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Kärnten will familiäre Lebenssituationen weiter verbessern

22.09.2019
LH Kaiser, LHStv.in Prettner: Beitritt zur Venice Declaration weiterer wichtiger Baustein, um Kärnten zur familienfreundlichsten Region zu machen und bereits gesetzte Maßnahmen und Weichenstellungen zu verstärken


Klagenfurt (LPD). Eine nachhaltige Entwicklung und Verbesserung familiärer Lebenssituationen stehen im Mittelpunkt der Venice Declaration, die am 1. November 2018 von der IFFD (Internationale Föderation für Familienentwicklung) gemeinsam mit der Präsidentin des EU-Netzwerkes ELISAN, Sylvie Carrega, und weiteren Vertretern im UNO-Hauptquartier präsentiert wurde. Die IFFD ist eine nichtstaatliche, unabhängige und gemeinnützige Föderation, deren Hauptaufgabe es ist, Familien u.a. durch Ausbildung, Training oder Coaching zu unterstützen. In der Regierungssitzung am kommenden Dienstag soll der Beitritt Kärntens zur Venice Declaration beschlossen werden, informieren heute, Samstag, Landeshauptmann Peter Kaiser und LHStv. Beate Prettner stellvertretend für das gesamte Kollegium der Kärntner Landesregierung.


Von der Venice Declaration soll jedes einzelne Familienmitglied profitieren. Die Unterzeichner seien verpflichtet, einmal im Jahr einen Bericht über die Ergebnisse ihrer Arbeit zu den zehn Punkten - Wohnraum, Neue Technologien, Bildung, Gesundheitswesen, Sicherheit, saubere Luft, Verkehrswesen, Bezahlbarkeit, Freizeit und Tourismus sowie gefährdete Familien - vorzulegen. „Der Mehrwert für Kärnten besteht darin, international berichten zu können, welche Maßnahmen wir setzen, um für Familien eine bessere Lebenssituation zu erreichen“, so Kaiser. Darüber würden Netzwerke aufgebaut und man erhalte durch die Berichte anderer Regionen Impulse für eigene Maßnahmen.


„Dieser Beitritt ist ein weiterer wichtiger Baustein, um unser Land zur familienfreundlichsten Region Europas zu machen und bereits gesetzte Maßnahmen und Weichenstellungen wie Kinderstipendium, leistbares Wohnen oder neue zukunftsorientierte Ausbildungsschwerpunkte zu verstärken“, betonte der Landeshauptmann. Mit dem Kinderstipendium seien bereits Rahmenbedingungen dafür geschaffen worden: „Jedes Kind soll eine Betreuungseinrichtung besuchen können, egal aus welchem sozialen Umfeld es stammt.“ Rund 1.600 Kinder seien dadurch mehr in elementarpädagogischen Einrichtungen zu verzeichnen als zuvor. Mit dem ab September 2019 erhöhten Kinderstipendium würden sich Kärntner Familien jährlich zwischen 308 und 1.507 Euro an Betreuungskosten ersparen. „Wir tun alles, um Familien bestmöglich zu unterstützen, Kindern gleichberechtigte Ausbildungschancen zu geben und gleichzeitig für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen“, betonte der Landeshauptmann.

Auch die Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen seien in einer Offensive ausgebaut worden. Seit 2013 seien insgesamt 2.107 neue Plätze in Kindergärten, Kindertagesstätten und bei Tagesmüttern oder -vätern geschaffen worden. „Das Land Kärnten fördert die Kinderbetreuung jährlich mit einem Budgetvolumen von rund 43,7 Millionen Euro, zusätzlich gibt es Bundesförderungen. Die Betreuungsquote der Fünfjährigen beträgt aufgrund des verpflichtenden Kindergartenjahres nahezu 100 Prozent“, so der Bildungsreferent.


Im so wichtigen Bereich Bildung sei man dem Ziel - inklusive und hochwertige Bildung sowie freien Zugang dazu - bereits durch viele Maßnahmen nähergekommen. „So durch Schaffung von modernen Bildungszentren, durch den Ausbau der Ganztagsschulen, durch Finanzierung von Schulassistenzen, Sozial- und Sonderpädagoginnen und -pädagogen, um beeinträchtigten Kindern gleichberechtigte und inklusive Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen. Zusätzlich zum Pflichtschulwesen werden hochwertige Bildungsangebote in Fachberufsschulen, Musikschulen, Gesundheits- und Krankenpflegeschulen gewährleistet“, informierte Kaiser.


Beim Wohnbau sei das Grundrecht Wohnen zu sozialverträglichen Preisen eines der Kernthemen, so Kaiser. „Im gemeinnützigen Wohnbau wird das Projekt All-inclusive-Wohnen bereits zur Umsetzung gebracht, das dauerhaft niedrige Mieten inklusive Betriebskosten zu sozialverträglichen Preisen bei klima- und umweltverträglicher Bauweise garantiert.“


„Laufend am Ball der Entwicklung zu bleiben, sich an best practice-Beispielen zu orientieren und sich immer wieder neue Impulse zu holen“: Diese Vorteile sieht LHStv.in Beate Prettner in der Venice Declaration. Gerade im Bereich der „Sozialen Sicherheit“ und im Gesundheitswesen seien vielfältige Maßnahmen zu setzen, um die Familie als Grundlage der menschlichen Gesellschaft zu schützen und zu fördern. „Kärnten ist hier mit mehreren Projekten Vorzeigeregion – ob es nun um grundlegende Familien-, Partner- und Jugendberatungsstellen oder um spezielle sozialpädagogische Familienbetreuung geht“, betont Prettner. Im Bereich der Kampagnenarbeit zur Unterstützung gesunder Lebensvollzüge, insbesondere zur Prävention von psychischen Erkrankungen, hebt Prettner zwei Großprojekte hervor: „Das Projekt zum „Professionellen Kinderschutz in der Kärntner Medizin“ ist ebenso Vorbildmodell wie es mit Sicherheit die Kampagne zum „Gewaltverbot in der Erziehung“ werden wird. Gestartet wird diese im November und wird sich über ein Jahr erstrecke“, informiert die Sozialreferentin.


Unterzeichnet wird die Venice Declaration am Dienstag im Rahmen der ELISAN-Konferenz, die heuer in Kärnten, in Villach, abgehalten wird.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Büro LHStv.in Prettner

Redaktion: Michael Zeitlinger

Fotohinweis: Büro LH Kaiser