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Regierungssitzung 2: Kärnten legt Gesamtplanung für neue Wohn- und Beschäftigungsplätze für Menschen mit Behinderung vor

03.12.2019
LHStv.in Beate Prettner brachte bei heutiger Regierungssitzung Gesamtplan ein: Mehrbedarf von 265 Wohnplätzen und 181 Werkstättenplätzen - 32 Wohn- und 14 Beschäftigungsprojekte werden in Kärntner Bezirken bis 2023 realisiert – weiterer Ausbau der Assistenzstunden von 80.000 auf 110.000 im Jahr 2020


Klagenfurt (LPD). „Der heutige Internationale Tag der Menschen mit Behinderung ist für die Betroffenen in Kärnten ein guter Tag: In der Regierungssitzung habe ich den Ausbauplan für Wohn- und Beschäftigungsplätze bis zum Jahr 2023 vorgelegt. Mit der Umsetzung wird umgehend begonnen“, informierte heute, Dienstag, Sozialreferentin Beate Prettner. Prognostiziert wird für die kommenden vier Jahre ein Mehrbedarf von 265 Wohnplätzen und 181 Werkstättenplätzen. „Die von mir vorgelegte Gesamtplanung schlüsselt diese 265 Wohn- und 181 Werkstättenplätze im Detail auf. Der Großteil wird bis spätestens erstes Halbjahr 2022 umgesetzt sein“, sagte die Sozialreferentin. Die Wohnplätze werden in 32 Projekten quer durch alle Bezirke Kärntens realisiert. Bei den 181 Arbeitsplätzen handelt es sich um 14 Projekte unterschiedlicher Beschäftigungsformen – „wie beispielsweise Beschäftigungswerkstätten, Tagesstätten oder Arbeitsplätze im Rahmen des Chancenforums“, erklärte Prettner. Im laufenden Betrieb werde daraus ein finanzieller Mehraufwand von 18 Millionen Euro pro Jahr erwachsen.

Wie Prettner betonte, steige vor allem in Kärnten der Bedarf an Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten deutlich. „Zum einen trifft die demografische Entwicklung das Behindertenwesen überdurchschnittlich. Dazu kommt, dass Eltern, die zu Hause ihren beeinträchtigten Angehörigen betreuen und pflegen, jetzt selbst in die Altersgruppe 70 Plus kommen; mit zunehmendem Alter wird es für sie immer schwieriger, die Betreuung zu übernehmen“, wies Prettner auf eine prekäre Situation hin.

„Abgesehen von der demografischen Entwicklung ist ein deutlicher Anstieg von jungen Menschen mit Mehrfachdiagnosen zu registrieren. Dabei handelt es sich um junge Menschen mit einer geistigen Behinderung, die aufgrund einer zusätzlichen psychiatrischen Erkrankung oder extremen Verhaltensauffälligkeiten in ihrem derzeitigen Lebensumfeld nicht adäquat betreut werden können“, informierte Prettner. Zudem würde auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Autismusdiagnosen stetig wachsen.

Wie die Sozialreferentin erklärte, würden auch die Assistenzstunden weiter ausgebaut: Von 80.000 im Jahr 2019 auf 110.000 im nächsten Jahr“, so Prettner. „Gerade in diesem Bereich haben wir in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht – in meiner Zeit als zuständige Sozialreferentin habe ich das Stundenkontingent bereits vervierfacht“, stellte Prettner fest. Im Jahr 2020 werden alleine für die Assistenzstunden rund 4 Millionen Euro veranschlagt.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Robitsch