News

WIRTSCHAFT

Der Altersdiskriminierung den Riegel vorschieben – 8,5 Millionen Euro für ältere Arbeitssuchende

29.01.2020
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: 2020 gibt es wieder spezielle Maßnahmen für die Zielgruppe ältere Arbeitslose - Auch Jugendliche werden 2020 weiterhin verstärkt gefördert


Klagenfurt (LPD). 8,5 Millionen Euro für ältere Arbeitssuchende – das ist der Gesamtbetrag, zu dem sich gestern, Dienstag, das Land Kärnten, das AMS Kärnten und die übrigen Partner des Territorialen Beschäftigungspaktes (TEP) in der ersten TEP-Plattformsitzung 2020 bekannten.

„Angesichts der negativen Entwicklung für älterer Menschen am Arbeitsmarkt ist es notwendig, aktiv entgegenzusteuern. Neben dem Bemühen auf Landesebene braucht es auch ein Engagement der Bundespolitik. Mit der Einführung der Aktion 20.000 hat die damalige Bundesregierung bewiesen, dass ihnen ältere Menschen am Herzen liegen. Zahlreiche Rückmeldungen jener, die in Kärnten durch dieses Projekt nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch eine wiedergewonnene Wertschätzung erfahren haben, bestätigen die Sinnhaftigkeit“, so Landeshauptmann Peter Kaiser, für den die Aus- und Weiterbildung keine Altersgrenzen kennt. „Sie ist das Ticket ins Berufsleben.“

„2019 sanken die Arbeitslosenzahlen, nur nicht in der Zielgruppe Ältere. Hier zeigt sich deutlich, welche Lücke die Abschaffung der Aktion 20.000 hinterlassen hat. In Kärnten fördern wir weiterhin ältere Arbeitssuchende“, betonte LHStv.in Gaby Schaunig. Allerdings müssten auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber umdenken: „Häufig werden die Vorteile älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht ausreichend wertgeschätzt. Nicht nur Lebenserfahrung und Weltwissen bringt diese Zielgruppe verstärkt mit, gerade auch der Austausch zwischen den Generationen schafft neue Zugänge, Sichtweisen und damit einen Mehrwert, der nicht zu unterschätzen ist.“

An der TEP-Plattform sind neben den Partnern Land Kärnten und AMS Kärnten, auch die Arbeiterkammer Kärnten, die Industriellenvereinigung Kärnten, die Wirtschaftskammer Kärnten, das Sozialministeriumservice Landesstelle Kärnten sowie der ÖGB Kärnten beteiligt. Für 2020 sind insgesamt 41,8 Millionen Euro für alle Maßnahmen des TEP budgetiert. „Mit den TEP-Mitteln stellen wir nicht nur zusätzliches Geld auf, sondern wir bündeln die Mittel speziell für jene Gruppen am Arbeitsmarkt, die vom wirtschaftlichen Aufschwung nicht so stark profitieren konnten. Hier geht es darum, gemeinsam bereits bestehende erfolgreiche Maßnahmen fortzusetzen und gleichzeitig neue Maßnahmen zu entwickeln“, sagte Peter Wedenig, Geschäftsführer des AMS Kärnten.

Kaiser unterstreicht, dass es bei der Unterstützung älterer Arbeitsloser wichtig sei, gemeinsam Ressourcen und Kräfte zu bündeln und hebt dabei die gute Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern hervor, die in Kärnten bestens funktioniere.

Zu den Maßnahmen für Ältere zählen Eingliederungsbeihilfen bei gemeinnützigen Einrichtungen und Gemeinden in Form von Beschäftigungsplätzen, Zielgruppenstiftungen, Qualifizierungsmaßnahmen u.v.m. Eine der Eingliederungsbeihilfenmaßnahmen für Ältere im Jahr 2020 ist beispielsweise die Qualifizierungsmaßnahme „Zielgruppenstiftung für Ältere 45+“ mit je 10 Plätzen in Klagenfurt, Villach und Spittal, die mit Februar startet. Ziel der Stiftung ist die Vermittlung von Arbeitssuchenden über 45 in den ersten Arbeitsmarkt durch Qualifizierungsmaßnahmen. Der Fokus liegt auf der Ausbildung von Facharbeiterinnen und Facharbeitern. „Stiftungen sind sehr erfolgreich. Rund 70 Prozent der Teilnehmenden können in den Arbeitsmarkt reintegriert werden. Manche Teilnehmende finden aber auch den Mut sich selbstständig zu machen“, erläuterte Arbeitsmarktreferentin Schaunig.

Aber nicht nur ältere Arbeitssuchende gelten als zu fördernde Zielgruppe. Handlungsbedarf sieht die TEP-Plattform auch im Bereich der Jugendlichen, auf die insgesamt 15 Millionen Euro des TEP-Budgets 2020 entfallen. „Nur, wenn wir sicherstellen können, dass unsere jüngsten und unsere ältesten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nachhaltig und vorausschauend qualifiziert sind, kann Langzeitarbeitslosigkeit verhindert und vor allem der Kärntner Wirtschaft das notwendige Fachkräftepotential zur Verfügung gestellt werden. Genau deshalb bemühen sich auch alle am TEP Beteiligten nachhaltig zukunftswirksame Arbeit zu fördern und gemeinsam für ein sozial gerechtes Arbeitsland Kärnten einzutreten“, so Schaunig.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LHstv.in Schaunig
Redaktion: Waldner/Zeitlinger