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POLITIK

Bundesarbeiterkammer tagt in Kärnten

28.11.2019

LH Kaiser bei Abendveranstaltung im Holiday Inn Villach – Ziel ist Erhaltung, Ausbau und Festigung der sozialen Demokratie


Klagenfurt (LPD). Die Bundesarbeitskammer hält ihre Vorstandssitzungen regelmäßig in den Bundesländern ab. Nach 2014 war Kärnten heuer wieder an der Reihe und so nutzte Landeshauptmann Peter Kaiser, die Gelegenheit sich gestern, Mittwoch, bei einer Abendveranstaltung im Holiday Inn Villach, klar zur Sozialpartnerschaft zu bekennen.

„Wir sind die einzige Region in Europa, die regelmäßige Regierungssitzungen mit den Sozialpartnern abhält“, berichtete der Landeshauptmann. Seit der letzten Vollversammlung der Arbeiterkammer in Kärnten habe sich sehr viel zum Positiven verändert. „Nach der Bewältigung der Hypo/Heta-Krise haben wir vom Pannenstreifen auf die Überholspur gewechselt und wollen dort unsere fixe Position finden.“
Kaiser verwies auf die große Verantwortung der Politik und der Interessensvertretungen wegen dem rasanten Wandel der Gesellschaft und der Arbeitswelten durch die Digitalisierung. Es sei wichtig, rechtzeitig Auffangnetze zu installieren, damit das, was unseren Sozialstaat ausmache, erhalten bleibe. „Ich bin ein Optimist und sehe dem gesellschaftlichen Wandel positiv entgegen“, sagte der Landeshauptmann. Wichtig sei, ein verstärktes Miteinander einer solidarischen Gesellschaft und den Wandel so zu lenken, dass die Technik nicht das Soziale verdränge. „Mein Ziel war es, ist es und wird es immer sein - die soziale Demokratie zu erhalten, auszubauen und zu festigen. Das habe ich gelebt, lebe ich und will es weiter leben“, betonte Kaiser.

Günther Goach, Präsident der Kärntner Arbeiterkammer, hielt als Gastgeber der Veranstaltung die Begrüßungsrede und verwies auf die gute Kooperation der Arbeiterkammer mit Villach und dem Land Kärnten. „2014 haben wir gemeinsam ein großartiges Projekt für die Jugend - eine moderne Lehrwerkstätte im Technologiepark - eröffnet.“ Sehr stolz zeigte sich Goach auf seine Heimatstadt Villach, wo sich derzeit eine der größten Baustellen Österreichs befinde. „Infineon investiert 1,6 Milliarden Euro in den Standort und es entstehen viele neue Arbeitsplätze.“ Der Arbeiterkammerpräsident verwies auf eine Studie des Joanneum Research, die zeige, dass Kärnten schon längst nicht mehr nur Tourismusland, sondern auch Industrieland sei. „Unser Bundesland steht im Bereich Forschung und Entwicklung Österreichweit an zweiter Stelle.“

Villachs Bürgermeister Günther Albel berichtete über den Wandel der Draustadt im Laufe der Zeit. „Villach hat sich von einer Handels-, und Eisenbahner- zu einer Elektronikstadt entwickelt.“ Es seien immer Chancen genutzt sowie kluge, weitsichtige, politische Entscheidungen getroffen und außerdem ständig in Bildung, Ausbildung und Weiterbildung investiert worden. Aktuell würden neben der Infineon-Großinvestition auch 140 Millionen Euro von der Silicon Austria Gesellschaft in ein modernes Sensorik-Forschungszentrum investiert. „Die Vorgänger-Bundesregierung wollte die Gesellschaft spalten und die Kammern schädigen, daher braucht es eine starke Arbeitnehmervertretung, um die Arbeitnehmerrechte für die Zukunft zu stärken", so Albel.

Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer, wünschte sich, dass die Sozialpartnerschaft auch auf Bundesebene so gut funktioniere wie in Kärnten. „Wir müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen und darauf reagieren“, sagte Anderl und betonte in diesem Zusammenhang, dass man auf das Programm der neuen Bundesregierung ein Auge haben werde, damit es nicht nur für die Unternehmer abgestimmt werde.

Unter den vielen Anwesenden waren zahlreiche Präsidenten und Direktoren der Länderkammern, die Mitglieder des Bundesarbeitskammervorstandes und die Mitglieder des Bundesarbeitskammerbüros. Außerdem Villachs Vizebürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Uli Sternig
Fotohinweis: AK Kärnten/Höher