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POLITIK

Sonntag ist internationaler Tag der Katastrophenvorbeugung

12.10.2019
LR Fellner: Kärnten ist durch diverse Übungsszenarien und hochmoderne Infrastruktur auf alle Eventualitäten gut vorbereitet - Schutz und Sicherheit für die Bevölkerung haben oberste Priorität


Klagenfurt (LPD). (Natur-)Katastrophen oder ein Blackout können im Vorfeld nicht verhindert werden. Wohl aber kann man sich auf den Fall der Fälle vorbereiten. "Das Land Kärnten nimmt hier eine Vorreiterrolle ein: So werden unterschiedlichste Szenarien beübt und diverse Schulungen angeboten", so Katastrophenschutzreferent Landesrat Daniel Fellner anlässlich des morgen, Sonntag, stattfindenden internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung. Aufgrund des Klimawandels ist davon auszugehen, dass die Häufigkeit von Naturkatastrophen künftig eher zunehmen wird. Fellner: "Schon Vaia im vergangenen Herbst hat gezeigt, dass nicht mehr Regen oder Sturm alleine kommt, sondern dass mehrere Ereignisse gleichzeitig über größere Landstriche hinwegfegen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Deswegen ist es uns ein Herzensanliegen, optimal vorbereitet zu sein."

Die Kärntner Verwaltungsakademie bietet Schulungen zum Thema "Die Rolle des Bürgermeisters im Krisen- und Katastrophenfall einer Gemeinde" an, weil Bürgermeisterinnen und Bürgermeister immer die ersten Ansprechpersonen im Krisenfall sind. Im Rahmen der Schulungen bekommen Gemeindevertreterinnen und -vertreter das beste Rüstzeug, um im Fall der Fälle - unterstützt von den Bezirkshauptmannschaften und dem Krisenstab des Landes Kärnten - umsichtig, besonnen und richtig handeln zu können. Je besser jeder Einzelne vorbereitet und geschult ist, umso eher können Extremsituationen ohne gröbere Probleme gemeistert werden", appeliert Fellner an die Verantwortlichen, dieses Schulungsangebot auch wahrzunehmen.

Drei Tage lang haben im Spätherbst 2018 und im Juni 2019 in Kärnten alle Einsatzorganisationen samt Bezirkskrisenstäben für einen europaweiten, länger dauernden Stromausfall geübt. Nicht nur die Auswirkungen dieses sogenannten "Blackouts", sondern auch Szenarien wie starke Schneefälle, Brände oder Unfälle forderten die beübten Einsatzstäbe. Der Landeskrisenstab - er fungierte gleichzeitig als Übungsleitung - wurde von mehreren Experten unterstützt. Gelaufen ist die Übung - die österreichweit beachtet wurde - unter dem Titel "Combined Success" und das Fazit lautet: Es wurden wichtige Erkenntnisse für den nicht ausgeschlossenen Ernstfall gewonnen und vor allem auch breiteres Bewusstsein für das Thema "Blackout" geschaffen.

Im September fand mit der "Airplane Crash Karawanken 2019" eine große grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung des Landes Kärnten statt. Rund 700 Teilnehmende aus Österreich, Italien und Slowenien waren involviert. Übungsannahme waren ein Flugzeugabsturz und Waldbrand, darüber hinaus gab es eine Strahlenschutzübung. "Die Erkenntnisse, die wir aus den unterschiedlichen Übungen ziehen, sind im Ernstfall lebenswichtig. Weil es für die konkreten Szenarien genaue Handlungsanweisungen gibt und die verschiedensten Einsatzkräfte optimal aufeinander abgestimmt sind", betont Fellner die Wichtigkeit der einzelnen Übungsmaßnahmen.

Die neue Landesalarm- und Warnzentrale, kurz LAWZ 3.0, in Klagenfurt setzt neue Maßstäbe in Sachen Sicherheits-Infrastruktur: Seit Fertigstellung im Frühsommer des Jahres erfolgt die Alarmierung aller Einsatzorgane (Feuerwehr, Wasserrettung, Bergrettung, Höhlenrettung, Österreichische Rettungshundebrigade, Rettungshundestaffel des Samariterbundes) und sämtlicher Behörden bei Notfällen ebenso wir die Abwicklung über die neue LAWZ.

Der Leitstellenverbund wird ebenfalls noch heuer fertiggestellt. "Bei drohender Gefahr von Naturkatastrophen ist es oft überlebenswichtig, die Bevölkerung umgehend und flächendeckend zu alarmieren", betont Fellner. Deswegen ist ein Leitstellenverbund der LAWZ Klagenfurt mit Redundanz in der Hauptfeuerwache Villach und mit der Berufsfeuerwehr Klagenfurt sinnvoll und zeitgemäß. Auch die kärntenweit acht Bezirks Alarm- und Warnzentralen (BAWZ) bleiben bestehen.

Hochwasserschutzmaßnahmen dienen der aktiven Katastrophenvorbeugung und machen das Land belegbar sicherer: Ein Starkregen löste am Feuersbergbach in der Gemeinde Globasnitz in den Abendstunden des 30. Juli eine Sturzflut und in der Folge ein 30-jährliches Hochwasser aus. Der erst wenige Tage zuvor fertig gestellte Hochwasserschutz dämmte die Flut ein. "100 Gebäude wurden dadurch geschützt, ein Schaden von geschätzten zwei Millionen Euro verhindert", berichtet Fellner. Insgesamt investiert alleine das Land Kärnten heuer rund 19 Millionen Euro in den Hochwasserschutz.

"Der Schutz der Menschen im Land steht für uns an oberster Stelle", so Fellner, "deswegen setzen wir all diese Schwerpunkte und investieren darüber hinaus mehr als je zuvor in Hochwasserschutz sowie Wildbach- und Lawinenverbauungsmaßnahmen."



Rückfragehinweis: Büro LR Fellner
Redaktion: Fischer/Böhm