News

LOKAL

Regierungssitzung 5 - Kärntner Naturparke sind moderne Schutzgebiete und Impulsgeber für nachhaltige Entwicklung

10.09.2019
LR.in Schaar: Kärntens Naturparke beschreiten den Weg der Nachhaltigkeit - Mit Inklusion im Natur-Tourismus setzt man auf Zukunftsthemen, der Naturpark Dobratsch wurde erweitert und "Botschafter" der Alpenkonvention


Klagenfurt(LPD). "Kärntens Naturparke haben sich als moderne Schutzgebiete und wichtige Impulsgeber für eine nachhaltige Entwicklung etabliert. Jährlich nehmen ca. 11.000 Personen am Freizeit- und Bildungsprogramm teil", berichtete Landesrätin Sara Schaar in der Regierungssitzung heute, Dienstag. "Die Naturparke Dobratsch und Weißensee sind Lebensraum und Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen", betonte die Naturschutzreferentin, die es als ihre Aufgabe sieht, die charakteristischen Natur- und Kulturlandschaften für künftige Generationen zu erhalten und aufbauend auf den vier Säulen - Schutz, Bildung, Erholung und regionale Entwicklung - weiterzuentwickeln, um diese Nachhaltigkeit sicher zu stellen.

"Ein Schwerpunkt wurde heuer mit dem Thema Inklusion im Natur-Tourismus gesetzt, um Natur für alle, auch Menschen mit Behinderung, erlebbar und erfahrbar zu machen", berichtete Schaar über das kärntenweite Leader-Projekt "Naturerleben für alle", für das Kärnten bereits mit dem Inklusionspreis der österreichischen Lebenshilfe ausgezeichnet wurde. So wurden sowohl im Naturpark Weißensee als auch im Naturpark Dobratsch Inklusionsprogramme erarbeitet und Naturpark-Ranger für den Umgang mit Menschen mit Behinderung geschult.

Im Naturpark Weißensee wurde dieses Jahr außerdem ein Maßnahmenplan für die Wiederaufnahme der Bewirtschaftung von verbrachten Feuchtwiesen im Uferbereich umgesetzt. "Damit wurden einerseits wichtige Lebensräume für seltene und geschützte Arten wiederhergestellt und auf der anderen Seite freie Blicke auf den See geschaffen", berichtete Schaar von einer "win-win-win-Situation" für Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus. Ganz besonders stolz ist man im Naturpark Weißensee auf eine europaweite Sensation - den sagenumwobenen Edelkrebs. "Vor einem Jahr wurde er im Rahmen einer Erhebung wiederentdeckt. Der Bestand ist klein und sehr wertvoll, da es der einzige derzeit bekannte in Europa ist, der die Edelkrebspest überlebt hat", teilte Schaar über das "aufsehenerregende Artenschutzprojekt mit".

Ein "Hotspot der Biodiversität" ist auch der Naturpark Dobratsch, der seit April dieses Jahres auch "Botschafter der Alpenkonvention" ist. "Ein Erfolgsgeheimnis ist das gelungene Zusammenspiel von Natur- und Bewirtschaftungsschutz und die Einbeziehung aller Nutzungsgruppen", so Schaar. Mit der Unterzeichnung eines "Memorandum of Understanding" ist der Naturpark Dobratsch nun der insgesamt 7. Infopoint der Alpenkonvention und der österreichweit erste.
Mit der Erweiterung des Naturparks Dobratsch ist heuer ebenfalls ein großer Wurf gelungen. Als wichtiges Naherholungs- und bedeutendes Europaschutzgebiet im Kärntner Zentralraum wurde der Naturpark um 890 Hektar erweitert und weist nun eine Gesamtfläche von über 8.100 Hektar auf. "Zu Naturpark-Erweiterungen kommt es in Österreich nur sehr selten, daher ist dieser Schritt besonders erfreulich", hielt die Naturschutzreferentin fest. Konkret handelt es sich um Grenzbereinigungen der Europaschutzgebiete Schütt-Graschelitzen und Villacher Alpe. "Alle Grundbesitzer wurden im Vorfeld zu Info-Veranstaltungen eingeladen.

Im Zuge des Projektes "Besucherlenkung" wurden auch Problemfelder analysiert, aus denen konkrete Maßnahmen abgeleitet wurden, wie z.B. eine Facebook-Kampagne zur Bewusstseinsbildung, Rechtsberatung für Grundbesitzer und Informationstafeln vor Ort. Eine Arbeitsgruppe setzte sich mit Herausforderungen, wie dem wilden Campieren, auseinander", so Schaar. "Der Naturpark Dobrasch ist ein positives Vorbild für partnerschaftliche Zusammenarbeit im Sinne des Natur-, Landschafts- und Bewirtschaftungsschutzes und des Tourismus."



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Pinter/Rauber