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Drogenbilanz: Zahl der Drogentoten in Kärnten fast halbiert

02.01.2020
LHStv.in Prettner: Jedes Drogenopfer ist eines zu viel, mit 15 Toten wird Kärnten aber unter dem Österreich-Schnitt liegen – „Vernetztes“ Maßnahmenpaket umgesetzt


Klagenfurt (LPD). „Die Bilanz 2019 zeigt: Mit 15 bestätigten Drogentoten liegt Kärnten wieder in seinem langjährigen Schnitt“, gibt heute, Donnerstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner bekannt. „Damit hat sich das bewahrheitet, was Experten vorhergesagt haben – nämlich, dass die mit 27 unüblich hohe Zahl der Drogentoten im Jahr 2018 ein so genannter statistischer Ausreißer gewesen ist“, sagt Prettner. 15 Drogentote deuten darauf hin, dass Kärnten sogar unter dem Österreich-Schnitt liegen wird. „Genaueres kann dazu allerdings noch nicht gesagt werden, weil es in anderen Bundesländern nicht üblich ist, die Zahl der Drogenopfer bekannt zu geben. Eine Bilanz erscheint immer erst im Laufe des darauffolgenden Jahres“, so die Gesundheitsreferentin, für die aber feststeht, dass „jedes einzelne Suchtopfer sehr bedauerlich und eines zu viel ist“.

Wie bekannt, hat Kärnten im Vorjahr ein weiteres „Drogenpaket“ geschnürt: So werden die Drogenberatungs- und therapieplätze um mehr als 350 auf rund 1.770 aufgestockt. Ihre Arbeit aufgenommen hat bereits die neue Beratungsstelle in Feldkirchen, jene in Wolfsberg wird in den kommenden Wochen folgen. „Unser Ziel ist es, das niederschwellige, regionale Angebot sukzessive weiter auszubauen. Mit den beiden neuen Beratungsstellen in Feldkirchen und Wolfsberg und mit der Ausweitung der mobilen Betreuung von Neustart um zusätzliche 200 Stunden tun wir genau das – wir schaffen für Suchterkrankte wohnortnahe Anlaufstellen“, sagt Prettner. Das Kärntner Behandlungs- und Beratungsangebot hat folgende Struktur: Für die Region West steht das Drogenambulatorium Villach zur Verfügung, diesem angeschlossen sind die Drogenberatungsstellen Spittal (120 Plätze) und Feldkirchen (vorerst 100 Plätze). Für die Region Ost gibt es das Drogenambulatorium Klagenfurt, diesem angeschlossen sind die Drogenberatungsstellen Völkermarkt und ab Jänner 2020 jene in Wolfsberg (mit vorerst 100 Plätzen).

Wie Prettner erklärt, sei das Behandlungsangebot aber nur ein Aspekt im Kampf gegen Drogensucht: „Um tatsächlich erfolgreich zu sein, müssen wir vor allem auch bei der Präventionsarbeit am Ball bleiben. Prävention muss so frühzeitig wie möglich beginnen. Daher werden wir unsere sehr erfolgreichen Lebenskompetenzschulungen in Volksschulen weiterführen und die Ausbildung von Multiplikatoren verstärken.“ Studien würden nämlich belegen: Die Weichen für Sucht werden in den ersten Lebensjahren gelegt.

Abgesehen davon liegt der Gesundheitsreferentin sehr viel daran, die unterschiedlichen Institutionen noch stärker zu vernetzen: „Das machen wir mit dem Kärntner Suchtbeirat“, sagt Prettner. Es ist dies ein Gremium, das eben diese unterschiedlichen Institutionen aus den Bereichen Medizin, Suchtprävention, Therapie, Sozialarbeit, Exekutive, Justiz, Bildung, Apothekerkammer, Kinder- und Jugendeinrichtungen etc. widerspiegelt. „Wir arbeiten hier an vielen unterschiedlichen Prozessen – das reicht durch die enge Kooperation mit der Ärztekammer und der GKK von bewusstseinsbildenden Maßnahmen bei der Verschreibung von suchtmittelhaltigen Medikamenten bis hin zu In-house-Workshops in Jugendeinrichtungen“, erklärt Prettner.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm