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Kärnten meets Alpbach - Der Alpen-Adria-Empfang 2019 im Zeichen von "Digitalisierung und Mobilität"

24.08.2019
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Kärnten präsentiert sich als Forschungsland beim Europäischen Forum Alpbach - Zehn junge Kärntnerinnen und Kärntner nutzen die einmalige Chance zur internationalen Vernetzung


Klagenfurt (LPD). Gestern, Freitag, präsentierte sich Kärnten im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach (EFA) mit einer eigenen Veranstaltung, die ganz im Zeichen der Vernetzung sowie der Vielfalt und Potentiale des südlichsten Bundeslandes Österreichs stand. Der Abendempfang im Hotel "Zur Post", ausgerichtet vom Land Kärnten, dem Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) und dem Club Alpbach Senza Confini, ermöglichte den Gästen rege Diskussionen und vertiefende Gespräche: "Kärnten ist in allen Bereichen, von Forschung und Entwicklung, Digitalisierung, Wirtschaft und Industrie bis hin zur Lebensqualität auf der Überholspur. Wir sind gerade dabei ein neues Standortmarketing zu erarbeiten, das international deutlich sichtbar macht, welche herausragenden Möglichkeiten Kärnten Unternehmerinnen und Unternehmern, Investoren, Fachkräften, Touristen und als Lebensmittelpunkt für Familien bietet. Dafür nutzen wir auch Konferenzen, Tagungen und Plattformen wie das Europäische Forum Alpbach", betont Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, der vor Ort von LHStv. Gaby Schaunig vertreten wird.

Eröffnet wurde der Abend mit einer Diskussion im Fishbowl-Format zum Thema "Digitalisierung und Mobilität". "Das Besondere an dem Empfang ist die Möglichkeit, mit internationalen Studierenden, Lernenden, Führungskräften sowie Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft Technik, Kultur und Zivilgesellschaft über die Grenzen des Alpen-Adria-Raumes hinaus zu netzwerken, sich gegenseitig zu inspirieren und sich auszutauschen", sagt Digitalisierungs- und Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig. Rund 130 internationale Gäste aus unterschiedlichsten Branchen, Verantwortungsbereichen und Ausbildungs- sowie Arbeitsschwerpunkten konnten beim Alpbacher "Alpen-Adria-Abend", der nach der erfolgreichen Premiere 2018 heuer zum zweiten Mal stattfand, begrüßt werden.

Die KWF-Vorstände Erhard Juritsch und Sandra Venus betonen: "Um den Alpen-Adria-Raum gemeinsam zu gestalten, müssen in der Operationalisierung relevante Partner aus den einzelnen Regionen eingebunden werden. Der Alpen-Adria-Empfang gibt Anreize für transnationale Zusammenarbeit, die sich positiv auf die Kooperationsfähigkeiten z.B. auf nationaler Ebene oder im Rahmen des regionalen Selbstverständnisses auswirken kann. Unser Ziel ist es, Synergien mit Nachbarregionen sowie mit Regionen mit ähnlichen Herausforderungen durch einen systematischen Blick nach außen und die Einbeziehung externer Perspektiven zu schaffen. Damit können wir entlang internationaler Wertschöpfungsketten besser agieren und so ein internationales und überregionales Verhältnis aufbauen, um vernetztes Wachstum und smarte Nischen in der Alpen-Adria-Region zu ermöglichen."

Die Kärntner Landesregierung setzt, um die positive wirtschaftliche Entwicklung auch weiterhin voranzutreiben, gleichermaßen auf Megatrends wie Zukunftsthemen. Egal ob im Bereich nachhaltiger Energiegewinnung, Digitalisierung, mit Schwerpunkten auf Mikroelektronik, Sensorsysteme, machine learning und Robotics, oder im Bereich der Holzwirtschaft, in der Kärnten künftig ein Viertel bis ein Fünftel der weltweiten Brettsperrholzproduktion (CLT) stemmen wird, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit steht im Fokus. Gerade die neu angesiedelten oder in Ausbau befindlichen Holzverarbeitungsbetriebe stellen aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein klimafreundliches, baulich höchst interessantes Produkt her, so Wirtschaftsförderungsreferentin Schaunig. Erreicht werden wirtschaftspolitischen Maßnahmen unter anderem durch Kooperationsbestrebungen und -maßnahmen.

"Nur, wenn in zukunftsträchtigen Forschungsbereichen aktiv Kooperationen gesucht und eingegangen werden, lassen sich nachhaltige Lösungen und fruchtbringende Forschungs- und Entwicklungsergebnisse erzielen", verdeutlicht Forschungs- und Entwicklungsreferentin Schaunig.

Eines der großen, aktuellen Kooperationsprojekte ist das AIRlabs Austria Innovationslabor, ein fünfjähriges Infrastrukturvorhaben unter der Leitung der FH Joanneum, das Aufbau und Betrieb eines österreichweiten Innovationslabors sowie die Erarbeitung zukünftiger Anforderungen in Erforschung, Entwicklung und Validierung unbemannter Luftfahrtsystemen (UAS) zum Ziel hat. Die BABEG stellt dafür gemeinsam mit weiteren Kärntner Partnern, nämlich der Fachhochschule Kärnten, der Alpen-Adria-Universität, den Lakeside Labs und dem Flughafen Klagenfurt, unterschiedliche Infrastrukturen, wie die neue Drohnenflughalle am Lakeside Park, in der ab Herbst 2019 auch mit 5G Tests durchgeführt werden können, zur Verfügung. In Kombination mit weiteren Aktivitäten der BABEG im Bereich 5G und Digitalisierung allgemein wird somit ein umfangreiches Angebot für universitäre und außeruniversitäre Forschung und Entwicklung geschaffen.

Weitere Kooperationen, an denen Kärnten beteiligt ist und die für Austausch, Diskussion und Networking-Bestrebungen beim Europäischen Forum Alpbach sowie dem Alpen-Adria-Empfang vertreten waren, sind beispielsweise der Holzcluster rund um das Kompetenzzentrum Holz, der Silicon Alps Cluster, die Silicon Austria Labs oder die Lakeside Labs. "Kärnten positionierte sich in den vergangenen Jahren als ernstzunehmender Projektpartner für Forschung und Entwicklung. Vor allem bietet unser Bundesland darüber hinaus für Doppelkarrierepaare, aber auch für Familien großartige Arbeitsmöglichkeiten in Zukunftsbereichen und einen großartigen Platz zum Leben - nämlich dort, wo andere urlauben", so Schaunig.

Der Alpen-Adria-Empfang wurde auch von zehn Kärntner Stipendiaten und Stipendiatinnen, fünf Studierende und fünf Lehrlinge bzw. junge Fachkräfte, besucht. Das Land Kärnten finanziert mit rund 14.300 Euro die Vollstipendien, um dem engagierten, motivierten Kärntner Nachwuchs interdisziplinären Austausch, internationale Vernetzung und neue Erfahrungen zu ermöglichen. "Die Aufstockung auf zehn Vollstipendien und die Ausweiterung auf Lehrlinge bzw. junge Fachkräfte ist uns eine Herzensangelegenheit", erläutern LH Kaiser und Lehrlingsreferentin LHStv.in Schaunig. "Damit unterstützen wir langfristig innovative, kreative Entwicklungen, die Kärnten auch weiterhin zu den Top-Innovator-Regionen der EU werden zählen lassen."

Venus und Juritsch zeigen sich vom Auftritt der zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten beeindruckt: "Es sind die jungen talentierten Menschen von heute, die das Europa von morgen gestalten. Sie haben frische Ideen, lösen Problemstellungen auf unkomplizierte und pragmatische Art und Weise und haben zumeist eine unvoreingenommene Sichtweise. Sie trauen sich etwas zu und diskutieren Themen intensiv."

Um die Motiviertesten unter den Bewerberinnen und Bewerbern zu finden, obliegt die Stipendienvergabe dem ehrenamtlichen Verein "Club Alpbach Senza Confini", der von Studierenden und Young Professionals geleitet wird und bereits seit 16 Jahren besteht. Vizepräsidentin Corina Schmiedt betreut aktiv unterstützend die Stipendiatinnen und Stipendiaten während ihres Aufenthalts im Tiroler Bergdorf: "Nicht nur eine einzigartige Seminarwoche mit 700 anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus der ganzen Welt, sondern auch die Teilnahme an wichtigen Zukunftsgesprächen zu vielfältigen Themen sind Teil des Stipendiums. Es ist jedes Jahr eine Freude zu sehen, mit welch außerordentlicher Motivation die jungen Leute an dem Forum teilnehmen und sich auch selbst durch die Organisation von Kamingesprächen, Workshops, etc. einbringen. Wir bedanken uns für die Unterstützung des Landes Kärnten und die Möglichkeit unseren Alpbach Spirit auch in Kärnten, Slowenien und Italien zu verbreiten."

Stipendiatin Veronika Bader-Bachmann beispielsweise arbeitet seit rund eineinhalb Jahren im Bereich Projektmanagement und Kundenbetreuung. Nebenbei studiert sie Betriebswirtschaftslehre an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Beworben habe sie sich, weil sie (inter-) nationalen Dialog und Meinungsaustausch spannend und zwingend notwendig für die Zukunft Kärntens finde, resümiert sie und führt aus: "Das Europäische Forum Alpbach bietet mir die Möglichkeit bei aktuellen Themen in kleinen Kreisen mitzudiskutieren und ermöglicht mir somit den Gedankenaustausch mit renommierten Persönlichkeiten. Außerdem ermöglicht es mir ein europäisches Netzwerk aufzubauen, um mich beruflich weiterzuentwickeln. Durch die verschiedenen Nationen, die in Alpbach vertreten sind, bieten die Diskussionen unterschiedliche, internationale und kulturelle Ansichten."

Stipendiat Andreas Schnitzer, der einen Doppelabschluss an der Università Commercial Luigi Bocconi in Mailand und der Wirtschaftsuniversität Wien in internationaler Betriebswirtschaftslehre vorweisen kann, sieht das Europäische Forum Alpbach als Zukunftschance: "Das EFA bietet die optimale Plattform, um sich mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten auszutauschen, einen offenen Diskurs zu führen und sich zu vernetzen. Die Teilnahme war die beste Möglichkeit sich mit komplexen Themenstellungen und aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen und Grenzen zu überbrücken. Ich kann jeder und jedem empfehlen am EFA teilzunehmen, spannende Personen kennenzulernen, den eigenen Horizont zu erweitern und freue mich jetzt schon auf ein Wiederkommen nach Alpbach."

Den Alpen-Adria-Empfang besuchten unter anderen Andrea Klambauer (Landesrätin Salzburg), Franz Fischler, Einem Caspar, Thomas Reisinger (Vorstand Infineon Technologies Austria AG), Werner Luschnig (Geschäftsführer Silicon Austria Labs), Christina Hirschl (Division-Leiterin für Sensorsysteme Silicon Austria Labs), Peter Granig (Rektor FH Kärnten), Günther Lackner (Geschäftsführer Silicon Alps Cluster), Michael Hofbaur (Leitung Robotics Joanneum Research), Josef Ortner (Geschäftsführer Ortner Reinraumtechnik GmbH), Stefano Meneghetti (Mitglied t2i Treviso und Geschäftsführer Agenzia di comunicazione YALP), Katharina Okulski (stellvertretende Geschäftsführerin Europäisches Forum Alpbach), Martin Mössler (Geschäftsführer Science Park Graz) und Markus Hornböck (Geschäftsführer BABEG).

"Die beim Empfang anwesenden hochkarätigen Gäste bezeugen die Relevanz der Veranstaltung und den Stellenwert des EFA für progressive, richtungsweisende Diskussionen, die gesellschaftspolitisch von zentraler Bedeutung für die Zukunft und Außenwahrnehmung des Standorts Kärnten sind", zeigt sich die Referentin für Forschung und Entwicklung mit der Veranstaltung zufrieden.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Waldner/Robitsch
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig