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11. Kärntner Baugipfel: Ausnahmejahr für Kärntner Bauwirtschaft

09.12.2019
LHStv.in Schaunig, LR Fellner, LR.in Schaar, LR Gruber, LR Schuschnig: Produktionsvolumen verweist auf Rekordjahr für Kärntner Bauwirtschaft – Neue Impulse 2020 durch Wohnbau- und Sanierungsoffensive – Öffentliche Hand fungiert als Hebel


Klagenfurt (LPD). Im Rahmen des „11. Kärntner Baugipfel – 2. Halbjahr 2019“ diskutierten heute, Montag, Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig, LR Daniel Fellner, LR Sebastian Schuschnig in Vertretung von LR Martin Gruber sowie Vertreterinnen und Vertreter aller Sozialpartner, gemeinnütziger Bauvereinigungen, befasster Landesabteilungen und der ZivilingenieurInnenkammer aktuelle Themen rund um die Bauwirtschaft in Kärnten. Besonders erfreulich sind die Entwicklungen der Kärntner Bauproduktion 2019 mit einer Produktionssteigerung von über 17 Prozent im Vorjahresvergleich. Somit wird erstmals ein Produktionsvolumen von knapp 1,3 Mrd. Euro erreichen.

LHStv.in Gaby Schaunig stellte die neuen Wohnbauförderungsrichtlinien für 2020 vor: „Die neuen Richtlinien konzentrieren sich auf ökosoziale Wohnbauförderung. Der Fokus liegt auf der Ausweitung und Erhöhung der Sanierungsförderungen: Sanieren kann man auch im Winter. Auf diese Art steuern wir saisonal bedingter Arbeitslosigkeit in der Baubranche aktiv entgegen und unterstützen die Kärntner KMU der Bauwirtschaft, die die Sanierungsarbeiten durchführen“, ist sich die Wohnbaureferentin sicher.

„Als Klimaschutzreferentin wäre es mein größter Wunsch auf jeder Dachfläche in Kärnten eine Photovoltaikanlage zu installieren“, bekräftigte Landesrätin Schaar die ökosoziale Ausrichtung der Wohnbauförderungsrichtlinien 2020. Bereits das laufende Jahr 2019 zeige, dass die schon von 2018 auf 2019 stattgefundene Richtlinien-Attraktivierung im Bereich der Sanierung zu einer Verdopplung der Anträge im Vorjahresvergleich führte. „Die Wohnbauförderung funktioniert als Hebel für die Kärntner Bauwirtschaft, der im kommenden Jahr noch stärker greifen wird.“

Landesrat Daniel Fellner kann der Hebelfunktion durch Investitionen der öffentlichen Hand nur zustimmen: „Wenn wir ausschließlich von meinem Bereich sprechen, dann gibt es den Kärntner Schulbaufonds, der ein Investitionsvolumen von 29 Mio. Euro auslöst, den Kärntner Regionalfonds, der fast 20 Mio. Euro hebelt, unser Kommunales Tiefbauprogramm mit einem Investitionsvolumen von 30 Mio. Euro, die Interkommunale Zusammenarbeit im Hochbau, die knapp 1,9 Mio. Euro auslöst sowie die Wildbach- und Lawinenverbauung mit einem Volumen von 3 Mio. Euro. Gesamt bewirken die in meinen Zuständigkeitsbereichen gesetzten Maßnahmen also ein Investitionsvolumen von zumindest 83 Mio. Euro für die Kärntner Bauwirtschaft.“ Derart zielgerichtete Maßnahmensetzungen seien unter anderem dank des Kärntner Baugipfels, der die Diskussion angestrebter Akzentsetzungen zulasse, möglich. Investitionen aus öffentlicher Hand, so Fellner, würden die Kärntner Bauwirtschaft beleben und in konjunkturell schlechteren Zeiten den Investitionsrückgang des privaten Sektors zumindest eindämmen.

Besonders die Schaffung des Holz-Clusters zeigt, dass die gesamte Kärntner Landesregierung die Themen Holz, Holzwirtschaft und Holzbau stärken möchte. Eigens dazu kündigten LHStv.in Schaunig in ihrer Zuständigkeit als Referentin für Wirtschaftsförderung und LR Martin Gruber bereits die Einrichtung eines Kärntner Holz-Clusters über ein KWF-Lieferantenentwicklungsprogramm an: „Die jüngsten Betriebsansiedelungen im Bereich der Holzindustrie sorgen bis zum Jahr 2022 dafür, dass in Kärnten ein Fünftel bis ein Viertel der weltweiten Menge an Holzverbundstoffen produzieren werden wird. Die Nachfrage nach dem nachhaltigen, nachwachsenden Werkstoff wird langfristig noch weiter steigen“, betont Schaunig.

Forstreferent LR Martin Gruber weist darauf hin, dass ein Gesamtkonzept dazu derzeit referatsübergreifend erarbeitet wird, mit dem Ziel, das Thema „Bauen mit Holz“ in Kärnten weiter zu forcieren. „Damit wollen wir Lücken in der Wertschöpfungskette schließen und auch die Forschung im Bereich Holz forcieren“, so Gruber. Das sei ein Beitrag zum Klimaschutz, stärke aber zugleich die Kärntner Forstwirtschaft und regionale Wertschöpfung. Die heimische Bauwirtschaft zu stärken, gelinge auch durch die Anwendung des Bestbieterprinzips bei Vergaben im Straßenbau. „35 Mio. Euro werden wir 2020 in die Straßeninfrastruktur investieren. Damit lösen wir ein Investitionsvolumen in den Regionen von rund 52 Mio. aus, durch die wir zugleich Arbeitsplätze und Einkommen sichern“, betont Gruber als Straßenbaureferent.

Für Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig zählt die Bauwirtschaft nicht nur zu den wichtigsten Sektoren der Kärntner Wirtschaft, sondern sei gesamtwirtschaftlich auch einer der wesentlichsten Konjunkturtreiber, der auch in unsicheren Zeiten für Wohlstand sorgt. „Den starken Wachstumskurs in der Kärntner Bauwirtschaft gilt es konsequent und nachhaltig weiter zu stärken. Wir arbeiten mit Nachdruck an der Novellierung der Kärntner Bauordnung. Denn nur durch die Entbürokratisierung schaffen wir für die Bauwerber künftig mehr Freiraum und ein größeres wirtschaftliches Potential. Kärntenweit einheitliche Ausschreibungsunterlagen würden die Unternehmerinnen und Unternehmer künftig zusätzlich entlasten“, so Schuschnig.

Die für 2020 prognostizierte Konjunktureintrübung soll durch die vom Land Kärnten gesetzten Maßnahmen abgeschwächt werden und die positiven Entwicklungen der Kärntner Bauwirtschaft weiter beleben: „Mit den genannten und vielen weiteren Maßnahmen setzen wir Impulse mit nachhaltiger Wirkung für die Kärntner Baubranche, ihre Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betonen die Mitglieder der Kärntner Landesregierung.



Rückfragehinweis: Büros Regierungsmitglieder
Redaktion: Regierungsbüros/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig