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Regierungssitzung 4 – Vier psychiatrische Ambulatorien für die seelische Gesundheit

19.11.2019
LHStv.in Prettner: Psychische Erkrankungen nehmen massiv zu – Immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen – Psychiatrische Ambulatorien für Erwachsene und Kinder im Aufbau


Klagenfurt (LPD). „Bis 2030 werden psychische Krankheitsbilder, allen voran Depressionen, die neue Nummer Eins der Erkrankungen sein. Das heißt, das Gesundheitssystem ist massiv gefordert. Das Land Kärnten hat daher in enger Zusammenarbeit zwischen Land, GKK und namhaften österreichischen Experten den so genannten ‚Psychiatrieplan 2020‘ entwickelt. Dieser handelt auf zwei Ebenen: Einerseits auf der Präventionsebene – denn auch in der Psychiatrie gilt, vorbeugen ist besser als heilen – andererseits auf der Behandlungsebene. In der heutigen Regierungssitzung haben wir den nächsten wichtigen Schritt zur Realisierung dieses Psychiatrieplans gesetzt“, informierte Gesundheitsreferentin Beate Prettner heute, Dienstag, im Anschluss an die Sitzung.

„Wir wollen vier psychiatrische Ambulatorien etablieren – zwei für Erwachsene, zwei für Kinder“, so Prettner. In der Regierungssitzung sei dazu die Bereitschaft des Landes zur Regelfinanzierung dieser psychiatrischen Ambulatorien beschlossen worden. Mit der Umsetzung der psychiatrischen Ambulatorien sei die KABEG betraut worden. Für den Betrieb der vier Ambulatorien seien fünf Millionen Euro veranschlagt. Die Anschubfinanzierung solle in den ersten zwei Jahren aus Strukturmitteln des KGF erfolgen, die anschließende Regelfinanzierung vom Land Kärnten und der Sozialversicherung übernommen werden.

Wie Prettner erklärte, sei der „Kärntner Psychiatrieplan 2020“ österreichweit gesehen ein Vorbildmodell: „Er räumt psychischen Erkrankungen den Stellenwert ein, den sie verdienen. Er umfasst Vorbeugung, Vorsorge, ambulante und außerstationäre Behandlung. Es hat nie zuvor ein ähnlich kompaktes, umfassendes und wegweisendes Konzept im Bereich für die seelische Gesundheit in Kärnten gegeben wie dieses hier.“

Wie unumgänglich eine qualitativ hochwertige Versorgung ist, machen Zahlen deutlich: Laut WHO erkrankt in den europäischen Staaten, also auch in Österreich, einer von 15 Menschen pro Jahr an einer schweren seelischen Krankheit. Von einer leichteren Form sind vier von 15 betroffen. Mehr noch: Die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie meint, dass jeder dritte Mensch in Österreich zumindest einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung leide. Fakt sei, dass sich die Zahl der Krankenstandstage aufgrund von psychischen Erkrankungen seit 1990 fast verdreifacht hat.

„Von Suchterkrankungen abgesehen, sind Frauen häufiger betroffen als Männer, nämlich zu 33,2 Prozent im Vergleich zu 21,7 Prozent“, so die Gesundheitsreferentin. Sorgen mache vor allem die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen, auch Kinder, an der Seele erkranken. „Daher ist es auch so wichtig, zwei psychiatrische Ambulatorien speziell für Kinder zu realisieren“, erklärte Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner

Redaktion: Grabner/Rauber