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Medizinernachwuchs: Studienplatzkontingent muss erhöht werden

15.10.2019
LHStv.in Beate Prettner: Gesundheitsreferentenkonferenz hat sich dem Antrag Kärntens auf Erhöhung der Studienplätze einstimmig angeschlossen - Von neuer Bundesregierung wird eine Evaluierung der "Absolventenströme" gefordert


Klagenfurt (LPD). "Seit Jahren weise ich auf die Tatsache hin, dass Österreich mit der rigorosen Studienplatzbeschränkung im Medizinstudium sehenden Auges einen Medizinerengpass produziert. Es muss allen klar sein, dass dem absehbaren Ärztemangel nur dann wirksam begegnet werden kann, wenn ausreichend Jungmediziner ausgebildet werden. Derzeit gibt es in Österreich für 16.443 Bewerber nur 1.680 Studienplätze für junge Mediziner. Das heißt, wir schicken jährlich rund 15.000 junge Menschen, deren Traum es ist, Arzt zu werden, wieder nach Hause. Und das, obgleich wir wissen: 50 Prozent unserer Ärzte werden innerhalb der nächsten zehn Jahre in Pension gehen", machte sich bei der heutigen Landesgesundheitsreferenten-Konferenz in Mauerbach Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner einmal mehr für eine deutliche Anhebung der Studienplätze stark. Prettner wies auch auf die Tatsache hin, dass sich zahlreiche Absolventen des Studiums für Humanmedizin für eine Tätigkeit außerhalb Österreichs entscheiden würden.

Auch wenn in Kärnten aktuell alle Kassenstellen für Allgemeinmediziner nachbesetzt werden konnten, zeigt sich deutlich, dass "es immer mühsamer wird", so Prettner. In vielen anderen Bundesländern sind bereits viele "Landärzteordinationen" unbesetzt. Die Bundesländer haben sich daher geschlossen dem Antrag Kärntens nach "deutlicher Erhöhung der Studienplätze unter Zurverfügungstellung von entsprechenden Ressourcen an den Universitäten" angeschlossen. "Wie auch immer die nächste Bundesregierung aussehen mag - ihr muss bewusst sein, dass Österreich ohne entsprechende Erhöhung des Studienplatzkontingentes im Bereich der Humanmedizin in einen Versorgungsengpass vor allem in ländlichen Gebieten schlittert", warnte Prettner. Und sie forderte: "Die Qualität einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung ist sicherzustellen."

Beschlossen wurde in Mauerbach auch eine Evaluierung der Ist-Situation vor allem unter folgenden Aspekten: Wie viele Medizinabsolventen gehen nach dem Studium ins Ausland? Wie viele Österreich studieren im Ausland und bleiben dort? Wie viele Österreicher studieren im Ausland und kehren nach Studienabschluss nach Österreich zurück? "Wir benötigen valide, gesicherte Zahlen, um langfristig die richtigen Weichen stellen zu können", betonte Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger