Presseaussendungen

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RSG 2025 beschlossen: Ein zukunftsweisender Tag für die Gesundheits- und Spitalsversorgung in Kärnten

20.12.2019
LHStv.in Prettner, GKK-Spitze Steiner und Lintner: Sicherstellung wohnortnaher Versorgung, weitere Schärfung der Angebotsprofile von Spitälern, Zentren für Spitzenmedizin, mehr tagesklinische statt vollstationäre Betten, Ausbau im niedergelassenen Bereich - Gesundheitsexperten einig: RSG 2025 garantiert Top-Medizin für alle Kärntner


Klagenfurt (LPD). „Als guten und zukunftsweisenden Tag für das Kärntner Gesundheitswesen“ bezeichnete heute, Freitag, LHStv.in Beate Prettner den einstimmigen Beschluss der Landeszielsteuerungskommission für den Gesundheits- und Spitalsplan Kärnten (RSG 2025) in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wolfgang Habcher (EPIG), KGF-Geschäftsführer Karl Cernic, GKK-Direktor Johann Lintner und GKK-Obmann Georg Steiner: „Nach monatelangen und intensiven Vorbereitungen wurde heute jener Plan abgesegnet, der die Kärntner Gesundheits- und Spitalsversorgung auch in Zukunft auf höchstem Niveau weiterentwickeln und absichern wird“, betonte Prettner.

„Wer die Planung des Gesundheits- und Krankenanstaltenwesens ernst nimmt, weiß, wie viele und komplexe Komponenten es zu berücksichtigen gibt. Ich nenne nur: Demografische Entwicklung - und die bedeutet für Kärnten ein Plus von 33 Prozent mehr über 75-Jährige binnen zehn Jahren; den rasanten Fortschritt moderner Medizin; Digitalisierung; Personalfrage; sich ändernde Rahmenbedingungen. Aber: Über all dem steht mein erklärtes Ziel, die beste und hochwertigste Gesundheitsversorgung für alle Kärntnerinnen und Kärntner sicherzustellen! Und das so flächendeckend wie möglich“, erklärte die Gesundheitsreferentin.


Laut Prettner stelle der Gesundheits- und Spitalplan 2025 den Rahmen für die optimale Gesundheitsversorgung für Kärnten dar. „Es wurden Ziele und Maßnahmen definiert, die Kärnten sowohl im niedergelassenen Bereich wie im Spitalsbereich auch weiterhin als verlässliches Gesundheitsland positionieren. Die beiden Bereiche sind kommunizierende Gefäße“, so Prettner.

Genau diesen Aspekt betonte auch Wolfgang Habacher von EPIG Graz, jenem Institut, das die Entwicklung des RSG 2025 wissenschaftlich begleitet hat: „Ein Gesundheitsplan kann nur erfolgreich sein, wenn der intramurale und der extramurale Bereich Hand in Hand gehen.“ Laut Habacher wurde der RSG 2025 unter der Zielvorgabe erstellt, die wohnortnahe Versorgung in Kärnten sicherzustellen sowie den Patienten den jeweils letzten medizinischen Behandlungsstand zukommen zu lassen. „Das ist allerdings nur machbar, wenn die Angebotsprofile aller Kärntner Spitäler weiter konsequent optimiert werden – so, wie es bereits in den vergangenen Jahren passiert ist“, erläuterte Habacher. Damit verbunden sei der weitere Ausbau von Zentren für Spitzenmedizin: „Es wäre unmöglich, modernste Medizin auf Top-Niveau in allen Krankenanstalten anzubieten. Um Top-Qualität anbieten zu können, bedarf es eigener Zentren“, so Habacher.

Ein Beispiel dafür sei auch die Stärkung der Vorsorge und Versorgung von Krebserkrankungen: „Das Kärntner Tumorboard, also das onkologische Kooperationsmodell aller Fachspezialisten, wird auch künftig die optimale individuelle Therapie für jeden einzelnen Betroffenen sicherstellen.“ „Stichwort Kooperation: Netzwerke und Zusammenarbeit werden eine noch größere Rolle spielen als sie es bisher schon tun. Kooperation ist nämlich eines der ‚Zauberwörter‘, um Spitzenmedizin für alle anbieten zu können“, sagte Prettner.

Forciert werden künftig auch tagesklinische Angebote: „Wir müssen uns die rasante Entwicklung moderner Medizin auch insofern zunutze machen, als dass wir die Spitalsaufenthalte verkürzen und das tagesklinische Angebot ausweiten“, erläuterte KGF-Geschäftsführer Karl Cernic. „Das heißt nicht zuletzt, dass wir die Bettenstrukturen in den Spitälern anpassen werden – einerseits aufgrund des Ausbaus von tagesklinischen Eingriffen, andererseits aufgrund des Aufbaues von niedergelassenen, also extramuralen Versorgungsstrukturen. Damit meine ich insbesondere die Ärztezentren bzw. Primärversorgungseinheiten (PVE)“, so Cernic.

„Tatsächlich sieht der durchaus ambitionierte RSG 2025 die Umsetzung von fünf Primärversorgungseinheiten vor, was sich nicht nur mit der demografischen Entwicklung in Kärnten begründen lässt, sondern auch als krankenhausentlastende Maßnahme anzusehen ist“, so KGKK-Obmann Georg Steiner. „Diese Primärversorgungseinheiten sollen bis zum Ende des Jahres 2021 realisiert werden. Das erste in Klagenfurt Annabichl soll bereits im Oktober 2020 öffnen, das zweite ist ebenfalls schon für Herbst 2020 in Völkermarkt geplant“, konkretisierte Steiner. Abgesehen von den PVEs werden neue Planstellen im Bereich der Allgemeinmedizin als auch neue Facharztstellen geschaffen, informierte Steiner.

Wie KGKK-Direktor Johann Lintner erläuterte, werden es 15 zusätzliche Planstellen der Allgemeinmedizin sein sowie 12 neue Facharzt-Planstellen. Die größte Steigerung werde es im Bereich der Neurologie mit einer Verdoppelung der Planstellen geben – nämlich von bisher 4 auf 8,5. Und Lintner betonte: „Damit werden wir die bereits sehr gute Gesundheitsversorgung, unter Berücksichtigung aller Versorgungstrukturen sowie der Wirtschaftlichkeit, für die Kärntner Bevölkerung weiter optimieren.“

„In Summe folgt der Gesundheits- und Spitalsplan Kärnten vor allem zwei Prinzipien: Einerseits wird der Ausbau tagesklinischer Betten weiterverfolgt: Die Forcierung der ambulanten und tagesklinischen Strukturen um 70 geht Hand in Hand mit der Reduzierung von 47 vollstationären Betten. Andererseits pushen wir eine weitere Spezialisierung der Spitzenmedizin“, fasste Prettner zusammen. Die Verhandler sind sich einig: „Der RSG 2025 geht den Weg konsequent weiter, der Kärnten als Gesundheitsland auszeichnet und der gesamten Bevölkerung eine medizinische Versorgung garantiert, um die uns andere Länder beneiden.“

Details des RSG 2025:
• Im niedergelassenen Bereich: 5 PVEs mit jeweils mindestens drei Allgemeinmedizinern und diversen anderen Gesundheitsberufen) bis Ende 2021; 15 zusätzliche Planstellen für Allgemeinmedizin; 12 zusätzliche Facharzt-Planstellen (+ 2 Dermatologie, +2 Innere Medizin, +1/2 Kinder- und Jugendheilkunde, +4,5 Psychiatrie, +2 Orthopädie und Traumatologie, +1 Urologie), Ausbau Dialysebereich
• Im Krankenanstaltenbereich: Ausbau der tagesklinischen Betten bzw. ambulanten Betreuungsplätze von 147 auf 250 (+ 70%); damit werden 47 vollstationäre Betten ersetzt; gegenüber dem RSG Kärnten 2020 werden in Summe 56 Betten bzw. ambBP weniger ausgewiesen; detaillierte Aufstellung im Anhang.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHstv.in Prettner


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