News

LOKAL

Gewalt – Alltag in Gesundheitsberufen?

25.11.2019
LHStv.in Prettner: Fachtagung am LKH Villach rückt brisantes Thema in den Mittelpunkt – Nach Polizisten sind Gesundheitsberufe am meisten von Aggression und Gewalt betroffen


Klagenfurt (LPD). Die Zahlen sind alarmierend: Laut einer Studie im Auftrag des Wiener Krankenanstaltenverbundes haben 85,4 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte im Laufe ihres Berufslebens Erfahrungen mit Aggression gemacht, 61,6 Prozent von ihnen in den vergangenen zwölf Monaten. „Auch wenn die Studie die Situation in Wien widergibt, so ist sie doch auch für den Rest Österreichs ein Gradmesser: Denn sie zeigt die Tendenz. Und diese Tendenz fordert zu Wachsamkeit auf. Und zu einer Gegenstrategie“, erklärte heute, Montag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner bei der Eröffnung der Fachtagung „Gewalt in Gesundheitsberufen“ am LKH Villach.

Tatsächlich zählen Aggression und Gewalt mittlerweile zum Berufsalltag vieler Mitarbeiter in allen Berufsgruppen des Gesundheitswesens. Oftmals werden sie schon als Berufsrisiko hingenommen. Das bestätigen auch die Statistiken der AUVA: Demnach sind neben Polizisten Angehörige von Gesundheitsberufen – allen voran Pflegehelfer – diejenigen, die beruflich am meisten von Gewalt betroffen sind. „Diese Gewalt fußt insbesondere auf Aggression, bzw. die Gewalt wird als Aggression ausgeübt“, sagte Prettner. Und: „Es ist nicht immer der Patient, der Gewalt ausübt – sehr häufig sind es Angehörige oder Besucher.“ Klar sei aber, dass sich die Gesellschaft zunehmend diesem Thema zu widmen hätte – „denn Gewaltprävention geht uns alle an. Die Menschen müssen wieder entsprechend sensibilisiert werden: Einerseits geht es ums Hinschauen, Wahrnehmen und ums Nicht-Ignorieren. Zum anderen geht es darum, sein eigenes Aggressionspotenzial zu hinterfragen. Gewalt äußert sich ja nicht nur zuschlagend. Gewalt beginnt verbal“, betonte die Gesundheitsreferentin. Vor diesem Hintergrund machte Prettner auch auf die von ihr initiierte Öffentlichkeitskampagne des Landes Kärnten zum Thema „Gewaltverbot in der Erziehung“ aufmerksam: „Wir wollen ganz gezielt auf das Thema aufmerksam machen. Und wir wollen Lösungen anbieten.“



Die Fachtagung „Gewalt in Gesundheitsberufen“ bezeichnete Prettner als „leider absolut notwendig“: „Es ist ein brisantes Thema. Ein Thema, über das geredet werden muss, damit wir dann auch handeln können.“ Veranstaltet wird die Fachtagung – sie läuft heute noch bis 17 Uhr – von der Abteilung für Psychiatrie am LKH Villach mit Primaria Christa Rados und Barbara Schabata an der Spitze in Zusammenarbeit mit dem Fortbildungsinstitut Sanicademia.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner

Redaktion: Grabner/Böhm