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WIRTSCHAFT

Robotics in Kärnten: mehr Raum – mehr Möglichkeiten

10.12.2019
LHStv.in Schaunig: Beteiligung Kärntens an Joanneum Research trägt Früchte – Robotics-Institut zieht in neues Gebäude – Forscherteam wird von 30 auf 50 Personen erweitert


Klagenfurt (LPD). Nur fünf Jahre nach der Gründung wird das Robotics-Institut der Joanneum Research in Klagenfurt mit dem Bezug eines neuen Forschungsgebäudes bereits auf die nächste Ebene gehoben. Mehr Raum bietet mehr Möglichkeiten! Heute fand die feierliche Eröffnung des neuen, deutlich erweiterten Instituts für Robotik und Mechatronik im Lakeside Science & Technology Park statt. Auf Einladung der Joanneum Research, vertreten durch Geschäftsführer Wolfgang Pribyl und Institutsdirektor Michael Hofbaur, nahmen Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig, Landesrat Martin Gruber, Babeg-Geschäftsführer Hans Schönegger sowie der Vizerektor der Universität Klagenfurt Martin Hitz an der offiziellen Eröffnung teil.

„Das ist ein großer Tag für das Forschungs- und Technologieland Kärnten“ sagte Schaunig. „Das Robotics-Institut, das aus der Beteiligung des Landes Kärnten an der Joanneum Research entstanden ist, hat sich rascher und größer entwickelt als erwartet. Das freut mich ungemein, weil es zeigt, dass unser kooperativer Ansatz in Sachen Forschung und Entwicklung seine Multiplikator-Wirkung entfaltet. Wir haben bewusst das enge Denken in Landesgrenzen überwunden und sind Partnerschaften eingegangen, von denen alle Seiten profitieren“, so die Technologiereferentin.

Der Mehrwert dieses kooperativen Ansatzes zeige sich ganz deutlich am neuen Robotics-Gebäude, in dem die Joanneum Research Seite an Seite mit der Alpen Adria Universität forscht, betonte Schaunig, und weiter: „Schlussendlich geht es auch im Forschungsgebiet selbst – Robotics – um Zusammenarbeit, und zwar zwischen Mensch und Maschine; ein Forschungsgebiet, das mit der Digitalisierung noch größere Bedeutung und Aktualität erfährt. Was wir bei der Forschungsförderung des Landes nie aus den Augen verlieren ist die Frage, wem neue Technologien dienen. Technologie muss immer dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.“

Nach fünf erfolgreichen Jahren der Robotikforschung in Kärnten werden sich ab sofort die Forschungsaktivitäten von Robotics auf einen höheren Technology Readiness Level (TRL) heben. Somit können die rund 30 Expertinnen und Experten am Standort auf 1.200 m2 Fläche mit Hilfe neuer industriegerechter Laborinfrastruktur und modernsten Robotersystemen noch besser die Anforderungen der Wirtschaft und Industrie erfüllen.

„Ich bin stolz, dass sich die Strategie bewährt hat, die Forschungsachse Süd mit einem Joanneum-Research-Standort im Bereich der Robotikforschung in Kärnten zu stärken. Nach erfolgreichen fünf Jahren forschen rund 30 internationale Expertinnen und Experten an Robotik-Fragestellungen der heimischen Wirtschaft und Industrie. Unser Ziel ist es, mit diesem motivierten und exzellenten Team das bestehende Netzwerk zu erweitern, den Forschungsstandort noch weiter zu stärken und in weiterer Folge das Team auf bis zu 50 Personen auszubauen“, erläuterte Geschäftsführer Wolfgang Pribyl die Zukunftspläne der Joanneum Research in Klagenfurt.

Hans Schönegger, Geschäftsführer der Babeg Kärntner Betriebsansiedlungs- & Beteiligungs GmbH und der Lakeside Science & Technology Park GmbH: „Durch die im Jahr 2014 eingegangene Beteiligung der Babeg an der Joanneum Research wurden die Weichen für die Forschungsachse Süd gelegt. Aufgrund dessen wurden weitere Maßnahmen im Bereich der Forschung und Entwicklung gemeinsam mit der Steiermark wie zum Beispiel Silicon Austria Labs auf- bzw. auch ausgebaut. Die Babeg als Miteigentümer des Joanneum Research-Instituts sieht die Bereiche Robotik, Sensorik und Mikroelektronik als wesentlichen Standortfaktor für Kärnten, welcher nun durch die Eröffnung der neuen Büro- und Laborflächen für anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle zwischen digitaler und realer Welt weiter verstärkt wird. Der Lakeside Science & Technology Park ist mit der Kombination aus Infrastruktur und modernster Ausstattung der optimale Ort für die neuen Laborflächen des RoboticsInstituts, welche die Entwicklung zukunftsweisender Lösungen sowie modernste Robotertechnologien optimal ermöglichen.“

Robotics-Institutsdirektor Michael Hofbaur ist Hausherr im neuen Gebäude mit einer zukunftsweisenden und hochmodernen Robotik-Infrastruktur. „In einem über 500 m2 großen Laborbereich des Gebäudes verfügen wir über eine Industriehalle mit einer Hands-on Area für die roboterbasierte Automatisierung, Arbeitsbereiche für die Zusammenarbeit von Menschen und Roboter und eine integrierten 5G-Infrastruktur für die digitale Produktion. Unser Labor grenzt direkt an die Drohnenhalle der Universität Klagenfurt und kann zu einem gemeinsam nutzbaren Forschungsraum geöffnet werden. Mit dieser Infrastruktur kommen wir den industriellen Bedingungen, in denen Roboter eingesetzt werden, außerordentlich nahe“, freut sich Hofbaur über die neuen Möglichkeiten, die sich durch das Mehr an Raum ergeben.

Im neuen Gebäude hat Joanneum Research mit dem Robotics Evaluation Lab auch das österreichische Sicherheitsprüfzentrum für die Zusammenarbeit von Menschen und Roboter eingerichtet. Mit diesem Prüflabor ermöglicht Robotics eine sichere Anwendung von modernsten Robotersystemtechnologien in Wirtschaft und Industrie und stärkt damit den Produktionsstandort Österreich nachhaltig.

Martin Hitz, Vizerektor der Universität Klagenfurt: „Die Universität Klagenfurt eröffnet die größte und modernste Drohnenhalle ihrer Art in Europa. Diese Halle ist ein Ort, der absolute Spitzenforschung ermöglicht. Sowohl die Forschungsgruppe ‚Control of Networked Systems‘ als auch die gesamte Universität werden davon profitieren, das laufende Doktoratskolleg ‚Networked Autonomous Aerial Vehicles‘ ist nur ein Beispiel dafür. Die Universität Klagenfurt hat mit der Drohnenhalle einen Leuchtturm konzipiert und auch allein finanziert. Um diesen Leuchtturm herum können wir nun auch die jetzt schon gute Zusammenarbeit mit Joanneum Research und Lakeside Labs weiter vertiefen. Auch die Industrie wird profitieren, eröffnet die Halle doch ganz neue Möglichkeiten zur Verifikation und Evaluation neuer Produkte im Bereich autonome Fahrzeuge und Robotik. Mit Konzept und Umsetzung der Drohnenhalle hat die Forschungsgruppe ‚Control of Networked Systems‘ rund um Stephan Weiss einen wichtigen Meilenstein für Drohnenforschung auf Weltniveau an der Universität Klagenfurt gesetzt.“

Das neue ROBOTICS-Gebäude bildet den Grundstein für die bauliche Weiterentwicklung des gesamten Lakeside Science & Technology Parks und ist spezifisch auf die Anforderungen von ROBOTICS und die Kooperation mit der Universität Klagenfurt abgestimmt. Die Bauzeit war mit etwas mehr als einem Jahr durchaus „sportlich“ für ein Gebäude dieser Komplexität und mit einer Nutzfläche von insgesamt 1.200 m². Davon stehen 550 m2 mit industriegerechter Laborinfrastruktur ausgestattet zur Verfügung.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig