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WIRTSCHAFT

Erster Kärntner Wirtschaftskonvent stieß auf großes Interesse

29.01.2020
LH Kaiser, LR Schuschnig und LR Gruber skizzierten Perspektiven und Pläne Kärnten zum unternehmerfreundlichsten Bundesland zu machen


Klagenfurt (LPD). Im Haus der Wirtschaft in Klagenfurt ging Montag am Abend der 1. Kärntner Wirtschaftskonvent über die Bühne. Drei Regierungsmitglieder, Landeshauptmann Peter Kaiser, Wirtschaftsreferent LR Sebastian Schuschnig und Straßenbaureferent LR Martin Gruber stellten gemeinsam mit WKK-Präsident Jürgen Mandl und IV-Präsident Timo Springer ihre Pläne und Visionen vor, wie man Kärnten zum unternehmensfreundlichsten Bundesland machen wolle. Einig waren sich alle fünf, dass Kärnten nach einer turbulenten Vergangenheit vor vielen neuen Herausforderungen stehe. Diverse Statistiken und Umfragen würden jedoch unserem Bundesland einen Aufwärtstrend bestätigen.

Landeshauptmann Peter Kaiser betonte, dass Kärnten in den letzten Jahren wirtschaftlich einiges erreicht habe, auch durch das Miteinander und die Zielformulierungen mit den Sozialpartnern. „Das spornt an, weitere wirtschaftliche Herausforderungen in Angriff zu nehmen und Kärntens Positionierung zur wirtschaftsfreundlichsten Region umzusetzen“, so Kaiser. Kärnten werde seine Innovationskraft und die großartigen Human Ressources weiterentwickeln und seine Attraktivität noch sichtbarer machen, verwies Kaiser auf das neue Standortmarketing mit dem neuen Claim „Kärnten - It’s my life“.

Dass der Claim allein nicht ausreiche, ist dem Landeshauptmann bewusst. „Jetzt gilt es, die Marke mit Leben zu erfüllen von allen Kärntnerinnen und Kärntnern um das großartige Bild Kärnten auch nach Aussen hin zu transportieren. Unser Ziel muss lauten, Kärnten als Lebens- und Arbeitsregion mit Wohlstand weiterzuentwickeln und zu einem Investitions-Hotspot in Europa zu machen. Maßgeblichen Anteil daran haben die Unternehmer, denen ich hier heute danke“, so Kaiser.

In seiner „Rede zur Lage der Kärntner Wirtschaft“ spannte Wirtschaftsreferent LR Sebastian Schuschnig einen ausführlichen Bogen von weltwirtschaftlichen Herausforderungen bis hin zu wirtschaftspolitischen Chancen für Kärnten. Die Basis für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort sowie der „Turbo für wirtschaftliches Wachstum und Innovationen“ ist für ihn ein starker Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Verwaltung. „Wirtschaft bedeutet ständiger Wandel. 2020 und die folgenden Jahre werden für Kärnten Herausforderungen und neue Chancen bringen. Jetzt kommt es darauf an, wie wir damit umgehen. Wenn wir gemeinsam diesen Weg beschreiten und auch das nötige Selbstbewusstsein zeigen, um Kärnten bestmöglich zu entwickeln, dann wird die Zeitungsheadline ‚Kärnten, da tut sich in der Wirtschaft einiges“ in zehn Jahren niemanden mehr verwundern“, ist sich Schuschnig sicher.

Kärntens 35.000 Unternehmer und ihre Mitarbeiter hätten in den letzten zwei Jahren gezeigt, wie dynamische eine Region wachsen kann. „Sie setzten ihre Segel richtig. Ihnen ist es zu verdanken, dass Kärnten zweimal in Folge Wachstumssieger war“, hob Schuschnig hervor. Er verwies auch darauf, dass es Kärnten geschafft habe, mit Infineon eine 1,6 Milliarden-Investition nach Kärnten zu bringen und Fraunhofer herzuholen. In den nächsten Jahren stehe die Wirtschaft, weltweit wie in Europa, Österreich und Kärnten vor großen Richtungsentscheidungen und Herausforderungen. „Die Konjunkturdynamik lässt zwar nach, aber wir haben in Kärnten allen Grund, dennoch optimistisch in die Zukunft zu blicken. Denn in jeder Veränderung liegt auch eine Chance.“ Es gehe nun darum, die Veränderungen aktiv als Chance zu ergreifen und die nötigen Schritte zu setzen.

Klar definiert von Schuschnig wurden auch die fünf zentralen wirtschaftspolitischen Herausforderungen für unser Bundesland. Dazu zählen die Entlastung der Kärntner Unternehmer. „Als Wirtschaftslandesrat sehe ich einen der größten Erfolgsfaktoren in der konsequenten Entbürokratisierung des Standortes, den wir mit dem Prozess `Kärnten unternehmensfreundlich´ bereits im Sinne der heimischen Wirtschaft umsetzen. Unternehmen brauchen Freiraum für wirtschaftliches Potential und für Innovation vor allem, wenn das wirtschaftliche Klima rauer wird.“ Er unterstrich, dass der eingeschlagene Pfad der Bundesregierung auch für Kärnten richtig sei und kündigte für Kärnten ein Deregulierungspaket an.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für Schuschnig wirtschaftliche Chancen und ein Innovationsmotor, den es im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung zu nutzen gilt. „Wer als Wirtschaftsstandort auf Nachhaltigkeit setzt, der handelt nicht nur verantwortungsbewusst im Sinne künftiger Generationen, sondern profitiert doppelt. Nachhaltigkeit, Ökoinnovationen, Bioökonomie und Klimaschutz sind nicht nur weltweite Zukunftsthemen, sondern Felder, in denen wir bei Photovoltaik, der Anwendung von Wasserstoff und der Holzverarbeitung zu Pionieren werden können. Es geht darum, aus Innovationen Wertschöpfung für die Wirtschaft und die ganze Region zu generieren“, hielt der Wirtschaftsreferent fest.

In der Digitalisierung sieht Schuschnig eine wichtige neue Existenzgrundlage der Regionen, besonders im Hinblick auf die demographischen Prognosen. „Grundlage für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort ist eine moderne Infrastruktur, besonders dort, wo die Wirtschaft schon heute mit Abwanderung zu kämpfen hat. Ein Gründer muss in unserem Land die Perspektive haben, sein Unternehmen in seinem Heimatdorf aufzubauen und dennoch international erfolgreich zu sein“, so Schuschnig. Der rasche Ausbau eines flächendeckenden Breitbands und von 5G zähle zu den wesentlichsten Standortfaktoren. „Ob digital oder analog, Infrastruktur ist entscheidend für einen attraktiven Standort. Auch gut ausgebaute Straßen, Schienen, ein frequentierter Flughafen sowie ausfallsichere Energienetze und Mobilitätsangebote beeinflussen, ob sich Investoren in Kärnten ansiedeln wollen“, so Schuschnig. „Mit der Koralmbahn wird Kärnten schon bald an die wichtigsten europäischen Schienennetze angebunden. Wir liegen im Herzen Europas und sind über die Adria-Häfen mit den Wirtschaftsachsen der Welt verknüpft. Jetzt entscheidet sich, ob Kärnten künftig ein Transitbundesland sein wird, oder es uns gelingt, diese Jahrhundertchance in Wertschöpfung umzuwandeln“, hob Schuschnig die Relevanz von Investitionen in Infrastruktur und Logistik hervor.

Im Bereich der demografischen Entwicklung, des Fachkräftemangels und die Ausbildung hat Schuschnig ebenfalls klare Vorstellungen. „Wirtschaftskraft ohne Arbeitskraft gibt es nicht. Ohne Gegensteuerung werden uns im Jahr 2030 fast 35.000 Fachkräfte fehlen. Das heißt, wir müssen um jeden einzelnen kämpfen und in Kärnten die besten Rahmenbedingungen für Arbeit und Leben schaffen“, appelliert Schuschnig. Hervorragend ausgebildete Fachkräfte seien ein wichtiger Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg. „Wir müssen die duale Ausbildung stärken und die nächste Generation dort ausbilden, wo künftig Know-how gesucht ist“, so Schuschnig und ergänzt unter Beifall der Teilnehmer: „Die Lehre ist keine Ausbildung zweiter Klasse. Die Bundesregierung hat mit der Aufwertung der Lehre einen wesentlichen Schritt gesetzt, um das zu unterstreichen.“

LR Schuschnig appelliert abschließend an alle: „Mit dem entsprechenden Selbstvertrauen und einem entschiedenen Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung können wir zum unternehmensfreundlichsten Bundesland werden.“

Straßenbaureferent LR Martin Gruber hob die Installierung der Wirtschafts-Ombudsstelle hervor. „Sie garantiert raschere Verfahren, und weniger Bürokratie“, so Gruber. In die Straßenbau-Infrastruktur des Landes sollen in diesem Jahr 35 Millionen Euro investiert werden, „was nicht nur den Standort stärkt, sondern durch die regionalen Aufträge auch für konjunkturelle Effekte sorgt“, so Gruber.

Ebenfalls zu Wort kamen WKK-Präsident Jürgen Mandl, IV- Präsident Timo Springer und EU Kammerpräsident Christoph Leitl. „Für Mandl hat Kärnten als ‚Stern des Südens‘ wieder Perspektiven. Springer ist überzeugt, dass Kärnten dank vieler positiver Maßnahmen den Weg zum unternehmerfreundlichsten Bundesland schaffen werde. Leitl lobte Kärntens Stärken und den Konvent-Schulterschluss als nicht alltägliches Netzwerk.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser. LR Schuschnig, LR Gruber
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD Kärnten /Peter Just