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Regierungssitzung 5 – Reaktivierte Opferschutzkommission ist startklar

03.12.2019
LH Kaiser, LHStv.in Prettner: Opferschutzkommission des Landes wurde personell bestückt und kann Arbeit aufnehmen - man rechnet mit zumindest 150 anspruchsberechtigten Betroffenen


Klagenfurt (LPD). „Die Mitglieder der unabhängigen Opferschutzkommission stehen fest und können mit der Bearbeitung der Fälle und Anfragen beginnen“, gab Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner nach der Regierungssitzung heute, Dienstag, bekannt. Als Mitglieder der Kommission wurden Experten aus unterschiedlichen Fach- und Wirkungsbereichen nominiert: Diese sind Sigrid Zeichen (Psychotherapeutin und ehemals Vorsitzende der Opferschutzkommission), Emmerich Plach (Staatsanwalt a.D.), Gerold Glantschnig (ehem. Leiter der Verfassungsabteilung im AKL), Josef Duller (ehem. Abteilungsvorstand Abt. 5), Huberta Holzmann (Psychologin und Psychotherapeutin, AKL Abt. 4). Ebenfalls in der Opferschutzkommission vertreten ist die Leiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft, Astrid Liebhauser, jedoch ohne Stimmrecht. Alle Mitglieder der Opferschutzkommission arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Reaktivierung der Kommission sei ein notwendiger Schritt und wichtiges Signal des Landes Kärnten, dass es den Weg der Aufarbeitung der Vergangenheit konsequent und transparent weitergehe, so die Sozialreferentin.

Zentrale Aufgabe der Opferschutzstelle ist es, Betroffene dabei zu unterstützen, Beweise zu erbringen, dass ihnen auf der ehemaligen heilpädagogischen Abteilung des LKH Klagenfurt oder im ehemaligen Landesjugendheim Görtschach bzw. in einer Pflegefamilie Gewalt angetan wurde. Darüber hinaus bietet die Opferschutzstelle Unterstützung bei der Antragsstellung nach dem Heimopferrentengesetz und koordiniert die Übernahme und Abrechnung von Psychotherapiekosten durch das Land Kärnten.

Vorsichtigen Schätzungen zufolge könne man davon ausgehen, dass zumindest noch 150 Personen finanzielle Ansprüche gegenüber dem Land fällig stellen könnten, weil ihnen in ihrer Kindheit bzw. Jugend Gewalt in Einrichtungen des Landes Kärnten (Pflegefamilien, Jugendwohlfahrt, Heilpädagogische Abteilung des Landeskrankenhauses Klagenfurt) zugefügt worden sei, führte Prettner aus. „Bis zu 25.000 Euro an Entschädigung steht den Betroffenen - nach den sogenannten Klasnic-Richtlinien – zu“, so Prettner. Für heuer erfolgt eine erstmalige Dotierung des neu eingerichteten Fonds mit 500.000 Euro. Nach Schätzung der Fachabteilung sind rund 1,54 Millionen Euro für Entschädigungen sämtlicher Fälle zu veranschlagen, Clearingkosten inklusive.

Auch Landeshauptmann Peter Kaiser bedankte sich im Pressefoyer bei den Mitgliedern der wieder eingesetzten Opferschutzkommission. Es sei Verpflichtung des Landes, Verantwortung gegenüber Opfern wahrzunehmen und Erfahrungen aus diesen schlimmen Ereignissen zu ziehen. Ein entsprechender Bericht soll laut Kaiser im Jänner präsentiert werden.



Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm