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„Risikofaktor“ Psyche: Land Kärnten erhöht Förderung für Beratung und Betreuung junger Patienten

15.12.2019
LHStv.in Prettner: In nächster Regierungssitzung wird Erhöhung der Fördersumme um 7,6 Prozent beschlossen - Knapp 1900 Betroffene erhielten im Vorjahr 7900 Psychotherapien und mehr als 8000 Beratungen


Klagenfurt (LPD). Die Notwendigkeit von psychosozialen Beratungen und Behandlungen steigt. „Je früher wir die Betroffenen erreichen und behandeln, desto effektiver kann geholfen werden. Außerdem verhindert eine frühzeitige Betreuung teure Folgekosten“, sagt Sozialreferentin Beate Prettner. Am Dienstag wird sie in der Regierungssitzung einen Antrag auf Erhöhung der Fördermittel für die Psychosozialen Beratungsdienste der AVS einbringen: „Die Erhöhung fällt mit 7,6 Prozent höher als in den Vorjahren aus – nicht zuletzt, weil die Förderbeiträge durch die Sozialversicherungsträger reduziert wurden“, erklärt Prettner. Die Landessubvention wird damit knapp eine Million Euro betragen. „Davon profitieren Jugendliche und junge Erwachsene in ganz Kärnten, die psychologische Hilfe oder Psychotherapie brauchen. Die AVS Psychosozialen Dienste werden nämlich in allen Kärntner Bezirken angeboten“, betont Prettner.

Abgesehen von den psychosozialen Dienstleistungen werden auch alkoholkranke und suchtgefährdete Menschen betreut. „Wir verfolgen hier einen umfassenden und nachhaltigen Ansatz, denn es werden auch die Angehörige in die Beratungsprozesse miteinbezogen“, informiert die Sozialreferentin. Im Vorjahr haben sich rund 1900 Betroffene an die AVS gewandt. Knapp 18.000 Maßnahmen wurden für sie gesetzt.

Eine ähnliche Ausrichtung verfolgt das Projekt „Way out“ in Zusammenarbeit mit dem Verein NeuStart: „Auch ,Way out‘ richtet sich insbesondere an suchtgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene. Das Projekt bietet Betroffenen psychosoziale Begleitung und flexible, suchtspezifische Betreuung an“, sagt Prettner. Die Entwicklung würde auch hier zeigen: „Der Bedarf steigt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden allein im Zeitraum Jänner bis Mitte November um fast 500 Stunden mehr erbracht.“ Für die Sozialreferentin ist genau diese flexible, niederschwellige und ambulante Form der Betreuung eine große Chance, mehr Betroffene rechtzeitig erreichen zu können. „Darauf zielt auch unser geplantes Projekt ‚Alkohol.leben können‘ ab. Bedauerlicherweise ist dieses nun auf Eis gelegt – die Finanzierungspartner PVA und die neue Österreichische Gesundheitskasse sind plötzlich auf die Bremse gestiegen. Das ist nicht nachvollziehbar und enttäuschend“, sagt Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Claudia Grabner