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POLITIK

Landtag 1 - Petition zu Psychotherapie auf Krankenschein übergeben

24.10.2019
LT-Präsident Rohr nahm in Anwesenheit von LH Kaiser, LHStv.in Prettner und LR Fellner Petition von Psychologin Kerstin Rom entgegen


Klagenfurt (LPD). "Psychologische Behandlung und Psychotherapie auf Krankenschein" fordert die Kärntner Psychologin Kerstin Rom gemeinsam mit 550 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern ihrer entsprechenden Petition. Diese hatte sie bereits im September an Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner übergeben. Die beiden regten damals an, die Petition auch an den Landtag zu richten, um mit einer parlamentarischen Behandlung in Kärnten die Verantwortlichen im Bund bzw. in der neuen Österreichischen Gesundheitskasse für diese wichtige Sache zu sensibilisieren. Heute, Donnerstag, traf Rom diesbezüglich vor der Landtagssitzung mit Vertreterinnen und Vertretern von Landtag und Landesregierung zusammen.

Landtagspräsident Reinhart Rohr nahm die Petition entgegen. Er werde sie im Landtag zur Behandlung einbringen und die Initiatorinnen gegebenenfalls als Auskunftspersonen einladen. "Wir nehmen Anliegen, die an den Landtag herangetragen werden, ernst", so Rohr. Neben Landeshauptmann Kaiser und Gesundheitsreferentin Prettner waren bei der Petitionsübergabe auch Landesrat Daniel Fellner, Klubobmann Herwig Seiser und Landtagsabgeordnete Silvia Häusl-Benz anwesend.

Rom - sie absolviert gerade die Ausbildung zur klinischen Psychologin - erklärte, dass es in ihrer Petition im Wesentlichen darum gehe, die niederschwellige psychosoziale Versorgung im ambulanten Bereich durch Aufstockung der Kassenplätze für Klinische Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater zu verbessern. Derzeit würde in den einzelnen Gemeinden eine Unterversorgung im ambulanten Bereich bestehen, sodass Patienten die Inanspruchnahme psychologischer Leistungen entweder privat zahlen müssten, was sich die Mehrheit nicht leisten könne, oder wochen- bzw. monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen müssten. Gerade im Bereich der psychischen Erkrankungen ist laut Rom jedoch eine rasche und adäquate Versorgung notwendig, da - vor allem in Akutfall - oft jede Sekunde zähle. Die Petition übergab sie gemeinsam mit Eva-Maria Krajnc und Silke Nastran.

Kaiser und Prettner hatten bereits beim Termin mit Rom im September erklärt, dass das Land selbst keine Einflussmöglichkeiten in das sozialversicherungsrechtliche Leistungswesen habe. Im Gegenteil, das Land müsse sogar, um dieses Manko so gut es geht zu kompensieren, entsprechende Verträge mit Trägern wie pro mente oder Caritas abschließen. Allerdings könne man weder auf Dauer noch zu 100 Prozent die Aufgabe der Sozialversicherungen übernehmen. Ein neuer Gesamtvertrag, der psychologische Behandlung und Psychotherapie auf Krankenschein ermögliche, würde zudem teure Folgekosten verhindern. "Von psychischen Krisen betroffene Menschen benötigen nicht nur eine qualitativ hochwertige, sondern vor allen auch rasche und leistbare Hilfe", hatten Kaiser und Prettner damals betont.



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LHStv.in Prettner/LT-Präsident Rohr
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD Kärnten/Eggenberger