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Gegen digitale Hetze: Veranstaltungsreihe „#Hass im Netz“ zu Gast in Völkermarkt

18.02.2020
LR.in Schaar: Land Kärnten, Expertinnen und Experten sowie Betroffene mit Sensibilisierungsreihe „#Hass im Netz“ in Völkermarkt - Stärkung von gemeinsamen Bewusstsein und Zivilcourage


Klagenfurt (LPD). Digitale Gesprächskultur, ihre Gefahren und Folgen waren gestern, Montag, Thema des Abends in der Neuen Burg in Völkermarkt. Frauen- und Jugendreferentin LR.in Sara Schaar lud gemeinsam mit dem Referat für Frauen und Gleichbehandlung, der Antidiskriminierungsstelle sowie dem Landesjugendreferat Kärnten zu Kurzvorträgen und Diskussionen mit Expertinnen und Experten zum Thema „#Hass im Netz“ ein. Mit der bezirksübergreifenden Veranstaltungsreihe will man mehr Bewusstsein im Umgang mit digitalen Medien schaffen. Das große Publikumsinteresse bewies, dass das Thema von großer Bedeutung ist, und es auch Redebedarf gibt.

„Hass im Netz ist ein Thema, das alle betrifft und nicht zu tolerieren ist. Wir alle tragen Verantwortung für unser Handeln, auch in den sozialen Medien. Wir wissen, dass das Thema viele Fragen aufwirft“, so Schaar. „Oft bedeutet Hass im Netz für viele Betroffene eine permanente Belastung. Unser Anliegen ist es jede und jeden Einzelnen entsprechend dafür zu sensibilisieren und dabei Fragen abzuklären, wie sich Betroffene und Zeugen von Angriffen in solchen Situationen verhalten sollen und an wen sie sich wenden können“, betonte Schaar.
"Bei vielen Postings oder Kommentaren im Netz spürt man, dass diese Aussagen einfach nicht in Ordnung sind. Aber zu wenige Personen wissen, dass es sich bei einigen Kommentaren durchaus auch um strafrechtlich relevante Tatbestände handeln kann. Klassische Beispiele sind Diskriminierung oder Cybermobbing", stellte Antidiskriminierungsbeauftragte Susanne Ebner fest.

Marika Lagger-Pöllinger ließ als betroffene Mutter vor Ort an ihrer persönlichen Geschichte teilhaben. Ihr Sohn nahm sich im Alter von 16 Jahren aufgrund von Cybermobbing das Leben. "Ich sehe es als meinen Auftrag, einen Beitrag im Kampf gegen Cybermobbing zu leisten", so Lagger-Pöllinger.

Günter Kazianka, Leiter des Präventionsbüros des Bezirkspolizeikommandos Völkermarkt, betonte wie wichtig es ist, Scham abzulegen und als Zeugin oder Zeuge hinzusehen: „Vieles passiert im Stillen und wird oft nicht zur Anzeige gebracht. Nicht nur Opfer, auch Zeugen können bei der Polizei Anzeige erstatten. Screenshots der Hasspostings sind ein wichtiges Beweismittel“, teilte Kazianka mit.

Auch Dunia Kahlil vom Verein ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit - betont die Wichtigkeit von digitaler Zivilcourage. Der Verein bietet neben psychosozialer Beratung auch eine erste rechtliche Einschätzung. Mit einem Rechtshilfefonds sollen Betroffene die Möglichkeit erhalten, jene Personen, von denen sie belästigt werden, zu klagen. Damit soll auch das niederschwellige Beratungsangebot von ZARA gesichert und ausgebaut werden. „Unser Ziel ist es, rasch, kostenlos, unbürokratisch und professionell zu helfen“, sagte Kahlil.
Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe #Hass im Netz von der Bildungsdirektion Kärnten, den Gesunden Gemeinden sowie der Antenne Kärnten. Weiter geht es am 30. März in Hermagor.

I N F O S: https://frauen.ktn.gv.at/veranstaltungen/details?eid=32 - Bei Interesse an Vorträgen für Schüler*innen oder Elternabende kann man sich an das Referat für Frauen und Gleichbehandlung wenden: Tel: 050 536 33052 oder frauen@ktn.gv.at.



Rückfragehinweis: Büro LR.in Schaar
Redaktion: Plimon/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR.in Schaar