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Regierungssitzung 8: Gemeinsame Lösungen für Kärntens Natur- und Kulturlandschaft

30.07.2019
LR.in Schaar: Wetterschutz-Lösung für Kärntens Fischer ist "wasserdicht"- Vertragsverletzungsverfahren in Natura 2000-Causa wurde eingestellt und der Naturpark Dobratsch erweitert


Klagenfurt (LPD). Nach dem Motto "Naturschutz löst man nur gemeinsam" konnte Landesrätin Sara Schaar nach der heutigen Regierungssitzung von den drei jüngsten Erfolgen im Naturschutzressort berichten.

Bereits vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die EU-Kommission dem von Kärnten übermittelten Entwurf der neuen Wetterschutzverordnung zustimmt. "Damit ist die Kärntner Wetterschutzverordnung nun wasserdicht", freut sich Schaar, die mit Vertretern der Kärntner Fischereivereinigung und des Landesfischereiverbandes sowie der Bergwacht eine gemeinsame Lösung erarbeitete. "Mit dieser Verordnung ist es gelungen, endlich Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen - sowohl für die Fischer als auch für die Behörde", betont Schaar.
Kärntens Fischer dürfen nun also bei der Ausübung ihres Hobbys einen "Wetterschutz" verwenden, der sich bei den Abmessungen an der Praxis orientiert. "Größe und Beschaffenheit des Wetterschutzes wurden genau definiert", so Schaar, die erläutert: "Der Wetterschutz darf maximal 2,5 Meter lang, 2,7 Meter breit und 1,6 Meter hoch sein."

Genau geregelt ist nun auch, welche Gegenstände sich zur Ausübung der Fischerei darin befinden dürfen, wie Anglerstuhl, eine Kühlmöglichkeit zur Aufbewahrung der gefangenen Fische, die zur Ausübung der Fischerei notwendigen Anglergeräte (Fishingtackle, Ruten, Rollen, Taschen, Köder etc.), handelsübliche Fischerliegen, handelsüblicher Schlafschutz und handelsübliche Böden. Möglich gemacht wird durch die Verordnung, die rückwirkend ab 9. Mai 2019 gilt (Zeitpunkt der Kundmachung des Kärntner Naturschutzgesetzes), auch die Mitverwendung des Wetterschutzes durch maximal zwei weitere Personen.

Um Fischer ausreichend über die neuen Bestimmungen zu informieren, wurde zudem ein Info-Folder erstellt, der mit der Fischerkarte ausgegeben wird - "damit auf einen Blick klar ersichtlich ist, was erlaubt ist und was nicht", so Schaar, die sich über die "wasserdichte Lösung für die tausenden Fischer in Kärnten" freut, aber auch an alle "Petrijünger" appelliert, bei der Ausübung ihres Hobbys "sorgsam und respektvoll mit der Kärntner Natur- und Kulturlandschaft umzugehen".

Eine weitere erfreuliche Nachricht seitens der EU erhielt die Kärntner Naturschutzreferentin vergangene Woche betreffend der Natura 2000-Causa. So hat die EU-Kommission das seit 2013 laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich - und indirekt gegen Kärnten - eingestellt. "Strafzahlungen in Millionenhöhe konnten abgewendet werden, da wir die noch offenen Natura 2000-Gebiete in Kärnten bis zum Ablauf der Frist Ende 2018 nachgemeldet haben", berichtet Schaar, die somit in der kurzen Zeitspanne von acht Monaten eine seit knapp 20 Jahren ungelöste Thematik zu einem positiven Abschluss brachte. "Die Erarbeitung einer partnerschaftlichen Lösung mit den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern führte zum Erfolg - ihnen gilt auch mein Dank!", betont die Naturschutzreferentin, die zu 30 Informationsveranstaltungen einlud. Insgesamt verfügt Kärnten nun über 72 Natura 2000-Gebietsflächen. "Damit übernehmen wir in Kärnten Verantwortung für den Erhalt unserer wertvollen Ressourcen für kommende Generationen, für einen nachhaltigen Natur-, Landschafts- und Bewirtschaftungsschutz", betont Schaar.

Ein weiterer erfreulicher Beschluss ist auf Antrag der Naturschutzreferentin in der heutigen Regierungssitzung erfolgt. "Es freut mich, dass heute die Verordnung zur Erweiterung des Naturparks Dobratsch einstimmig beschlossen wurde", so die Landesrätin. Der Naturpark Dobratsch, wichtiges Naherholungs- und bedeutendes Europaschutzgebiet im Kärntner Zentralraum, wächst somit um 890,59 Hektar. "Die Gesamtfläche beträgt damit künftig über 8.100 Hektar", freut sich Schaar. Naturpark-Erweiterungen werden in Österreich nur selten durchgeführt, daher ist dieser Beschluss besonders erfreulich, hält die Naturschutzreferentin fest. Konkret handelt es sich bei der Erweiterung um Teile der Europaschutzgebiete Schütt-Graschelitzen und Villacher Alpe.

"Dabei geht es vorwiegend um Grenzbereinigungen. Einschränkungen für Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer sowie Nutzungsberechtigte ergeben sich keine", so Schaar. Dennoch sei im Vorfeld auf einen breit angelegten Informationsprozess aller Beteiligten wert gelegt worden. Insgesamt wurden 365 Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer zu Informationsabenden eingeladen. Die Gespräche seien positiv verlaufen, Herausforderungen wie wildes Campieren oder unerlaubtes Mountainbiken waren Themen, die Naturpark-Geschäftsführer Robert Heuberger und sein Team bereits in Arbeitsgruppen bearbeitet. Schaar: "Der Naturpark Dobratsch ist ein positives Vorbild für partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne des Natur-, Landschafts- und Bewirtschaftungsschutzes und des Tourismus."



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Stirn