für pflegende Angehörige dar", zeigt sich Prettner überzeugt. "Mit dem kostenlosen Urlaub für pflegende Angehörige in einem Wellnesshotel inklusive sämtlicher Kurleistungen und mit der kostenlosen Zurverfügungstellung der Kurzzeitpflege im Ausmaß von 28 Tagen pro Jahr hat Kärnten bereits vor Jahren einen klaren Weg eingeschlagen. Zuletzt wurde unser Kärntner Weg für ganz Österreich eingefordert", erinnert Prettner.

Die mehrstündige mobile Betreuung wurde in den vergangenen Monaten in Klagenfurt-Stadt und im Bezirk Klagenfurt-Land in einem Pilotversuch getestet. In diesen Modellbezirken konnten die pflegenden Angehörigen die Betreuungsleistungen durch Heimhilfen des mobilen Dienstes in Anspruch nehmen. "Wir haben sehr schnell erkannt, dass das die Zukunft ist und ein kärntenweites Angebot umgehend umzusetzen ist", erklärt die Gesundheitsreferentin. "Ab 1. August passiert nun genau das."

Aktuell werden die mobilen Dienste von rund 10.000 Kärntnern genützt. Knapp eine Million Pflegestunden werden dabei aufgewendet. "Gerade im Pflegebereich haben wir in den vergangenen Jahren einiges auf den Weg gebracht. Mit diesem mehrstündigen mobilen Entlastungsangebot für pflegende Angehörige setzen wir jetzt einen ganz zentralen weiteren Schritt", sagt Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm