News

LOKAL

Aktuelle Wetterlage 1 – LR Fellner appelliert an Versicherungen

23.11.2019
Auch Versicherungen sollen an Leid betroffener Familien denken und alles tun, um ihnen zu helfen - „Bitte keine falschen Begriffs-Auslegungen zum Nachteil der Betroffenen“


Klagenfurt (LPD). Nach den extremen Unwettern der letzten Woche, die für viele Kärntner Familien schwere Schäden bis hin zu Zerstörungen ihrer Lebenswerke mit sich gebracht haben, geht es jetzt um Schadensfeststellung und umfassende Hilfe. Während das Land Kärnten sofort reagiert und Betroffenen beispielsweise unbürokratische finanzielle Unterstützungen von 1000, 3000 und 5000 Euro als Soforthilfe für dringend notwendige Reparaturen, wie beispielsweise für kaputte Heizungen, zur Verfügung stellt, sind auch die Versicherungen dabei, die Schäden bei ihren Kunden festzustellen. Katastrophenschutzreferent Landesrat Daniel Fellner appelliert in dem Zusammenhang an die Vertreter der Versicherungsunternehmen: „Denken Sie zuerst an die betroffenen Menschen, daran wie leidgeprüft und schwer getroffen sie sind, und unternehmen auch Sie alles, um diesen Familien zu helfen!“

Bestürzt zeigt ich Fellner über ihm in persönlichen Gesprächen von Betroffenen geschilderte Berichte, wonach Versicherungsvertreter gleich am ersten Tag nach den Unwettern vor Ort bei ihnen waren, und klargemacht haben: „Die Versicherung zahlt Nichts!“ Laut Fellner gehe es dabei u.a. um Auslegungen von versicherungstechnischen Begrifflichkeiten. So seien beispielsweise Hangrutschungen, die sehr wohl von Versicherungen erfasst und abgedeckt sind, von einzelnen Versicherungsvertretern als Muren klassifiziert worden, die eben nicht versicherbar sind und für Schäden daraus die Versicherung auch nicht zahlt. „Es gibt ganz konkrete Fälle, in denen unsere Landesgeologen, und das sind die Experten, unmissverständlich bestätigen, dass es sich sehr wohl um Hangrutschungen handelt“, zeigt sich Fellner verärgert.

Auch die von Versicherungen schnell angekündigte Soforthilfe, sei mit Vorsicht zu genießen: „Ich rate betroffenen Familien, das Kleingedruckte sehr genau zu lesen, bevor man angebotene schnelle Unterstützungen in Anspruch nimmt. Versicherungsexperten haben mir bestätigt, dass vielfach mit der Annahme dieser Pauschalhilfen der Verzicht auf sämtliche andere Versicherungsleistungen in Zusammenhang mit Schäden durch das Unwetter einhergeht“, betont Fellner.

Ihm, Fellner, gehe es nicht darum, Versicherungen pauschal zu verurteilen: „Mir geht es um die vielen geschädigten Familien. Und wenn es Personen und Unternehmen gibt, die diese Familien in für sie ohnehin schwierigen Zeiten, benachteiligen oder meinen, auf ihre Kosten Vorteile für ihr Unternehmen gewinnen zu können, dann werde ich das nicht einfach so hinnehmen“, macht Fellner deutlich. Abschließend fordert der Katastrophenschutzreferent die Versicherungsunternehmen auf, ihre Leistungen und Angebote entsprechend anzupassen: „Die bei Unwetterkatastrophen immer reflexartige erhobene Forderung nach einer Pflichtversicherung für die gesamte Bevölkerung, ist mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern hat immer auch den üblen Beigeschmack von einem guten Geschäft für Versicherungen!


Rückfragehinweis: Büro LR Fellner
Redaktion: Schäfermeier/Stirn