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Wenn die Zukunft Gegenwart wird – Künstliche Intelligenz und bildgebende Verfahren in der Medizin

07.12.2019
LHStv.in Prettner, LHStv.in Schaunig: Artificial Intelligence in Clinical Imaging Forum in Villach eröffnet - Künstliche Intelligenz muss einen Nutzen für die Allgemeinheit aufweisen - Intelligente Systeme erweitern die Möglichkeiten in der Gesundheitsversorgung


Klagenfurt (LPD). MRT, CT, PET-CT – die meisten Kärntnerinnen und Kärntner mussten sich zumindest einmal einem bildgebenden Verfahren unterziehen. Deshalb wissen die meisten auch, wie es in der Röhre aussieht, wie sich die Vibrationen und Klopfgeräusche der Maschine anfühlen. Aber wie es auf der anderen Seite ist, wenn es eine unglaubliche Vielzahl an übereinandergelegten Bildern pro medizinischem Fall zu sichten gilt und sich die Patientinnen- und Patientenakten stapeln, weiß kaum jemand. Künstliche Intelligenz (KI) kann bei der Analyse des Bildmaterials sinnvoll unterstützen, indem sie das medizinische Personal auf Anomalien aufmerksam macht und das Begutachten des Bildmaterials erleichtert. Derartige Szenarien sowie positive und negative Potentiale von KI-Technologien für den Bereich klinischer Bildgebungsverfahren diskutieren internationale Expertinnen und Experten mit ihrem multidisziplinären Publikum im Rahmen des AICI-Forums, das seit gestern, Freitag, in Villach stattfindet.

„Die Digitalisierung durchdringt alle Lebens- und Arbeitsbereiche immer stärker. Aktiv die Diskussion zu suchen, Anwendungen zu testen und gleichermaßen ihre Potentiale wie ihre Risiken zu analysieren, ist der wohl bedeutendste Mehrwert derartiger Veranstaltungen. Schließlich geht es um die gemeinsame Gestaltung unserer Zukunft“, betonte Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig in Vertretung von LH Peter Kaiser bei der Eröffnung des Forums.

Vor allem in der Medizin würden sich durch Künstliche Intelligenz ganz neue Chancen und Behandlungsmethoden eröffnen: von Apps für die Früherkennung von Krankheiten bis hin zu personalisierten Therapien, insbesondere im onkologischen Bereich. „Dieses Potential gilt es zu nutzen: Intelligente Systeme erweitern die Möglichkeiten der Ärzteschaft und damit der Gesundheitsversorgung ganz erheblich“, zeigte sich auch Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner überzeugt. Der Fortschritt moderner Medizin sei in den vergangenen Jahren rasant gewesen und es werde wohl in diesem Tempo weitergehen. „Unser Gesundheitssystem kann enorm vom Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren. Allerdings sind auch die Herausforderungen mitzudenken, die diese intelligenten Systeme mit sich bringen – Stichwort Ethik, Stichwort Transparenz“, betonte Prettner. Letztlich müsse es darum gehen, dass die Technik dem Menschen diene und es der Mensch sei, der die Entscheidungen treffe.

Die Nutzung neuer KI-Technologien bedeute aber nicht, dass das medizinische Personal und seine soziale Kompetenz durch technische Lösungen ersetzt werden könne: „Technologischer Fortschritt muss auch immer an sozialen gekoppelt sein. Bei jeder Innovation muss die Frage gestellt werden, ob und in welchem Ausmaß sie den Menschen nützen. Ich bedanke mich für den Weitblick der Organisatorinnen und Organisatoren des Artificial Intelligence in Clinical Imaging Forums, die diesen Fragen Diskussionsraum und -zeit zur Verfügung stellen“, so Schaunig.


Rückfragehinweis: LHStv.in Prettner, LHStv.in Schaunig

Redaktion: Waldner/Sternig